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SZÄHNE
SZÄHNE

Erste Besprechung – und gleich ein Aufmacher. Zu lesen in der aktuellen SZENE (oder aufs Bild klicken, vielleicht geht´s ja so). Die Autorin hatte mich zum Interview in der Kantine getroffen und nicht zuviel versprochen. Bin ganz glücklich. Das einzige Manko – es wurde vergessen, auf die Release-Lesung am 10.12. im Projektor, Sternstraße 4, hinzuweisen, das mache ich hiermit noch einmal.

Die erste Besprechung ist ja … Wie soll ich sagen? … wie das Echo auf einen verzweifelten Schrei, wie die Antwort auf eine Frage, wie die Geburtsurkunde für ein Neugeborenes, wie … na, ihr wisst schon. Vorher ist es eben nur ein Text. Plötzlich ist es ein Buch. Nicht mehr und nicht weniger.

Ansonsten? Werde ich mich heute einfach mal zurücklehnen …

Hamburg … meine Perle

Hamburg und meine Perle
Hamburg und meine Perle

War heute mit meiner Freundin zum ersten Mal auf den Weihnachtsbasaren der skandinavischen Schifferkirchen am Hafen. War viel los, aber auch sehr nett. Glaubt man gar nicht, dass sich hinter den Fassaden derartige „Gotteshäuser“ befinden. Muss das mal meiner Mutter zeigen, sieht nämlich ein bisschen so aus wie die kleinen Kirchen oben bei ihr auf dem Dorf.

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Manchmal geht man durch eine Tür und landet in einer anderen Welt. Haben am Ende bei den Finnen Tischfackeln und kleine Zwerge als Weihnachtsbaumschmuck gekauft und sind dann noch runter in den Keller, weil es da finnische Lebensmittel gab, und standen plötzlich in so einem Guerilla-Supermarkt, der überhaupt nicht weihnachtlich war, sondern eher wie ein geheimer Schwarzmarkt, egal, hab mir der Vollständigkeit halber eine Dose finnisches Bier gekauft – aber noch cooler ist eigentlich der Bon …

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Fühlte sich gut an, so ein bisschen regional unterwegs zu sein und die kleinen Dinge am Laufen zu halten. Es ging Freitagabend schon los, als wir eher zufällig in einer Country-Kneipe an der B75 landeten und prompt Zeugen eines legendären Konzerts der wunderbaren Jutta Weinhold (Wer kennt sie nicht?) wurden. Nein, im Ernst, war klasse – und meine Freundin genauso in Trance wie der Star. Musste allerdings auch ein paar Mal etwas wehmütig an meine alten Tage unterwegs mit dem – inzwischen verstorbenen – Rock`n´Roll-Poeten Roger Trash denken.

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Das Leben ist schön, aber auch launisch und unberechenbar und so facettenreich, dass man jede Gelegenheit beim Schopf packen muss, wenn es sich mal für eine Sekunde richtig gut anfühlt. Werde manchmal ganz bekloppt wegen dieses Reichtums, ehrlich, man muss sich doch nur hinstellen und den Daumen rausstrecken, also klar, ein bisschen bewegen muss man sich schon. Und wenn man sich anstrengt, ganz doll, wenn man sich richtig weit hinauslehnt und reckt und streckt, dann erwischt man sogar den Weihnachtsmann an der Schnapstheke.

Halleluja
Halleluja

Ansonsten? Gibt´s hier ein Weihnachtsgeschenk für alle: http://www.minimaltrashart.de/kunststoff/gerrit-joens-anders

Die fetten Lehrjahre

sind endgültig vorbei. Hab in der U-Bahn heute ein Plakat gesehen, auf dem amazon für eine Studenten-Mitgliedschaft wirbt. Das ist nichts Besonderes. Besonders ist die Zeitspanne, für die amazon diese Mitgliedschaft gewährt – nämlich bis zum Ende des Studiums, maximal aber für 4 Jahre.

Zeitdruck

Ich meine, ich hab mit allem drum und dran auch meine 11 Semester gebraucht, und ich war nicht langsam. Dieser Bachelor-Quatsch hat einen Zeitdruck ins Leben der jungen Menschen gebracht, der nicht gesund sein kann. Dazu kein Zivildienst mehr, wann und wo soll man sich da orientieren? Wo soll man reifen? Wo soll man das Leben kennen lernen oder Freunde? Das Ergebnis ist, dass junge Menschen mit 17 Abi machen, danach sofort studieren und mit Anfang Zwanzig in den Aufsichtsräten von Banken, Firmen und Rechtsanwaltskanzleien sitzen. Wie sollen diese unausgereiften Menschen menschliche Entscheidungen treffen? Dabei brauchen wir gerade das mehr denn je, Menschen mit Weitsicht, pragmatischem Gespür und Visionen, denen Empathie mehr bedeutet als Effektivität, sonst gibt es nämlich bald nur noch amazon-Unis und amazon-Bürger und bestenfalls noch ein paar amazon-Amazonen …

Das Leben …

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… ist eine Achterbahn. So viel ist mir am Wochenende wieder mal bewusst geworden. Nicht, weil wir am Freitag auf dem DOM mit der „wilden Maus“ gefahren sind, nein, das eigentliche „Schleudertrauma“ erwischte uns am Samstagmorgen im Baumarkt. Erst machten wir noch unsere Späße mit der Weihnachtsdekoration (s. u.). An der Kasse fragte mich meine Freundin dann, ob ich die Kundenkarte jetzt beantragt hätte, weil wir ja so oft hier einkaufen würden. Daraufhin entgegnete die Kassiererin zaghaft, das würde sich nicht mehr lohnen, und brach plötzlich in Tränen aus – und da kapierten wir es, dass Max Bahr im Zuge der Praktiker-Pleite ja auch pleite ist, total absurd, weil zumindest unsere Filiale immer voll ist, doch das ist eben das Problem mit diesen ganzen Fusionen und der Globalisierung, und als die Kassiererin dann noch schluchzte, sie hätte gerade dasselbe schon mit Schlecker durchgemacht, da war meine Laune echt im Keller. Immer auf die Kleinen, daran wird sich niemals etwas ändern. Es ist zum Kotzen.

Elchtest
Elchtest

Plötzlich ist der Sams da

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Dienstag Abend mit meinem Sohn die Angelprüfung gemacht, und was soll ich sagen? Beide Andersens volle Punktzahl. Der Junior erhielt von Uwe, dem Lehrer, sogar ein Extralob. Bin fast geplatzt vor Stolz. Er auch, auf eine gute Art. Auf dem Rückweg hat er ganz ausgelassen rumgealbert, n-joy aufgedreht, und da hab ich erst geschnallt, wie wichtig ihm der Schein bzw. diese ganze Aktion mit mir war, und dass das absolut richtig war, das als Vater-Sohn-Aktion zu machen. So viele Gelegenheiten hat man ja auch nicht als Teilzeit-Vater, Lebens-Zeichen zu setzen …

Gestern morgen habe ich dann allerdings gemerkt, wie sehr mich das auch geschafft und belastet hat, vor allem im Strudel mit all den anderen, kleinen Dingen des Alltags. Denn weil das für meinen Jungen so wichtig war, war es für mich – bewusst oder unbewusst – offenbar auch total wichtig, jedenfalls bin ich gestern regelrecht in ein Loch gefallen. Als hätte ich einen Berg abgetragen. Hab mir dann spontan freigenommen und, obwohl es Mittwoch war, so Samstagsdinge getan. Bin zur Müllkippe gefahren, nach Ahrensburg ins Kaufhaus, T-Shirts umtauschen, danach noch auf den Markt und abends sogar noch in die Waschanlage.

Sauber, Mann
Sauber, Mann

Wie gesagt, gefühlter Samstag. Statt Sportschau gab es aber den neuen Woody Allen. Cool. In einer Szene passt Cate Blanchett auf die Kinder ihrer Schwester auf und beginnt so einen Psycho-Monolog. Dabei trinkt sie einen Wodka oder Martini, und da ist mir aufgefallen, wie großartig das synchronisiert ist. Ich würde gerne mal sehen, wie eine gute Synchron-Sprecherin diese Trink-Sprech-Psycho-Szene in der Kabine „synchron“ mit(er)lebt. Gibt es dafür eigentlich auch Oscars?

Ansonsten? Ist selektive Wahrnehmung manchmal echt lustig …

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Kartenleser

Fisch à la carte
Fisch à la carte

Altbekanntes Bild mit neuen Farbtupfern. Sitzen heute wieder im Schnitt und stricken einen 4-Stünder. Jede Karte eine Geschichte. Nebenbei muss ich mich noch ein bisschen auf die Angelschein-Prüfung morgen Abend vorbereiten. Wittling, Pollack, Güster, Stint, Finte … ja, gar nicht so einfach. Hab gestern schon eine Wette gegen meinen Sohn verloren, weil ich meinte, eine Schleie hätte keine Barteln. Hätte ich auch nicht gedacht, dass ich mal wegen so etwas wetten würde.

Gestern Abend nach dem Schimanski dann noch ein aufgeregtes Handy mit einer Nachricht von Gunter Gabriel – ganz im Stile des „Hafencowboys“. Bin gespannt, was es da Neues gibt.

Kurze Nachricht
Kurze Nachricht

Ansonsten? Noch eine Lesung in Frankfurt festgemacht. Termin gibt es schon (07. Januar), Ort noch nicht. Aber bald.

Glücks-Stadt 2

Oh, Boy
Oh, Boy

Hab mir gestern einen Tag frei genommen und bin mit meiner Freundin nach Ahrensburg gefahren, um einen Bademantel für sie zu kaufen. In Ahrensburg hat sich zwar auch schon viel verändert, aber trotzdem ist es auch noch so ein bisschen wie früher. U. a. gibt es da nämlich auch noch so ein kleines Kaufhaus, wo man alles bekommt, Nessler heißt das, so wie Möller in Rahlstedt, nur dass es DAS eben nicht mehr gibt. Jedenfalls haben wir einen ganz schönen Bademantel gefunden und Torwarthandschuhe und einen neuen Wasserkocher (obwohl der „alte“ noch gar nicht so alt war, und wir total genervt sind, dass der kaputt gegangen ist – und wie immer war die Garantie gerade abgelaufen), aber das Tollste war ein old-school Delikatessengeschäft eine Straße weiter, in dem sich alle meine Themen der letzten Woche in einem Schriftzug vereinten (s. o.) …

Das Leben ist ein bunter Teller
Das Leben ist ein bunter Teller

Hab eine kleine Gänseleberwurst für fünf Euro gekauft, um nicht mit leeren Händen dazustehen. Die war aber auch echt lecker.

Glücks-Stadt

PanAroma
PanAroma

Nach manischen Nächten vor dem Schnittlaptop gestern dann das Happy End – erste Materialschau Brasilien und alle (meine Chefs, der verantwortliche Redakteur von ZDFneo, der Moderator Manuel Möglich) waren ganz angetan. Super. War aber auch wirklich manisch. Hab sogar Mittwoch vor dem Training noch ein bisschen im Vereinsheim gearbeitet, musste mir natürlich einige Sprüche anhören.

Manchmal bin ich eben selbst nur ein kleiner Bazillus in einer immer kranker werdenden, hoch technisierten, widernatürlichen Welt. Am Wochenende, als ich in Glückstadt auf meine Schwester wartete, stand ich beim Bäcker sekundenlang vor der gläsernen Eingangstür, weil ich unbewusst erwartete, dass sie von alleine bzw. automatisch aufgeht. Total behämmert. Umso mehr, als dass Glückstadt selbst – auf den ersten Blick – wahrhaftig wie ein Ort aus einer anderen Zeit stammt.

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Schöner Bahnhof, kleiner Marktplatz, guter Bäckerkaffee, differenzierter Einzelhandel, klar, da ist auch kein Platz für einen Saturn oder einen Praktiker. DEN fanden wir dann in Rendsburg, als wir Öl für den Benz kaufen wollten – und was ich da gesehen hab, schlug dann doch dem morschen Fass endgültig den Boden aus.

Was bleibt, wenn alles raus muss?
Was bleibt, wenn alles raus muss?

Ich meine, wer kann sich da hinstellen und steif und fest behaupten, dass alles gut wird? Anders gefragt: Wenn wir etwas ändern wollen, muss dann nicht wirklich ALLES raus?