Herrenabend

Habe gerade den zweiten Teil des Furtwängler-Tatorts gesehen. Im Zentrum der Geschichte stand ein Herrenabend in der Hannoveraner High Society, auf dem eine minderjährige Zwangsprostituierte zu Tode misshandelt und anschließend wie Müll entsorgt wird. Beklemmend. Und realistisch.

Da lobe ich mir doch unsere Weihnachtsfeier vom TSV. Kohl- und Pinkelfahrt um den Mühlenteich, mit lustigen Spielchen wie Teebeutelweitwurf (alles hinterher brav wieder eingesammelt, damit die Schwäne die nicht fressen). Ist wirklich eine nette Truppe und ich wünsche jedem Menschen, dass er so etwas hat, weil das zum Lebensglück dazugehört. Danach ein bisschen SingStar. Ich hatte sozusagen Anstoß – mit „Every Breath You Take“ von The Police. Am Ende kam noch Nirvana dazu; dass das die Heilung meines geschundenen Halses nicht gerade beschleunigt hat, kann sich jeder denken.

Er legt

auf? ab? Nein, Karten. Tarot? Poker? Schwarzer Peter? Nein, Karteikarten. Sind heute im Wesentlichen mit der Doku fertig geworden. Am Ende muss man die verschiedenen Geschichten, Handlungsstränge und Themeninseln miteinander verweben, das ist das Schwierigste. Dafür braucht man die Karteikarten. Ich weiß, ist ein bisschen old school, aber anders kriege ich das nicht hin. Jetzt ist erstmal Wochenende. Zeit, um gesund zu werden …

 

 

Professionell

Bin heute mit einem ganz netten Kollegen nach Hause gefahren, der mir auf dem Weg eröffnete, dass er womöglich die Firma verlassen werde. Das war total traurig. Es ist ja immer so, dass man bestimmte Dinge erst begreift, wenn sie einen persönlich betreffen, und das war heute so ein Moment.

Hab deswegen mal wieder eine alte DVD ausgegraben: Der Profi, mit Jean-Paul Belmondo, was für ein großartiger Film. Bei ca. 18 Minuten ist diese Szene, wo sein Flucht-Kumpan in seinen Armen stirbt, und dann kommt eine schlichte lange Schwarzblende und dann der Schnitt auf die Spitze des Eiffelturms, untermalt von diesem grandiosen Morricone-Titel, Wahnsinn!

Die Geschichte ist glasklar erzählt und so zeitlos. Das Spannende ist, dass ich, noch bevor ich den Film dann irgendwann als junger Mann gesehen habe, das Plakat jahrelang vor Augen hatte, weil es mir als Kind mal im Kino aufgefallen ist. Das war damals noch in Warstein, wo ich geboren bin. Ich weiß, das Kino war neben der Eisdiele und vielleicht haben wir damals die Muppets geguckt oder Dschungelbuch, auf jeden Fall ist mir dieser coole Typ mit dem Colt nie mehr aus dem Sinn gegangen. Heute spielt mein großer Sohn bei uns Cowboy und liest Kinderkrimis. Wenn er alt genug ist, werde ich mit ihm mal zusammen Der Profi schauen. Vielleicht wird es ihm peinlich sein, aber ich freue mich jetzt schon …

 

Wisch und weg

Bin heute total verschnupft ins Büro gefahren, denn der Film muss fertig. Pflichtbewusstsein bis ins Grab. Ich kann aber auch schlecht abgeben, das ist mein Problem. Doch so eine Doku ist eben auch kein Auto, wo jeder dran herumschrauben kann.

Obwohl ich kaum Kraft hatte, aus dem Bett zu kommen (lustigerweise kam mir die ganze Zeit dieser alte Wick Medinight-Spot in den Sinn, von wegen „Kopf- und Gliederschmerzen“ usw.), hab ich dann vor der Arbeit noch ein neues Wischblatt gekauft, nachdem ich gestern fast vor einen Baum gefahren wäre. Und hab es zwischendurch sogar noch ausgetauscht! Ist ja gar nicht so einfach, auch beim 8. Mal überlegt man wieder, wie dieser mistige Clip-Verschluss funktioniert. Aber es war zweifellos höchste Zeit …

Fazit: An manchen Tagen hat man die Wahl, entweder tot umzufallen oder sich noch einmal zu erheben und Berge zu versetzen. Ich hoffe, mich trifft heute Nacht nicht der Schlag.

Ansonsten? Heute ist der 12.12.12 – ich habe es verpasst, an diesem Tag meine Freundin zu heiraten. So ein Datum kommt nie wieder, ehrlich, NIE WIEDER. Denkt mal drüber nach …

 

Trip home

Trip home – Home Trip? Manchmal, wenn mich das Fernweh packt, fahre ich auf dem Rückweg vom Büro über die Autobahn und über Land nach Hause. Das dauert zwar länger, aber man kommt irgendwie runter. Momentan gibt´s nur einen Radiosender: 917xfm. Heute kam noch Neuschnee dazu – ein perfekter Trip. Man denkt, es geht ab ins All …

Trip home from anders-blog on Vimeo.

Da go(es) Bert

Bin heute mit meinen Glücksbringern im Wilden Westen verschwunden. Als der skrupellose Minenbesitzer seine Beute einzahlte, fiel mir auf, dass die großen Geldkisten aus der gleichen Stadt stammen, in der nun mein guter Freund wohnt, der mir vor zwei Tagen den Brief geschickt hat. Zufall? Wahrscheinlich. Egal.

Ansonsten? Arno Funke alias Dagobert geht in den Dschungel. Könnte einem auch egal sein. Mir aber nicht. Hab den Mann mal kennen gelernt. Und seinen Jäger, Michael Daleki. Daleki hatte sich 20 Jahre nicht zu dem Fall geäußert, ich konnte ihn schließlich überzeugen, den Karstadt-Erpresser nach all den Jahren wieder zu treffen. Wir waren natürlich mit der Kamera dabei.

http://spon.de/veP3r

Funke hatte inzwischen als Karikaturist Fuß gefasst. Total rehabilitiert. Aber er empfand immer noch diebische Freude, wenn er über seine ausgetüftelten Geldübergaben sprach. Die Lore, die Streusandkiste – Meilensteine der deutschen Kriminalgeschichte. Eine coole Sau. Keine Ahnung, was seine Motivation ist, ins Dschungelcamp zu gehen. Ruhm? Jux? Kohle? Vielleicht hat ihm eine flotte Redakteurin eingeredet, es sei „kultig“. Hoffentlich bereut er es nicht.

Schlaft gut,
Gerrit

Keeksä

Haben heute mit all unseren drei Glücksbringern Weihnachtskekse gebacken. Ich wollte extra diesen ganz schlichten, klassischen Mürbeteig, genauso wie früher, als ich klein war. Meine süße Freundin wusste natürlich genau, was ich meine.

Gut zu sehen, dass manche Dinge doch ein bisschen kultiviert werden können. Klar, sowas hat man als Erziehungsberechtigter ja auch selbst in der Hand. Ich kann nicht verhindern, dass irgendwelche Nerds in Legehennen-Batterien täglich neue Tools, Apps oder Games ausbrüten. Ich kann eben nur darauf achten, das meine Kinder später sagen können, sie haben noch Kekse selbst gebacken und nicht im Discounter gekauft.

Oh, Gott. Gucke nebenher Wetten, dass? und Cindy aus Marzahn ist gerade nach einer gewonnenen Wette mit jungen Kanuten ins Schwimmbecken gesprungen. Meine Freundin sagt noch: Jetzt bitte nicht die Unterwasser-Kamera … und was passiert? Krass! Könnt ihr morgen bestimmt im Internet sehen.

Jetzt die Fanta 4, mit einem alten Song. Aber die Band ist auch irgendwie alt. And.Ypsilon sieht ein bisschen aus wie unser Chef bei History, nur die Haare sind länger. Michi Beck mit Mütze. Keine Ahnung, wäre spannender, wenn die es noch mal schaffen würden, den Schalter umzulegen.

Ansonsten? Berlusconi will noch einmal für die Parlamentswahlen kandidieren. Ist der nicht gerade zu 4 Jahren Knast verurteilt worden? Und was steht auf seinem Programmzettel: Kampf für Moral, unabhängige Medien und gegen Korruption? Ich verstehe das alles nicht …

Brief Freundschaft

Hatte doch Montag angekündigt, diese Woche einem lieben Menschen einen Brief zu schreiben, bin aber natürlich noch nicht dazu gekommen. Dafür habe ich gestern einen Brief erhalten, von einem meiner absolut besten Freunde. Aus Amerika. Klar, die ausländischen Marken werten das Ganze noch auf, aber es ist auch so die reine Freude.

Freundschaften sind so wichtig. Gute alte Männer-Freundschaften. Klingt dämlich, ist aber so. Sieht man ja gerade wieder. Sicher ist es auch wichtig, sich um seine berufliche Laufbahn zu kümmern. Fertigkeiten und Leidenschaft für das zu entwickeln, womit man sein tägliches Brot verdient, aber am Ende steht dieses Konstrukt „Karriere“ doch auf vergleichsweise tönernen Füßen.

Fest steht: Ein Brief macht mehr Freude als eine Email und ein gemeinsames Feierabendbier ist besser als Skype. Schade, dass da dieser große Teich zwischen uns ist.

 

Schnee, Mann!


Bin ein offener Brief

an mein Gewissen

außer mir

haben alle unterschrieben

 

Wie ein sanftes Tuch hat sich heute Schnee über die nervöse Welt gelegt und gleich ist ein wenig Ruhe eingekehrt. Zumindest oberflächlich. Bei der Lügen-Dokumentation ist auf dem letzten Ende doch noch einiges an Feinschliff zu erledigen. Jetzt bloß nicht krank werden. Dabei hab ich den ganzen Tag schon so ein Kratzen im Hals. Ja, der ganze Stress geht nicht spurlos an einem vorüber.