So, wie es aussieht, stehe ich morgen Abend bei meinem alten Bekannten Gunter Gabriel auf der Gästeliste. Der spielt gerade das Musical über sein Leben im Altonaer Theater. Wird bestimmt toll. Und aufregend. Hatte gar nicht mitbekommen, dass er vor ein paar Tagen einen Schlaganfall hatte … Und warum? Weil er seine Medikamente nicht nimmt. Das war damals schon ein Thema, als wir den „Hafencowboy“ für den NDR gedreht haben. Ehrlich, ich hab aber auch noch nie so eine Menge Tabletten für einen einzelnen Menschen gesehen. Aber Gunter ist eine Bereicherung, mit allen Ecken und Kanten (ich glaube, er hat immer noch eine Roger Trash-CD von mir), ein Typ eben – und eine SMS-Unterhaltung mit ihm die reinste Freude (draufklicken). Konnte mir allerdings ein paar mahnende Worte nicht verkneifen. Das kriege ich morgen bestimmt zurück. Ich freu mich drauf.
only tagst
Heute kein Bild. Nichts kann schöner sein als das von gestern. Grünes Händchen, oder was?
Die Festplatte mit der SPON-Reportage ist noch nicht ganz abgekühlt, da hab ich schon wieder ein neues Projekt in der Mache: Moderne Arbeitswelten. Angeblich soll ich es machen, weil VOX es so haben will wie meine Wohnen-Doku, d. h. menschliche Porträts, spannende Reportagen und trotzdem große Fragen, von Experten kommentiert. Hmmm, …
Zwar sind diese Super-Dokus sehr zeitaufwendig und ermüdend, doch ich finde das Thema ganz spannend. Weil ich glaube, dass da ganz viel schief läuft, gerade in der Medienbranche. Dass da eine Generation von Freelancern herangezogen wird, die weder Kinder haben werden noch Häuser bauen. Hundertausende, junge Menschen, die ängstlich von Monat zu Monat wirtschaften werden. Eine gesamtgesellschaftliche Katastrophe. Ich weiß, dass es diese neue Generation Y gibt, die angeblich mehr Wert auf Work-Life-Balance legt und weniger auf Karriere. Mag alles sein. Der andere Teile verbrennt in Schulen, Start-ups und großen Unternehmen.
Ok. Stelle fest, dass ich mich auf den Film freue. Stelle auch fest, dass der Duden schon „Start-up“ und „Freelancer“ kennt. Aber nicht „Work-Life-Balance“. Haha. Passend dazu ist mir heute eine schöne Zeile eingefallen: Meine Autokorrektur weiß schon vor mir, was ich schreiben will. Vermisse meine Jungs. Arbeite zu viel. Nochmal: Haha! Zum Schreien. Und noch ein „Schlag-Wort“: Zylinderkopfdichtung. Damit muss sich doch was machen lassen.
Poe Sie
Was soll ich sagen?
Manchmal …
Timewarp
Schneide gerade zuhause den Spiegel Online-Film vor und bin sehr zufrieden. Ist – wie immer – mehr als gedacht, bin entsprechend noch am Sortieren. Aber sind schon ein paar schöne Sachen dabei. Hab mal versucht, eine Aufzugfahrt in den 13. Stock anzuspeeden, musste aber feststellen, dass unser Schnittlaptop für derartige Timewarp-Experimente nicht ausgestattet ist:
Apropos: Haben es immerhin geschafft, am Wochenende mit den Kindern ein bisschen Ferienprogramm im Hansa-Park zu machen.
War superschön. So schön, dass meine Freundin und ich ein Erinnerungsfoto schießen mussten. Leider war das Fotostudio in Wirklichkeit eine Zeitmaschine.
Im Ernst, plötzlich hab ich ein Gefühl dafür bekommen, wie aufwendig es früher gewesen sein muss, ein Familienfoto zu machen. Das hat man vielleicht einmal im Jahr gemacht, oder sogar nur einmal im Leben. Und es war irre teuer. Und der Fotograf hatte nur einen Versuch. Da musste alles stimmen. Jedes Kind sah aus wie aus dem Ei gepellt. Und wenn eines mit dem Kopf wackelte, war es sofort unscharf. Obwohl ich mich immer über unsere Fotobücher aus Schweden mit den vielen Schnappschüssen freue, vermisse ich manchmal diese alten Zeiten. Jedes Foto eine Inszenierung.
Ansonsten? Stellt sich beim Online-Film jetzt auch die Frage: Ist es schon eine Inszenierung, wenn man jemanden bittet, einen Gang noch mal zu machen oder auf einen Bildschirm zu zeigen? Da fällt mir noch was ein: War vor kurzem (eher zufällig) mit meinem Großen beim Lady Gaga-Konzert. Und die meinte offenbar, das Publikum ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass sie live singe und die Musiker „echte“ Musiker seien – das hab ich so das erste Mal erlebt.
Report(er)age
Heute den ersten Tag bei Online gedreht. War ganz ergiebig. Ich glaube, viel mehr hätte man heute nicht machen können.
Und sehr reportagig. Waren „live“ dabei, wie sich die Maschinerie bewegte, als der Literatur-Nobelpreisträger verkündet wurde. Wie da vier, fünf gestandene Redakteure an der Schaltzentrale, dem sogenannten „Balken“, auf die Eilmeldung warteten, dann die Infos zum Preisträger zusammensuchten (den niemand so recht kannte), um schließlich als Erstes mit der Meldung in die Welt zu gehen. Das ist ein regelrechter sportlicher Wettkampf mit der Konkurrenz, da geht´s um Sekunden, Wahnsinn.
Muss auch sagen, dass die Kollegen erstaunlich offen waren. Das hilft auf jeden Fall, soll ja kein aalglatter PR-Film werden, sondern wirklich ein Blick hinter die Kulissen. Was nicht heißt, dass viel Kritik geübt wurde, im Gegenteil. Das Klima scheint im 13. Stock so gut zu sein, dass man sich nur wundern kann.
Wobei, draußen war das Klima heute Abend auch gut:
Der Lenz ist da,
wo ihn das alles nichts mehr angeht. Der ganze Betrieb. Die Kritik. Wo keine großen Worte mehr gefragt sind oder klare Antworten. Wo der Geist er selbst scheint. Im Gedächtnis. In Liebe. In Ewigkeit.

Morgengrauen. Auf dem Weg zur Arbeit noch beim Steuerberater vorbei. Nach Monaten mal wieder an diesem alten Tante Emma-Laden vorbei gekommen, in den ich immer mal rein wollte. Inzwischen hat er dichtgemacht. Merke: Wenn man etwas nicht sofort macht, ist es hinterher meistens zu spät.
Ansonsten? Ist morgen der erste Dreh bei Spiegel Online. Freue mich. Bin aber auch ein bisschen nervös. Wenn Journalisten Journalisten interviewen, kann es zu komischen Situationen kommen. Aber wird bestimmt nett. Bin ja auch nicht bescheuert.
Und: Morgen läuft die erste Folge von Manuel Möglich. Aufregend! Hier zur Seite des Senders:
http://www.zdf.de/zdfneo-deutschland-von-aussen/zdfneo-deutschland-von-aussen-34575486.html
Der Pate 2
Die Planungen für meinen Spiegel Online-Dreh laufen auf Hochtouren. Alle ziehen mit. Bin immer noch ein bisschen platt von der Erkältung. Geht aber allen anderen hier genauso. Klar, unsere Grippe hier ist nix gegen Ebola, aber man bekommt dennoch (oder gerade deswegen) eine Ahnung davon, welchen Schaden eine Epidemie anrichten kann.
Ansonsten? Zieht Enzensberger im neuen Spiegel Bilanz. Lese ich heute Abend.
Das Schönste zum Schluss: War am Sonntag in Berlin auf der Taufe meiner Patentochter (hier im Bild mit ihrem Vater). Das hat mich sehr berührt. Ich hab Milla ja zum ersten Mal „live“ erlebt und muss sagen, dass ich großes Glück habe. Sie ist ein sehr nettes, frohgelauntes Mädchen. Jedes neue Leben ist eine Verbesserung der Welt.
Der Pate I
Dieses Jahr strotzt wirklich nur so vor Highlights. Das ist einerseits toll, auf der anderen Seite wünsche ich mir manchmal für bestimmte Ereignisse ein wenig mehr Vorbereitungszeit. So steht am Sonntag die Taufe eines kleinen Mädchens bevor, deren Pate ich sein werde, und, ehrlich gesagt, hätte ich die Kleine vorher gerne besser kennen gelernt. Egal, ich nehme die Aufgabe sehr ernst und freue mich total. Das ist noch mal eine andere Art der Verantwortung und eine schöne Möglichkeit, gezielter bestimmte Aufgaben zu übernehmen und Einfluss auf die Entwicklung eines Kindes zu nehmen.
Hab als Geschenk u.a. ein altes Kinderbuch, das ich erst letztens von meinem Vater bekommen habe, etwas modifiziert. Es geht, kurz gesagt, um den Dackel Waldi, der nur Mist macht und am Ende als einziger nichts vom Weihnachtsmann bekommt. Auf dem letzten Bild guckt er dann ganz traurig aus dem Fenster, und man weiß als Leser nicht, ob er einem leid tun soll oder nicht. Schwierig. Gerade für Kinder. Auf dem Titel steht auch: Ein „lustiges“ Dackelbuch, doch es ist überhaupt nicht lustig, eher so ein altes Erziehungsbuch, aber eigentlich sehr, sehr schön gedichtet und gemalt. Deswegen habe ich heute die letzten beiden leeren Seiten zeitgemäß neu gestaltet (ggf. draufklicken):













