Ganz guten Start in Blumenau gehabt. Das ist in der Tat abgefahren, was hier beim deutschen Oktoberfest abgeht. Und wie deutsch das hier ist, wobei keiner so recht erklären kann, was das „Deutsche“ ist, bzw. warum das diesen Reiz ausübt. Aber diese Frage zu beantworten, dafür sind wir ja hier.
Tasche, Kultur
Machen Sie ein typisches Bild …
Ja, Haus ist leer, bin am Packen. Ganzen Tag noch mit Brasilien telefoniert, Reiseplan geschrieben, jetzt reicht es auch. Feierabend. Bier. Hab im Fernsehen die Qual der Wahl zwischen Fußball und Down by Law. Entscheide mich für die Rippenhemd-Variante. Fußball.
Hektischer Tag. Organisieren. Staub saugen. Wäsche waschen. Bin sogar noch zum Pferd gefahren, hatte einen leckeren Apfel im Gepäck. Dann kam ich da hin und hab ihn nicht auf Anhieb erkannt, nein, noch schlimmer, ich hab den Apfel an das falsche Pferd verfüttert, weil der Esel, äh, das Pferd nicht sofort kam, als ich ihn rief. Und dann kam er, und ich hatte nix mehr. Frustrierend.
Rechts ist der richtige, gar nicht so leicht …
Point of no return

Freitag geht es nach Brasilien. Drehe da mit dem zdf-neo-Moderator Manuel Möglich. Sehr netter Typ. Hatten gestern Abend ein kleines Treffen, um uns „einzuschwören“. Hamburg und die Alster zeigten sich von ihrer schönsten Seite.
Bin dann erstmal 2 Wochen weg. Versuche zu bloggen, weiß aber nicht, wie das da vor Ort mit Internet und so ist. Werde auf jeden Fall im Nachhinein berichten. Bin ganz gespannt. Hatte jetzt im Vorfeld riesigen Stress, aber so langsam kann ich mich auf die Reise freuen.
Ansonsten? Gibt es jetzt auch einen Termin für eine Release-Lesung in Hamburg. 10. Dezember im Projektor, Sternstraße, bitte schon mal im Kalender eintragen. Vermutlich kommen noch Lesungen hinzu. Heute meldete sich der Thomas vom Mathilde-Literatur-Café. Hat mich total gefreut.
Nachschlag
Leider ist das Wochenende schon wieder vorbei. Aber ich habe zumindest einmal ordentlich durchgeschnauft – und im Nachhinein erst so richtig geschnallt, dass der Maxi Heisler Jakob und mich ins coolste Zelt gelotst hat, und zwar ins Herzkasperlzelt, wo dieses Jahr auch die interessantesten Bands auftreten. Am Donnerstag, als wir da waren, spielte da eine Combo, die kannte ich gar nicht, Schlachthofbronx, war aber total angetan, weil die so volkstümlich begannen und dann die Beats hochfuhren und für den Rave die Holz- und Blechbläser ganz modern arrangiert hatten. Respekt, so ein bisschen wie The Notwist. Der Bayrische Rundfunk hat das Konzert ziemlich aufwendig mitgeschnitten, hab es gerade gefunden. Ich bin auch dreinmal kurz zu sehen – der mit den kurzen Haaren vor der Bühne, der als einziger keine Lederhose anhat …
http://www.br.de/wiesn/oide-wiesn-konzert-100.html
Ansonsten sind diese Drehreisen ja häufig nachhaltiger, als man zunächst denkt. So hatte ich am Freitag, als ich mit der Maklerin Tina Aigner gedreht hab, während des Mittagessens ein längeres Gespräch mit deren Mann, Thomas Aigner, kaum älter als ich, aber eben einer, der dieses Makler-Unternehmen führt, und das, wenn man den Mitarbeitern glauben darf, offenbar auch sehr gut. Wir haben lange über diese Fälle gesprochen wie in Hamburg in der Hegestraße, wo Investoren versuchen, Mieter rauszukriegen, und über die Schwierigkeit für Familien, bezahlbaren Wohnraum zu finden, und über die Gefahr einer „Verödung der Städte“ etc. Diese Off the record-Gespräche sind mitunter ganz beruhigend, weil man sich da mit den richtigen Leuten auf Augenhöhe und in einem vernünftigen Rahmen mal darüber austauschen kann, was einem missfällt, und somit der eigentliche Schatz, den ich von unterwegs mitbringe. Als Journalist legt man zeitlebens an einem Riesenpuzzle und jedes neue Projekt liefert neue Teile …
Apropos „unterwegs“ – hab mir gestern On the Road of DVD gekauft. Will mir den unbedingt noch anschauen, bevor es nächste Woche nach Brasilien geht.
Abgedreht
Heute einen guten Dreh gehabt. Gute Makler, guter Kunde. Alle geduldig und entspannt. Sogar der Hund …
Gestern Abend auf der ‚Oide Wiesn‘ noch mit Jakob und Maximilian 2 Maß getrunken. 10 Euro pro Krug, aber nett wars. Danach war ich allerdings bettreif. Wie da einige tagelang von morgens bis abends durchfeiern können, ist mir ein Rätsel. Körperlich, geistig und finanziell. Vielleicht setze ich die Prioritäten aber auch falsch!?
The Ätz of Noise
Wieder München. Aber nicht, um aufs Oktoberfest zu gehen oder gar mit meinen Söhnen zu einem Bayernspiel, nein, natürlich um zu arbeiten. Drehe morgen mit der Maklerin Tina Aigner. Wobei, ein bisschen Oktoberfest kriege ich auch ab. Bin mit Jakob Meiner zur ‚Oidn Wiesn‘ verabredet, sind sogar an einen Tisch eingeladen, von dem Mietaktivisten Maxi Heisler. Cool. Gut, Tina Aigner war, glaube ich, Gast bei Regine Sixt, aber so sind eben die Verhältnisse. Passt scho…
Merke, dass ich immer lärmempfindlicher werde. In der S-Bahn nervte mich schon so ein Techno-Typ. 7:30 und Ummz, Ummz, Ummz. Jetzt im Flieger vor mir zwei Typen, Zahlenmenschen, keine Ahnung, auf jeden Fall reden die zu laut und dummes Zeug. Vielleicht bin ich auch der Dumme, weil ich nix verstehe. Offenbar gehen die auch nachher aufs Oktoberfest. Der Kleinere ist schon ganz aufgeregt.
Bestelle Kaffee und O-Saft. Die Oma neben mir bestellt das gleiche. Vielleicht denkt sie, es gibt nichts anderes. Hab noch leichte Startschwierigkeiten. Müde. Heute Morgen im Bus ein paar Handwerker, mit denen wollte ich auch nicht tauschen. Später in der S-Bahn zum Flughafen saß, glaube ich, der extra3-Moderator. Total verschnupft. Sah aus, als wäre er auch lieber im Bett geblieben. Vielleicht war er es auch gar nicht. So oder so, es hat mich getröstet.
Viel leichter …
FDP ist raus aus dem Bundestag und die AfD fast drin. Krass. Und Angie räumt ab. Auch krass.
Aber etwas Anderes beschäftigt mich noch mehr. Musste gestern ja auch über den Rückkauf der Stromnetze entscheiden und merkte plötzlich, dass ich mich überhaupt nicht ausreichend informiert hatte. Bin dann voll auf den Text der Wahlkarte reingefallen. Sinngemäß stand da: Wollen Sie, dass der Strom auch in Zukunft sozial verträglich und ökologisch und blablabla für alle bleibt? Und ich – durch die Immobilien-Recherche ohnehin gerade voll auf dem Verstaatlichungsdampfer – sofort: Ja, klar will ich das. Nehmt den Spekulanten das Druckmittel. Aber kaum war der Zettel in der Kiste, bin ich nachdenklich geworden. Schließlich sorgen die Investoren ja dafür, dass die Hardware in Schuss bleibt, im Übrigen genauso auf dem Wohnungsmarkt. Über 90% der Sanierungen und des Neubaus gehen von privaten Eigentümern aus. Und staatlicher Wohnungsbau hat in der DDR auch nicht funktioniert. Deswegen wird in Berlin ja gerade viel saniert, wenn auch nicht immer angemessen und mieterfreundlich. Und – zurück zum Strom – wer übernimmt die Kosten? Wir! Und dann denke ich wiederum: Warum gibt man eine halbe Milliarde für die Elbphilharmonie aus, anstatt mit dem Geld die Grundbedürfnisse der Bürger zu befriedigen, nämlich bezahlbare Wohnungen und bezahlbarer Strom!?
Ansonsten? Mit meinem großen Glücksbringer den zweiten Teil des Angelkurses hinter mich gebracht. Spezielle Fischkunde. Mein Sohn wusste alles. Wahnsinn. Das letzte Mal hat mir der Kopf so geraucht, als ich für die mündliche Prüfung Platons Parmenides vorbereiten musste. Danach wusste ich, wie Platon „Gott“ definiert. Hab es vergessen. Auch ohne Nietzsche.
Und? 30 Jahre nach Breitnigge und drei nach Robbery hat Bayern ein neues symbiotisches Traumduo: Lahmsteiger. Ganz ehrlich, Bastis kurzer Steilpass vorm 3:0 – ich liebe diesen Jungen.
Frei-Tage
Am Frei-Tag einen freien Tag gegönnt. Gerade so viel mit der Recherche für eine Brasilienreise und (nebenbei) der Wohnen-Doku zu tun, dass ich einmal durchschnaufen musste. Man sollte diese kleinen Anzeichen ernst nehmen und darauf reagieren, sonst ist man ruckzuck weg vom Fenster.
Hab dann alleine hier zuhause so einen richtig Lethargischen bekommen und den ganzen Vormittag im Bett gelegen und Pro7 geguckt, ja, eine Schande, aber die holen den Zuschauer da auch echt ab. Wer um diese Zeit vor der Glotze liegt, lässt sich gerne „einlullen“. Doch wie abgezockt dieser Sender da mit einer Hand voll Formaten das Programm bestreitet, das ist schon unfassbar. Kein Wunder, dass die Planer bei den Öffentlich-Rechtlichen manchmal verzweifeln. Aber man kennt das ja, dass man seine Lieblingsserien die ganze Nacht auf DVD gucken kann, das ist das gleiche Prinzip.
Heute dann wieder alles life – mit dem älteren Glücksbringer und dessen Kumpel den ersten Block vom Angelkurs abgesessen. War ganz interessant. Welcher ph-Wert ist für Fische unbedenklich? Ist Quellwasser sauerstoffarm oder -reich? Bei welcher Temperatur ist die Dichte von Wasser am höchsten? Welcher Fischnährling ist zugleich auch Jäger? Ehrlich, man muss da richtig pauken. Doch mein Sohn freut sich, dass ich dabei bin und sein Hobby zu meinem mache – ich würde sogar einen Strickkurs für ihn machen. Morgen Fischkunde. Es gibt Fische, von denen habe ich noch nie was gehört: Nase, Rapfen, Äsche … wenn man den an Land zieht, heißt das: einäschern.
Maul, Wurf II
oder: Großer Wurf. Hab eben auf arte zufällig „Der Maulwurf“ gesehen, mit Lino Ventura, zum ersten Mal. Bin begeistert. Ich liebe diese schlicht erzählten Agentengeschichten, die ohne große Effekte oder Verfolgungsjagden auskommen. Und, klar, dieser Rachefeldzug nach dem Tod seiner Liebsten ist natürlich grandios. Dass Ventura dann am Ende nicht überleben darf, erinnert ein wenig an „Der Profi“ mit Belmondo. Ich weiß nicht, warum die immer sterben müssen. Ist das die Moral, dass die mit ihrer Vergangenheit nicht durchkommen dürfen? Weil sie auch nicht „gut“ im klassischen Sinne sind? Oder weil ein Happy end uncool wäre? Gutes Thema für eine Abschlussarbeit: Moralische Message oder ästhetische Attitüde? „Leon, der Profi“ stirbt ja auch. In der Tat ist es, jetzt, da ich darüber nachdenke, bei allen drei Figuren unvorstellbar, wie die überhaupt „normal“ weiterleben könnten. Interessanter dramaturgischer Kniff also. Tod durch Nicht-weiterleben-können.
Ansonsten? War das Einzige, was mich gestört hat, dass Lino Ventura jeden Tag denselben Anzug getragen hat. Das fiel umso stärker auf, weil jeder neue Tag, um die Chronologie zu betonen, mit Untertiteln angekündigt wurde. Oder besitzt der Mann von Welt den gleichen Anzug mehrfach?
Ich da, im Radio
Bin Morgen im Hamburger Lokalradio zu hören, in der Sendung Jazz und Literatur. Thema ist mein neuer Roman, Kunststoff, freut mich total. Ist auch doppelt passend, da ich ja früher in diversen Jazzbands getrommelt habe. Das Ganze läuft ab 17:05 auf 96 Mhz, da wo Tide sonst ausstrahlt. Meine beiden Glücksbringer kommen auch mit, haben gleich gefragt: Radio? Cool! N-Joy? – Tja, mit Kuhlage & Hardeland hätte ich richtig Eindruck schinden können, egal. Hab gerade mal aus Gewohnheit nach alten Spuren von mir im Netz gesucht und festgestellt, dass man mit mir mittlerweile auf dem Kunstmarkt Höchstpreise erzielen kann (zum Vergrößern – draufklicken). Zu Lebzeiten, wohlgemerkt …











