Wer schreibt, der bleibt … eben nicht

airberlin

Jetzt wird es ganz bekloppt. Airberlin verteilt neuerdings auf Flügen Voucher, mit denen man sich einen Preisvorteil sichern kann, wenn man sich – und jetzt einmal auf der Zunge zergehen lassen – bei allkauf das „airberlin-Haus“ bestellt. Abgesehen davon, dass es absurder nicht geht – hab ich das richtig verstanden? Weil man für ein paar hundert Euro nach München fliegt, kann man 18.500 Euro beim Hauskauf sparen? Aber am besten ist der Claim: Freiheit statt Miete. Da steckt nun wirklich ALLES drin.

Das Verrückteste: Auf eine perfide Art macht das sogar Sinn. Die Hausbaufirmen werden sich zukünftig noch viel mehr einfallen lassen müssen, weil zumindest mein Berufsstand (im weitesten Sinne) langsam aber sicher vor die Hunde geht. Im Kress-Report ist jetzt deutlich zu lesen, wovor ich seit langem warne.

http://kress.de/mail/alle/detail/beitrag/128456-keine-ausschliesslich-schreibenden-redakteure-mehr-gruner-jahr-entlaesst-elf-brigitte-mitarbeiter.html

Demnach entlässt Gruner & Jahr Mitarbeiter und will zukünftig ganz auf fest angestellte, ausschließlich schreibende Redakteure verzichten. Ein Redaktionshaus ohne Redaktion: der neue Trend. Weil es rentabler ist, bei Bedarf auf freie Autoren zurückzugreifen. Die Chefs dürfen bleiben und heißen jetzt „Kompetenzteams“ … Man kann nur beten, dass dieser Trend den ganzen „Kompetenzteams“ dieser Welt bald um die Ohren fliegt. Oder umschulen! Meine Meinung!

 

i-ei

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Lese gerade so viel über die technisierte, moderne Arbeitswelt, dass wir ab jetzt versuchen, ab und an und da, wo es geht, bewusst gegen zu steuern. Deswegen Donnerstag Musik, selbst gemacht, gestern Hühnerfrikassee, selbst gemacht und heute zum Wochenanfang ein paar Gedanken, auch selbst gemacht.

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Am Samstag war auf 3Sat Sascha Lobo bei Richard David Precht zu Gast, natürlich genau zu meinem Thema, den modernen Arbeitswelten. Klar, schwierig, das Thema mal eben im 4-Augen-Gespräch auseinander zu legen, doch kann man zumindest feststellen, dass Precht die gleichen Punkte anmahnte, wie ich das immer tue. Dass da nämlich diese neue besorgte junge Freelancer-Generation heranwächst, die immer zögern wird, die klassischen Schritte zu gehen (Eigentum, Kinder etc.). Abgesehen davon, dass die Banken Selbständigen nicht so einfach bei einer Finanzierung helfen. Weil Banken nicht cool sind und Stresstests nicht bestehen. Ja, es läuft einiges unrund im Staate Dänemark. Aber die Politik wird erst dann reagieren, wenn irgendeine Ministertochter in der Werbung oder bei einer Internet-Agentur anfängt und sich irgendwann wundert, dass sie auch nach Jahren guter Zusammenarbeit nicht fest angestellt wird.

Immerhin, die Medienbranche schafft es mitunter dennoch, unter diesen Umständen gute Sachen zu machen. Lese mit großer Begeisterung die neue 11Freunde-Ausgabe, die – so die Idee – maßgeblich von aktiven Fußballern konzipiert worden ist. Clever, spannend und logistisch anspruchsvoll. Thomas Hitzlsperger hat da wohl die Fäden gesponnen. Ist mir schon bei einer der letzten Ausgaben aufgefallen, dass der da jetzt im Team ist. Beneidenswert. Kleines Fußballervermögen im Rücken und Traumjob auf dem Schlappen.

Du, Champs – Ich, G.

Ich, G.nervt! G.stern beim Training g.wesen und wieder verletzt. Der Oberschenkel. Schon wieder. Immer noch. Wie Hummels und Kagawa, bin also in bester G.sellschaft. So wie heute Abend:

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Parallel laufen wir selbst zum 3. Mal auf ZDFneo. Mit Manuel Möglich. Heute der Blick auf „Deutschland von außen“ aus Namibia. Bekam vorgestern eine Mail von unserem G.rafiker, der nachträglich festgestellt hat, dass sich das Titel-Logo bildlich ein wenig mit dem zdf_neo-Logo überschneidet. Ich fand das eher schick. G.nauso wie das Bild mit seiner kleinen, rosa Anmerkung (draufklicken):

"Over cutting Title" (Titelüberschneidung)
„Over cutting Title“
(Titelüberschneidung)

Hab gleich ein Kunstwerk drausgemacht. Readymade.

 

 

(H)erzengel

So, wie es aussieht, stehe ich morgen Abend bei meinem alten Bekannten Gunter Gabriel auf der Gästeliste. Der spielt gerade das Musical über sein Leben im Altonaer Theater. Wird bestimmt toll. Und aufregend. Hatte gar nicht mitbekommen, dass er vor ein paar Tagen einen Schlaganfall hatte … Und warum? Weil er seine Medikamente nicht nimmt. Das war damals schon ein Thema, als wir den „Hafencowboy“ für den NDR gedreht haben. Ehrlich, ich hab aber auch noch nie so eine Menge Tabletten für einen einzelnen Menschen gesehen. Aber Gunter ist eine Bereicherung, mit allen Ecken und Kanten (ich glaube, er hat immer noch eine Roger Trash-CD von mir), ein Typ eben – und eine SMS-Unterhaltung mit ihm die reinste Freude (draufklicken). Konnte mir allerdings ein paar mahnende Worte nicht verkneifen. Das kriege ich morgen bestimmt zurück. Ich freu mich drauf.

(H)erzengel

only tagst

Heute kein Bild. Nichts kann schöner sein als das von gestern. Grünes Händchen, oder was?

Die Festplatte mit der SPON-Reportage ist noch nicht ganz abgekühlt, da hab ich schon wieder ein neues Projekt in der Mache: Moderne Arbeitswelten. Angeblich soll ich es machen, weil VOX es so haben will wie meine Wohnen-Doku, d. h. menschliche Porträts, spannende Reportagen und trotzdem große Fragen, von Experten kommentiert. Hmmm, …

Zwar sind diese Super-Dokus sehr zeitaufwendig und ermüdend, doch ich finde das Thema ganz spannend. Weil ich glaube, dass da ganz viel schief läuft, gerade in der Medienbranche. Dass da eine Generation von Freelancern herangezogen wird, die weder Kinder haben werden noch Häuser bauen. Hundertausende, junge Menschen, die ängstlich von Monat zu Monat wirtschaften werden. Eine gesamtgesellschaftliche Katastrophe. Ich weiß, dass es diese neue Generation Y gibt, die angeblich mehr Wert auf Work-Life-Balance legt und weniger auf Karriere. Mag alles sein. Der andere Teile verbrennt in Schulen, Start-ups und großen Unternehmen.

Ok. Stelle fest, dass ich mich auf den Film freue. Stelle auch fest, dass der Duden schon „Start-up“ und „Freelancer“ kennt. Aber nicht „Work-Life-Balance“. Haha. Passend dazu ist mir heute eine schöne Zeile eingefallen:  Meine Autokorrektur weiß schon vor mir, was ich schreiben will. Vermisse meine Jungs. Arbeite zu viel. Nochmal: Haha! Zum Schreien. Und noch ein „Schlag-Wort“: Zylinderkopfdichtung. Damit muss sich doch was machen lassen.

Timewarp

Schneide gerade zuhause den Spiegel Online-Film vor und bin sehr zufrieden. Ist – wie immer – mehr als gedacht, bin entsprechend noch am Sortieren. Aber sind schon ein paar schöne Sachen dabei. Hab mal versucht, eine Aufzugfahrt in den 13. Stock anzuspeeden, musste aber feststellen, dass unser Schnittlaptop für derartige Timewarp-Experimente nicht ausgestattet ist:

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Apropos: Haben es immerhin geschafft, am Wochenende mit den Kindern ein bisschen Ferienprogramm im Hansa-Park zu machen.

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War superschön. So schön, dass meine Freundin und ich ein Erinnerungsfoto schießen mussten. Leider war das Fotostudio in Wirklichkeit eine Zeitmaschine.

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Im Ernst, plötzlich hab ich ein Gefühl dafür bekommen, wie aufwendig es früher gewesen sein muss, ein Familienfoto zu machen. Das hat man vielleicht einmal im Jahr gemacht, oder sogar nur einmal im Leben. Und es war irre teuer. Und der Fotograf hatte nur einen Versuch. Da musste alles stimmen. Jedes Kind sah aus wie aus dem Ei gepellt. Und wenn eines mit dem Kopf wackelte, war es sofort unscharf. Obwohl ich mich immer über unsere Fotobücher aus Schweden mit den vielen Schnappschüssen freue, vermisse ich manchmal diese alten Zeiten. Jedes Foto eine Inszenierung.

Ansonsten? Stellt sich beim Online-Film jetzt auch die Frage: Ist es schon eine Inszenierung, wenn man jemanden bittet, einen Gang noch mal zu machen oder auf einen Bildschirm zu zeigen? Da fällt mir noch was ein: War vor kurzem (eher zufällig) mit meinem Großen beim Lady Gaga-Konzert. Und die meinte offenbar, das Publikum ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass sie live singe und die Musiker „echte“ Musiker seien – das hab ich so das erste Mal erlebt.

Report(er)age

Heute den ersten Tag bei Online gedreht. War ganz ergiebig. Ich glaube, viel mehr hätte man heute nicht machen können.

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Und sehr reportagig. Waren „live“ dabei, wie sich die Maschinerie bewegte, als der Literatur-Nobelpreisträger verkündet wurde. Wie da vier, fünf gestandene Redakteure an der Schaltzentrale, dem sogenannten „Balken“, auf die Eilmeldung warteten, dann die Infos zum Preisträger zusammensuchten (den niemand so recht kannte), um schließlich als Erstes mit der Meldung in die Welt zu gehen. Das ist ein regelrechter sportlicher Wettkampf mit der Konkurrenz, da geht´s um Sekunden, Wahnsinn.

Muss auch sagen, dass die Kollegen erstaunlich offen waren. Das hilft auf jeden Fall, soll ja kein aalglatter PR-Film werden, sondern wirklich ein Blick hinter die Kulissen. Was nicht heißt, dass viel Kritik geübt wurde, im Gegenteil. Das Klima scheint im 13. Stock so gut zu sein, dass man sich nur wundern kann.

Wobei, draußen war das Klima heute Abend auch gut:

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