Glücks-Stadt 2

Oh, Boy
Oh, Boy

Hab mir gestern einen Tag frei genommen und bin mit meiner Freundin nach Ahrensburg gefahren, um einen Bademantel für sie zu kaufen. In Ahrensburg hat sich zwar auch schon viel verändert, aber trotzdem ist es auch noch so ein bisschen wie früher. U. a. gibt es da nämlich auch noch so ein kleines Kaufhaus, wo man alles bekommt, Nessler heißt das, so wie Möller in Rahlstedt, nur dass es DAS eben nicht mehr gibt. Jedenfalls haben wir einen ganz schönen Bademantel gefunden und Torwarthandschuhe und einen neuen Wasserkocher (obwohl der „alte“ noch gar nicht so alt war, und wir total genervt sind, dass der kaputt gegangen ist – und wie immer war die Garantie gerade abgelaufen), aber das Tollste war ein old-school Delikatessengeschäft eine Straße weiter, in dem sich alle meine Themen der letzten Woche in einem Schriftzug vereinten (s. o.) …

Das Leben ist ein bunter Teller
Das Leben ist ein bunter Teller

Hab eine kleine Gänseleberwurst für fünf Euro gekauft, um nicht mit leeren Händen dazustehen. Die war aber auch echt lecker.

Glücks-Stadt

PanAroma
PanAroma

Nach manischen Nächten vor dem Schnittlaptop gestern dann das Happy End – erste Materialschau Brasilien und alle (meine Chefs, der verantwortliche Redakteur von ZDFneo, der Moderator Manuel Möglich) waren ganz angetan. Super. War aber auch wirklich manisch. Hab sogar Mittwoch vor dem Training noch ein bisschen im Vereinsheim gearbeitet, musste mir natürlich einige Sprüche anhören.

Manchmal bin ich eben selbst nur ein kleiner Bazillus in einer immer kranker werdenden, hoch technisierten, widernatürlichen Welt. Am Wochenende, als ich in Glückstadt auf meine Schwester wartete, stand ich beim Bäcker sekundenlang vor der gläsernen Eingangstür, weil ich unbewusst erwartete, dass sie von alleine bzw. automatisch aufgeht. Total behämmert. Umso mehr, als dass Glückstadt selbst – auf den ersten Blick – wahrhaftig wie ein Ort aus einer anderen Zeit stammt.

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Schöner Bahnhof, kleiner Marktplatz, guter Bäckerkaffee, differenzierter Einzelhandel, klar, da ist auch kein Platz für einen Saturn oder einen Praktiker. DEN fanden wir dann in Rendsburg, als wir Öl für den Benz kaufen wollten – und was ich da gesehen hab, schlug dann doch dem morschen Fass endgültig den Boden aus.

Was bleibt, wenn alles raus muss?
Was bleibt, wenn alles raus muss?

Ich meine, wer kann sich da hinstellen und steif und fest behaupten, dass alles gut wird? Anders gefragt: Wenn wir etwas ändern wollen, muss dann nicht wirklich ALLES raus?

Fleckig

… ist es noch, aber die Mama glücklich. Der Vanilleplan ging nicht auf – zu viel Enkelgekrickel mit Edding – also heute morgen spontan ein Flieder angerührt. Hoffe, dass es (uns) deckt. Auf der Rückfahrt Herbstidylle pur …

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Mutter, Söhnchen

Bin heute spontan mit meiner Schwester zu meiner Mutter geheizt, in ihrem alten Benz über Land, ich liebe das. Bierchen getrunken und Otto-Platten gehört. Herrlich. Da machte es auch nix, dass wir gleich unsere große Schwester beim Pinseln ablösen mussten. Immerhin hat mir meine Mutter eine alte Hose geliehen. Meine Freundin hat das Foto schon ausgedruckt und in ihren Pferdespind gehängt.

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shit

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Dass mein Print-Kollege Matthias Matussek die „WELT“ erobert, stand ja überall zu lesen. Keine Ahnung, warum, ehrlich gesagt, weiß ich auch nicht einmal, ab wann. Ab sofort? Das wäre schrecklich. Matussek kam mir nämlich heute im Foyer entgegen und betrat die Männertoilette, von der ich gerade kam. Kurz vor mir musste – dem Geruch nach zu urteilen – auch schon jemand da gewesen sein. Jedenfalls schoss mir in dem Moment, als Matussek an mir vorbei schritt, der Gedanke durch den Kopf, dieser eindringliche Klo-Geruch, der ja gar nicht von mir stammte, könne aber genau das Letzte sein, was der scheidende Kollege von mir in Erinnerung behalten würde. Scheiße.

Sturm und Drang

Gestern tobte ein Orkan über Hamburg, was zur Folge hatte, dass der Nahverkehr abends zusammenbrach und ich über 2 Stunden in der Bahn nach Bad Oldesloe saß, ohne dass sie endlich losfuhr. Wollte zwischendurch mit der U-Bahn fahren, aber die Bahnsteige waren voller als in Tokio, also hab ich das auch geknickt. Wahnsinn, dass da niemand auf das Gleis geflogen ist oder eine Panik losbrach.

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Im Nachhinein betrachtet, hab ich die Krise gar nicht schlecht gemeistert. Hab mir ein Bier und ein Brötchen gekauft und im wartenden Zug noch mal meinen Roman gelesen. Musste das Bier allerdings wie ein Penner in der Papiertüte verstecken, wegen des neuen Alkoholverbots in den Regionalbahnen. Als wir uns nach 2 Stunden immer noch nicht bewegt hatten, bin ich wieder raus, in die Bahnhofsbuchhandlung und hab mir den neuen Djian gekauft. Und was soll ich sagen? Die neue Trendfarbe des Literaturherbstes ist: rosa!

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B-Lage

Kloarte

Hab beim Handy aufräumen noch ein paar Klo-Pics aus Berlin gefunden. Wahrscheinlich gibt es so einen Bildband bereits, aber es ist doch immer wieder interessant, wie kreativ Menschen sind, vor allem im Detail, und welche Kontexte am Rande des Denkbaren zusammengeführt werden. Finde folgenden Sticker arschcool. Musste auch zweimal hingucken, bevor ich geschnallt hab, wer die Frau mit der Knarre ist: Amelie, die mit der `zauberhaften Welt´. Keine Ahnung, vielleicht ist sie es auch nicht, und ich bin zu blöd, aber falls doch, ist es einfach kreativ, diese Figur, mit der ja ganz romantische, lebensbejahende, hoffnungsvolle Emotionen verbunden sind, mit einer Waffe auszustatten und trotzdem die bejahende Ausstrahlung der Figur zu retten.

Und woher kommt die Ästhetik mit der Riesenknarre im Vordergrund? Richtig, auch aus Frankreich (siehe www.anders-blog.de vom 13.12.12).

Fälschung  Professionell

 

 

Feier, Abend

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Wir (minimal trash art & ich) haben gestern aufs Buch angestoßen. Das war schön, ehrlich, ich war ganz gerührt. Zum Einen weil diese Menschen mir bei meinem Projekt so engagiert zur Seite standen, zum Anderen aber auch, weil sie mir damit auch zu verstehen gegeben haben, dass es ja mein Projekt war, für das sie sich engagiert haben.

Da ist das Ding
Da ist das Ding

Ich bin sehr glücklich darüber, was dabei heraus gekommen ist. Tolles Cover (Siebdruck), tolles Cover-Papier, tolle Retro-Typo, Reclam Leipzig meets Philippe Djian. Cool. Klar, ein paar klitzekleine Dinge werden wir – wie immer bei einer ersten Auflage – übersehen haben, aber gerade die machen so eine erste Auflage im Nachhinein ja auch so wertvoll.

Ich werde damit nicht reich werden, aber als Mensch bzw. als funktionierendes Mitglied unserer Gesellschaft meine Überlebenschancen steigern. Ganz viele nette Reaktionen im Büro dafür bekommen, auch immer mehr Zusagen für Lesungen. Müssen jetzt nur noch irgendwie koordiniert werden. Also, dranbleiben … ich komme bestimmt in Eure Nähe.

By roh

Erster Tag wieder im Büro. Nettes Willkommen der Kollegen, das gedrehte Material aus Brasilien ist auch da, cool. Hab allerdings den ersten Tag mit der Reiseabrechnung verbracht, das ist echt Wahnsinn. Für jeden Mist braucht man einen Beleg, damit man am Ende kein Minus macht, ehrlich, schlimmer als eine Steuererklärung.

Finanzamt
Finanzamt

Hab gestern nach dem Tatort noch ganz spontan „Oh, Boy“ auf DVD geguckt. Hatte ich mir in Berlin bei Dussmann gekauft. Was für ein grandioser Film und nach dem Berlin-Wochenende natürlich der richtige Nachschlag. War ganz traurig, als er vorbei war. Hab mich dann allerdings noch mit den Outtakes getröstet. Ist zwar immer dasselbe (Leute fangen an zu lachen), trotzdem lustig. Albernes Lachen ist so ansteckend wie herzhaftes Gähnen.

Ansonsten? Möchte ich noch am Rande erwähnen, dass ich den Erzähler meines ersten Romans Jugendstil ja auch Boy genannt habe.

Und? Den zweiten hole ich gleich vom Verlag. Dann halte ich ihn zum ersten Mal in den Händen. Bin ganz aufgeregt.