Ganz oben

G on Line
G on Line

Hab mich heute den ganzen Tag bei den Onlinern aufgehalten, um einen Einblick zu bekommen und die Abläufe kennen zu lernen. Das war sehr interessant und auch nett. Waren alle ganz aufgeschlossen. Spiegel Online ist für junge, digital-affine Journalisten, glaube ich, wirklich das Ziel aller Träume. Und ich muss sagen, heute traf es mich auch wie ein Schlag. Wenn man hier oben im 13. Stock angekommen ist, geht es von da an sprichwörtlich nur abwärts (Haha)

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Land Home

skyeil
immer wieder skyeil

Puh, auf der Rückreise von einer kleinen Grippe-Attacke erwischt worden und darüber ganz vergessen, von meinem schönsten Ferienerlebnis zu schreiben. Sind auf dem Weg zur High Line nämlich an einem Music Store vorbeigekommen. Und da fiel mir auf, dass mich meine Freundin noch nie hat trommeln sehen. Das war natürlich die Gelegenheit. Ist zwar nur ein E-Drumset, aber ich muss sagen, da hat sich in den letzten 10 Jahren echt verdammt viel getan. Hat so viel Spaß gemacht, hätte das Ding fast eingepackt:

Little Drama Boy
Little Drama Boy

Der Rückflug war wegen der Grippe verständlicherweise nicht so toll. Beim Anflug auf Hamburg dachte ich, mir platzt der Schädel. War heilfroh, als ich krank im eigenen Bett lag. Hatte mir tags zuvor zum Glück in der St. Paul´s Chapel zwei Broschüren gekauft, die mir echt durch die Krise geholfen haben. Vor allem die obere (Haha)

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Gestern jedenfalls nochmal lange geschlafen, nachmittags schon wieder einen Pressetermin wahrgenommen, heute wieder im Büro, gleich Training. No risk, no fun. Morgen bin ich bei den Kollegen von Spiegel Online zu Gast. Soll – nein, darf – einen Film zu deren 20-jähriger Geburtstagsfeier beisteuern. Find ick jut.

Was bleibt? Auf jeden Fall New York – in guter Erinnerung …

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1-800-anders

1-800

Ich liebe diese Buchstaben-Telefonnummern. Die Amerikaner sind Meister der direkten Kommunikation. Die Nummer hier oben soll man wählen, wenn man verhaftet wurde. Irgendwo hing auch ein Plakat für junge Mädchen, die plötzlich schwanger sind – die sollen einfach eine SMS mit dem Text „Baby“ schicken – Wahnsinn.

Jetzt geht es gleich leider schon wieder:

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Fühlen uns ähnlich zerrissen wie die Dame auf dem Plakat. Freuen uns auf Kinder und Kater, aber ein paar Tage mehr wären auch cool gewesen. Waren gestern Abend zum Abschluss noch mal richtig fancy Steak essen – bei Frankie & Johnnie´s, einem traditionellen Steakhouse direkt gegenüber vom Hotel.

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War superlecker, hat allerdings auch fast das Budget gesprengt. Doch es musste sein. Schließlich sind wir erwachsene Menschen, die sich nicht eine Woche lang von Tacos ernähren können. Yolo, oder was?! Interessant war die Sache mit dem Trinkgeld. Der Tip ist hier ja eine fixe Größe im Gehaltssystem der Servicekräfte. Man gibt IMMER mindestens 15 Prozent. Um auf Nummer Sicher zu gehen, schreiben Restaurants das deshalb auch schon auf die Rechnung: 15, 20 oder 25 Prozent, bereits als Betrag umgerechnet, man muss dann nur ankreuzen. Gestern war es nochmal anders, da hatte der Ober nämlich einfach schon mal für uns 15 Prozent eingetragen, und ich dachte, ach, das ist ja nett, der will uns schonen. Oder – hab ich dann aus Spaß zu meiner Freundin gesagt – er hat schlechte Erfahrung mit geizigen Deutschen gemacht, die bei einer 98$ Dollar-Rechnung 100$ geben und dann großmütig sagen: Stimmt so. Sie hat das später im Hotel recherchiert, und richtig – irgendwo stand genau das: Wenn Kellner in New York hören, dass an einem Tisch Deutsch gesprochen wird, tragen sie das Trinkgeld sicherheitshalber selber ein.

Das ist auch: „Deutschland von außen …“

Brooklyn

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Die besten Dinge, die man in New York machen kann, kosten nichts: Seilbahn, Staten Islands-Ferry und – zu Fuß über die Brooklyn-Bridge, die Brücke der Verliebten. Hatte leider kein Schloss mit unseren Namen dabei, um es an eines der Drahtseile zu ketten. Hätte mich dranketten können …

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Ansonsten lernen wir die Stadt immer besser kennen. Wenn man genauer hinschaut, bemerkt man schon, dass die Stadt bei all ihrer Faszination in vielen Bereichen in einem relativ schlechten Zustand ist. Häuser, Autos, Straßen, Menschen. Wenn man das so sieht, fragt man sich schon, ob die Knarre des Sheriffs auch ein bisschen Öl braucht. Also, die Begriffe „High-Tech“ und Fortschritt sind weit weg, wenn man sich hier bewegt. Alles braucht Pflege. Farbe. Eine Inspektion. Andererseits ist das in Paris, London und Berlin auch so. Und trotzdem – wir sind gestern durch ein paar Vororte gefahren, und wenn man da die Küchen-, Auto- und Möbelhäuser sieht, die alle eine gesunde Konjunktur benötigen, hat man noch mehr als in Deutschland das Gefühl, dass dieses System fragil ist. Und verwundbar. Im Prinzip blickt man auf eine große Wunde, die immer noch ein bisschen entzündet ist, keine Ahnung. Aber natürlich ein Riesenerlebnis, diesen „amerikanischen Traum“, der zwischen den Fugen schlummert, zu spüren.

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Denn der ist ja immer noch da. Und es ist immer noch möglich, mit der richtigen Idee und dem richtigen Engagement eine Leuchtrakete auf die Rampe zu stellen, wie unsere Freundin Ayana mit ihrem Blackforest beweist. Super-Essen, Super-Sache, Go, Ayana!

This is America

Sesamstraße mit Halle Berry, Freiheitsstatue (zwischen den Fingern, draufklicken!, ehrlich, wir waren da) und Wallstreet und, ja, ich hab zwischen Tür und Angel irgendwie an Henry Miller gedacht und mir einen Hut gekauft.

 

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Außerdem haben wir uns das 9/11-Memorial angesehen. Wenn man da unten steht, fragt man sich schon, wie die da so genau reinfliegen konnten. Alles drumherum scheint völlig unangetastet und in der Mitte zwei Riesenlöcher. Schrecklich.

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Gestern Abend die Bowie-Ausstellungs-Doku gesehen. War ganz inspirierend, zumindest die Szenen, in denen es wirklich um Bowie ging. Werde zuhause auf jeden Fall weiter an meinen Songtexten arbeiten. Was mir neu war: Bowie hatte irgendwann William Burroughs kennen gelernt und schon früh dessen Cut-Up-Technik ausprobiert, also das willkürliche Neu-Zusammensetzen von Textteilen. Er arbeitete sogar mit einer eigenen Software, die das perfektionierte … Hmmmm. Bowie malte auch ständig Skizzen von seinen Bühnenbildern und Screenplays und Outfits – ich hab früher oft Drumsets in meine Moleskines gepinselt, als ich noch jung und unreif war:

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Waren vorher in Little Italy essen. Das war sehr stimmungsvoll. Hier unten in der Straße unseres Hotels gibt es ein deutsches Restaurant, das gerade voll auf Oktoberfest macht. Da waren wir nicht – da gibt es nämlich Schinkin und Nackt-Schnitzel … wobei, vielleicht ist das gar nicht so schlecht?!

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Geilbahn

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Die Seilbahn ist der Knaller!

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Central Park auch, war ein „must“. Waren dort auch da bei den Strawberry Fields. Gegenüber ist das Haus, vor dem John Lennon erschossen wurde. Yoko Ono hat daraufhin für dieses kleine Areal im Park die Patenschaft übernommen, eigentlich eine Quiet Zone, aber gestern waren da nur komische Leute. Ganz ohne Pop geht es dann aber doch nicht. Sind zuvor auf dem Weg dahin nämlich an einem Kino vorbeigekommen, dem Paris, da läuft heute Abend eine Bowie-Doku, die gucken wir. Haben damals auf Island ja auch die Sigur Ros-Doku geguckt, ist so ein Reise-Ding geworden.

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Heute tagt in New York die UN. Deswegen war am Sonntag ja auch der Klima-Marsch. Wir vermuten, dass ein paar Abgeordneten-Frauen in unserem Hotel abgestiegen sind und gestern Abend in der Bar auf dem Dach waren, wissen es aber nicht hundertprozentig. Wäre aber generell eine gute Geschichte, eine Doku über die „bessere Hälfte der Weltpolitik“ …

 

NY I

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„Ich war achttausend Meilen auf dem amerikanischen Kontinent herumgefahren, und jetzt war ich wieder auf dem Time Square, und sogar mitten in der Rush-hour, um mit meinen unschuldigen Tramper-Augen den völligen Wahnsinn und das phantastische Chaos von New York zu sehen …“

(Jack Kerouac, „Unterwegs“)

Was soll ich sagen – es ist wirklich Wahnsinn. Ich glaube, westlicher geht es nicht, ehrlich, der absolute Overkill, als würde man ein großes Glas Sirup trinken. Und trotzdem aktuell und politisch. Denn plötzlich sperrte die Polizei den Broadway ab. Hier war nämlich heute die große Climate-Demo. Wir sind auch mitgegangen, zumindest im Geiste. Faktisch waren wir zu müde. Die Zeitumstellung, die ersten Eindrücke. Selektive Wahrnehmung kann da mal schön vergessen. Wir müssen da unbedingt noch mal nachts hin … Wahnsinn!

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Wir haben ein Super-Hotel in Midtown. Hier ist alles in erreichbarer Nähe, was leider dazu führt, dass man sofort Angst bekommt, nicht alles zu sehen. Wir haben kurz die Flatter gekriegt, uns dann aber besonnen und gesagt, nein, wir bleiben cool. Jeder darf jetzt ein, zwei „musts“ festlegen, den Rest lassen wir uns treiben. Eben lief z.B. eine Bierwerbung, die in NY spielt. Am Ende steigt ein Paar in eine Seilbahn. Ich: Gibt es hier eine Seilbahn? Meine Freundin: Ich recherchiere das mal … jetzt fahren wir morgen mit der Seilbahn. So läuft das.

Am ersten Abend, gleich nach der Ankunft, haben wir unsere EX-Kollegin Ayana besucht, die jetzt in Brooklyn lebt und dort mit ihrem netten Mann ein Restaurant eröffnet hat: Blackforrest. Gestern stieg da eine coole Oktoberfest-Party. Das war sehr nett. Musste natürlich sofort an Manuel Möglich denken. New York hätten wir mit „Deutschland von außen“ auch noch gut machen können.

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Überhaupt alles sehr inspirierend. Wie Paris oder Berlin, als man noch gar nix kannte. Doch das hier ist noch mal ein bisschen anders. Waren heute in Williamsburg. Verstehe langsam dieses Hipster-Ding. Also, wie so ein Style entsteht, dann fortgetragen wird über tausend Ecken, bis er dann abgekühlt bei uns ankommt. Uns ist auch schon der nächste Trend aufgefallen: Hier gucken nämlich erstaunlich wenig Leute in der U-Bahn auf ihr Handy. Wäre toll, wenn das auch zu uns rüberschwappen würde. In Moskau fand heute übrigens eine Anti-Kriegs-Demo statt. Das finde ich momentan NOCH besser als eine Klima-Demo.

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Das KGB-Gefängnis ist heute ein Museum. Hoffentlich bleibt es das auch ...
Das KGB-Gefängnis ist heute ein Museum. Hoffentlich bleibt es das auch …

Hab heute Morgen die „Deutschland von außen“-Sendebänder Rumänien und Lettland ausgespielt. Zwei schöne Folgen sind das geworden. Und hochaktuell. Fast alle Gesprächspartner in Lettland haben, als wir da waren, über ihre (neue) Angst vor Putin geredet. Damals auf Dreh schien das noch sehr weit weg. Heute Morgen schickte mir unser Moderator Manuel dann diesen Link zu Spiegel Online:

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Russland war ja schon mal Besatzungsmacht in Lettland. Bis 1990. Ist also noch nicht so lange her. Wir haben auch im ehemaligen KGB-Gefängnis gedreht, das war echt gruselig. Ich hoffe nicht, dass es demnächst wiedereröffnet wird …

Geschafft …

… fast zumindest. Manuel Möglich war heute da, um die Folgen 3 und 4 zu sprechen. Morgen ist Sendebandbau, und dann gehen wir mit unserer kleinen Reise-Reportagereihe ab dem 09. Oktober wöchentlich auf Sendung, immer Donnerstags, 23:10h in ZDFneo.

In vier Ländern haben wir Einheimische mit deutschen Wurzeln besucht: Brasilien, Namibia, Rumänien und Lettland. Ein bisschen wehmütig bin ich jetzt schon. 1. war es ein nettes Team, 2. hab ich was von der Welt gesehen, 3. wirklich was gelernt und 4. hätte es schon noch ein paar andere Länder gegeben, wo man das Thema auch gut hätte erzählen können.

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Bin mir zwar nicht sicher, ob das hier das offizielle Pressefoto wird, und die Typo stimmt sicher auch nicht – schön ist es aber trotzdem. Hat unser Kamermann Jasper Engel gemacht. Es zeigt unseren Moderator mit der deutschrumänischen, ehemaligen Miss Germany Doris Schmidts sowie deren Großvater, der immer noch in Brasov lebt. Alles in der Rumänienfolge zu sehen. Also, einschalten!