Tat Ort

Das Spielen selbst ist die Freiheit, nicht das Ergebnis, soll Johann Gottlieb Fichte mal gesagt haben …

Nächsten Sonntag ist doppelter Tatort-Alarm. Nicht nur, dass im SPIEGEL-Haus für einen neuen Hamburg-Tatort gedreht wird (keine Ahnung, für welchen – Til? Wotan?), nein, abends kommt auch noch der Münster-Tatort mit einem Special aus Wolbeck, einem ganz geschichtsträchtigen Vorort, in dem ICH jahrelang gewohnt und, ja, im Grunde groß geworden bin. Ich bin ganz aufgeregt. Meine Freundin fürchtet schon, dass ich bei jeder dritten Einstellung aufspringe und rufe: Da bin ich zur Schule gegangen … Da haben wir unsere Brötchen gekauft … Da haben wir Fußball gespielt … Da hatte ich einen Fahrradunfall … Da habe ich einer Oma die Handtasche geklaut … usw. Was soll ich sagen? Könnte passieren.

Pfairdefleisch

So, ein erster Happen frisch vom Schneidetisch. Ich hoffe, es gefällt Euch. Der Ton ist natürlich ein bisschen schaurig, die nächste Reisereportage drehen wir dann mit TV-Kit …

 

Pferdefleisch from anders-blog on Vimeo.

Meedia hat heute übrigens einen Servicebeitrag zum Thema Abfindungen gepostet, nach dem Motto: Was wirklich übrig bleibt …
Da scheint sich gerade echt eine richtige Epidemie auszubreiten. Klar, im November kalkulieren alle Firmen ihren Etat fürs nächste Jahr. Vielleicht sollte es ein Gesetz geben, dass das zukünftig nicht mehr kurz vor Weihnachten passiert, sondern vielleicht im Sommer – am besten nach den Sommerferien, damit man den Familien nicht auch noch den wohlverdienten Urlaub verhagelt.

 

Ice-Zeit

 

Erst vermeldet die Frankfurter Rundschau Insolvenz, dann kündigt Gruner & Jahr Einsparungen an und jetzt verbreiten die Branchenticker auch Bad News in meinem unmittelbaren Umfeld.

Komischerweise fühle ich eine gewisse Gelassenheit. Einer, der ohnehin schon klitschnass ist, regt sich eben nicht mehr auf, wenn es plötzlich anfängt zu regnen. Zumindest solange das Wasser irgendwo abläuft …

Ich freue mich über mein erstes hochgeladenes Video. Das gibt Auftrieb für unseren Island-Film, an dem ich in jeder freien Minute sitze. Eine nette Cutter-Kollegin hat mir heute noch ein paar Kniffe verraten. Werde demnächst ab und an ein paar Clips vorab online stellen. Also, so oder so – eine neue Ice-Zeit bricht an!

 

Natur Kämpfer

If you fight the problem
You are the problem

 

Hab gestern versucht, ein Video hochzuladen. Hat auch geklappt. Bis es ungefähr 30 Sekunden später deaktiviert wurde. Hab es jetzt nochmal versucht. Das Regen Lied ist zu schön, um unerhört zu bleiben.

P.S.: Demnächst achte ich auch aufmerksamer auf die Titel, die man den Videos gibt – Herrje …

 

Jimmy´s Page

Da war ich doch erst vor drei Wochen in Berlin auf dem Led Zeppelin-Cover-Konzert meiner ehemaligen Bandkollegen – und heute steht ein Riesenartikel in der Süddeutschen Zeitung. Der Anlass: In diesen Tagen erscheint das Multimedia-Paket zu einem Led Zep-Konzert von 2007. Und alle fragen sich: Warum ist es bei dem einen Konzert geblieben?

Süddeutsche Autor Christian Zaschke hat in einem ganz tollen Artikel die Antwort gefunden: Weil Robert Plant keinen Bock hat. Und so bleibt Jimmy Page, was er seit der Auflösung vor über 30 Jahren ist – ein Musiker ohne Band. Während Plant und Jones mit diversen Projekten durch die Welt tingeln, verharrt der legendäre Gitarrist wie ein in Bernstein eingefrorenes Urzeitinsekt in dem Grundton seiner langsam verklingenden Soli. Einmal durfte er auftauen, das war an dem Abend in London, vor 6 Jahren. Das ist wirklich eine der traurigsten Geschichten, die ich lange gehört habe.

Als Anhang einer der traurigsten Songs der Band, auf wunderbare Weise gespielt von meinen alten Kumpels … Bühne frei!

Regen Lied-desktop from anders-blog on Vimeo.

November Brain

Es kommt von allen Seiten. Spiegel, Stern, ARD – alle erheben in diesen Wochen den Tod zum Schwerpunkt. Und das im November! Hallo, geht es denn noch? Selbst der Tatort eben hatte eine gute-böse, schwer kranke Täterin. Total bedrückend, meine Freundin ist fast ausgeflippt. Sie vermutet, dass die uns „von ganz oben fertig machen“ wollen. Na ja, zumindest sollte man mal die Augen offen halten, ob Anfang Dezember irgendein Pharma-Konzern zufällig ein neues Anti-Depressivum auf dem Markt platziert.

Hab passend zum Thema eine alte Skizze von mir gefunden, den „Bibo-Saurier“. Denn eines steht fest: Aussterben tun wir alle. Jeder für sich.

 

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Schlaft gut,
Gerrit

Blutsbröder

Hab heute noch mal die taz von Freitag durchgeblättert und dabei zufällig die Ankündigung für die neue Entweder-Broder-Staffel gesehen, geht morgen Abend los (23:50h, ARD), und zwar diesmal durch ganz Europa.

Wir haben Broder ja im Sommer auf Island getroffen, und da erzählte er uns schon, dass sie für die neue Staffel auch auf Island drehen würden, aber ich hab das gar nicht so ernst genommen. Und dann dieses Pressefoto …

       

… ich wusste SOFORT, wo das ist – natürlich in der Blauen Lagune, da haben wir ihn ja getroffen (Beweis: rechtes Foto). Vor Leuten wie Broder oder auch Studio Braun, die ja gerade mit „Fraktus“ einschlagen, muss man einfach den Hut ziehen. Da wären wir wieder bei der Angst. German Angst? Oder doch nur Gerrits Angst? Diese verfluchte Unbeweglichkeit, dieses Gefühl, sich bei dem, was man so schafft, schon mit dem Minimum zufrieden zu geben. Vielleicht habe ich das von meinen Eltern. Zwei hochtalentierte Menschen, die doch immer das Gefühl vermittelten, nicht zuviel vom Leben erwarten zu dürfen. Als wäre es vermessen, mal nach den Sternen zu greifen. Dabei muss man sich manchmal nur auf die Zehenspitzen stellen.

Habe heute deshalb gleich angefangen, unser Island-Videotagebuch zu schneiden – ganz schön viel Material, knappe 60 Minuten auf der Timeline, dabei sind die Clips meiner Freundin noch gar nicht eingeladen ….

 

Los, Trommel

Mist. Hab den Fehler gemacht, an diesem grauen Novembermorgen in der U-Bahn ein bisschen Trash zu lesen und bin just auf eine kurze Geschichte gestoßen, in der von mir die Rede ist. Jetzt bin ich ganz schwach.

Der „denkende Trommler“ … tja, ich hab zu der Zeit, in der wir auf Tour waren, meine Magisterarbeit geschrieben. Da war ich wirklich voll bis oben hin mit Theorie. Wirkungsforschung. Musikkommunikation. Konstruktivismus. Usw. Für Trash war das eine super Abwechslung – und für mich auch.

Dass ich neben Büchern auch immer Mineralwasser dabei hatte, ist natürlich Quatsch. Pah, das schreibt er nur, weil ich nach 2 Bier nicht mehr fahren wollte … also, nicht, dass ich besonders stolz drauf wäre, aber mehr als einmal hatte ich aufgrund meines Alkoholpegels Probleme, die Zugabe straight über die Bühne zu bringen.

Die Welt braucht mehr Trash. Im Ernst, die Gespräche über Gott und die Welt, wenn wir im Transit über die Landstraßen gekachelt sind, fehlen mir enorm. Trash hatte ja auch immer Geldsorgen. Mahnungen nannte er liebevoll „Erinnerungspost“, er schrieb Texte wie „Saldoherz“, aber er hat nie den Mut verloren. Und ich? Ängstlich wie ein rosa Kaninchen …

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Ansonsten? Werbung im Radio, dass man an Tankstellen jetzt per Handy bezahlen kann. Klar, man kann ja auch über Twitter Kriege erklären. Wobei, einen Krieg erklären, das soll mal einer versuchen …

 

Untergang des Morgenlandes

Israel hat als erstes Land der Welt einem anderen Land per Twitter den Krieg erklärt. Ich meine, ich war ja immer schon skeptisch, was Social Media angeht, aber das ist so krass, dass mir die Worte fehlen. Ich bin wahrlich kein Kriegsexperte, ich habe keine Ego-Shooter-Erfahrung (wie gesagt, River Raid vor 25 Jahren, das war´s), ich weiß nicht, wie man heutzutage einen Cyber-War anzettelt, mit dem Joystick Granaten gelenkt und Drohnen geflogen werden, aber diese letzten Meldungen um den Twitter-Krieg zwischen der Hamas und Israel … da denke ich: Das ist der Anfang vom Ende! Ehrlich, da sieht man doch förmlich in Gedanken, wie das alles irgendwann außer Kontrolle gerät. Wie wir mit aufgerissenen Mündern daneben stehen und zugucken werden, wie sich die Kriegsmaschinerie verselbständigt …

Der einzige Lichtblick? Ibrahimovics Jahrhunderttor gestern Abend gegen England. Das wird man auch mit Fifa 13, 14, 15 oder 70000000 niemals so hinbekommen.

 

Kurzgedicht

Es glaubte der Begrenzungspfahl:
Ich glaube, ich entgrenz´ mich mal.

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Anbei eine kleine Skizze namens Wietzendorf – ist mir damals eingefallen, als ich 2007 in Wietzendorf auf dem Südsee-Camp an unserer Camper-Doku-Soap fürs ZDF mitgedreht habe. Scheint eine Ewigkeit her zu sein …