Zwar nicht „ohne Worte“, aber zumindest ohne jeden Kommentar meinerseits. Nur zur Info bzw. der Vollständigkeit halber …
Zwar nicht „ohne Worte“, aber zumindest ohne jeden Kommentar meinerseits. Nur zur Info bzw. der Vollständigkeit halber …
Gestern Abend auf dem legendären Paul Hauenschild-Sportgelände in Norderstedt gegen die HSV-Senioren gespielt. Zwar knapp verloren, doch selbst als Bayernfan konnte ich mich der Aura nicht entziehen. „Hier hat Hermann Rieger Kevin Keegan fit geknetet“, wurde mir denn auch gleich von den HSVern aus der Mannschaft erklärt. Vermutlich in den rosa Trikots …
Heute dann vierte Sitzung Schulhausroman. Leider waren die neuen Computer im Computerraum noch nicht arbeitsbereit, so dass die Schüler notgedrungen (und mit einigem Stöhnen) handschriftlich arbeiten mussten. Ein Schüler aus einem Jungs-Team meinte, sie bräuchten ein Mädchen mit schöner Schrift, quasi als Sekretärin, damit man das lesen kann. Konnte es mir nicht verkneifen zu sagen, dass Frau Walser angeblich immer noch die Romane ihres Mannes abtippt.
Ging aber dann alles erstaunlich gut. Haben uns anfangs noch mal die Elemente unserer Geschichte ins Gedächtnis gerufen, gemeinsam überlegt, wie es weitergehen kann und dann die entsprechenden Szenen verteilt. Apropos – Theorie kommt leider ein bisschen kurz, weil ich denke, dass wir die Zeit zum Schreiben nutzen sollten, aber den Unterschied zwischen „Szene“ und „Geschichte“ habe ich dann doch nochmal erklärt. Vor allem deswegen, weil die Schüler dazu neigen, die jeweilige Szene in einem Satz abzuhandeln und dann von sich aus die „Geschichte“ auf einer Seite fertig zu schreiben, so dass man nach jeder Sitzung hundert kurze Aufsätze hat. Dass allein so eine Szene das Zeug zu 20 Seiten hat, ist für die meisten schwer zu verstehen. Ist es ja aber auch wirklich.
Gestern Abend Tatort geguckt? Es war ja die Anwältin. Aber warum hat sie zwischendurch den verdächtigen Schönheitschirurgen – ihren ehemaligen Mandanten – zur Rede gestellt, ob er es war? Sie hatte ja keine Amnesie, und es ging auch nicht darum, den Verdacht auf ihn zu lenken. Machte einfach keinen Sinn. Oder hab ich was nicht verstanden? Egal, trotzdem ok.
Ansonsten? Hab ich einen ganz netten Gruß von meinem Kumpel Sven bekommen.
Und? In Paris planen sie erstmals seit Jahrzehnten wieder ein Fahrverbot, weil die Luft so schlecht ist. Henry Miller hätte sicher eine treffende Formulierung parat gehabt.
Merke, dass ich zwar mit meinem Leben sehr zufrieden, aber im Hinblick auf die Zukunft ungebrochen pessimistisch bin. Es ist, wie dieser Indianer-Kalender-Spruch schon zu meiner Kindheit gewarnt hat: Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.
Wer soll den Hebel noch umlegen? Unsere computersüchtigen Kinder? Nicht, dass ICH die Kraft dazu hätte … Komplexität. Luhmann hat daraufhin seine (soziologische) Systemtheorie entwickelt. Ja, vermutlich aus lauter Verzweiflung. Nachrichten geguckt, Ölkrise, Geiselnahme, Atomwaffen – Puh, Schreibtisch.
Aber was kommt nach der Komplexität? Gute Frage: Ist Globalisierung eine Steigerung der Komplexität oder, im Gegenteil, deren Rückübersetzung in einen simpleren Gemütszustand?
Hab gerade noch mal diesen Indianerspruch recherchiert. Ist offenbar gar keiner …
Hab gestern die Blumenkästen und -töpfe ein bisschen ausgemistet. Glücklicherweise, ohne schon was Neues zu pflanzen. Das wäre uns nämlich bei dem nächtlichen Sturm gepflegt um die Ohren geflogen.
Bin ganz begeistert, was alles wiederkommt, die Erdbeeren jetzt zum dritten Mal. Auch die kleinen Rosen haben den Winter – der ja keiner war – gut überstanden. Verspüre beinahe eine kauzige Genugtuung dabei, die kleinen Setzlinge zu retten. Klar, ist das dann noch nicht sofort groß und bunt, aber immerhin nachhaltig. Werde mittelfristig versuchen, zumindest unsere uneinsichtige Feuerkorb-Tomatenbeet-Terrasse mehrjährig und winterfest zu bepflanzen.
Bei der Aktion sind übrigens auch die Katzen zum ersten Mal an die frische Luft gekommen. Jetzt trifft man sie so an …

Hab das Gefühl, ich müsste noch irgendwas Schlaues über Hoeneß oder die Krim schreiben. Oder über Kunst. Nicht, dass das hier zu so einem Katzen-Garten-Blog mutiert. In der BamS stand heute ein Artikel über diesen jungen Autor, Yahya Hassan, der auf der Buchmesse in Leipzig aus Angst vor Islamisten unter Polizeischutz lesen musste. Ja, es muss nur Terror in der Luft liegen, dann interessiert sich auch die BamS für Literatur. Wobei, unter den TV-Perlen der nächsten Woche waren zwei Tipps auf arte und einer auf 3Sat. Da kann man wiederum nicht meckern.
Heute Eckernförde – weil Gülle-Alarm auf dem Land. Schwimmen gewesen. Rutsche für uns allein gehabt. Und neidische Blicke der armen Schwimmunterrichtsschüler. Die haben hier ja keine Ferien. Ich schon. Noch ein bisschen. Viel zu wenig. Würde mich mit den Jungs am liebsten einfrieren.
Ansonsten? Hoeness macht den Abflug. Europa ist ein Krim-I. Und ich sitze fast ohne Netz, aber mit doppeltem Boden im Garten von früher. Meine Großeltern hatten bis in die 70er einen kleinen Kaufmannsladen im Haus und noch immer finden sich Relikte aus alter Zeit. Ich weiß, die Börse ist nicht von gestern. Vielleicht gestrig. Aber der Aschenbecher der Westbank verheißt irgendwie weniger Unheil. Werde aber mal recherchieren, was aus der geworden ist.

Gut, das ist ja hier kein Medien-Blog, aber ich bin natürlich trotzdem ein bisschen hinterher. Egal. Wollte gestern Abend auf dem Nachhauseweg von meinem fußballbegeisterten Ziehsohn wissen, ob er dieses neue Plakat verstehe, bzw. das, was wohl damit gemeint sei. Und er fing auch ganz clever und aufgeräumt an, von wegen Vorurteile und Hitzlsperger – und plötzlich fiel MIR aber in derselben Sekunde auf, dass das Plakat designmäßig zu den neuen Opel-Plakaten gehört, die ich morgens auf dem Hinweg überall gesehen hatte. Und dann hielt ich ihm einen Vortrag über Werbung und Kunst und PR und den Unterschied und … war, glaube ich, nicht mehr so spannend. Will sagen: Respekt. Aber: Was das wieder kostet!? Und: Warum schwarz-gelb? Wegen Klopp? Oder war das andersherum: Klopp wegen schwarz-gelb? Das sind doch die traditionellen Opel-Farben, oder nicht? Obwohl eines der Hauptwerke doch in Bochum … Hmmm … okay, ich bin spät, aber auf jeden Fall immer noch ein Superthema für eine Magisterarbeit.
Manchmal ist es ja gut, nicht auf Kritiker zu hören, bzw. in diesem Falle habe ich die Kritik erst gelesen, nachdem ich den Film schon gesehen hatte. Gut so. Hätte ich David Denks Tatort-Verriss in der Wochenend-taz nämlich vorher gelesen, hätte ich den Tatort vielleicht nicht geguckt. Was äußerst bedauerlich gewesen wäre. Ich fand ihn nämlich großartig.
Denk schreibt u. a. – Zitat – Zudem nervt die „Eine-Krähe-hackt-der-anderen-kein-Auge-aus“-Rhetorik: Die Welt ist schlecht, weil „die da oben“ zusammenhalten und für den eigenen Vorteil den Rechtsstaat mit Füßen treten. Das ist so plakativ wie plump.
Ja, vielleicht. Kommissar Eisner sagt aber auch an anderer Stelle sinngemäß: Je schlimmer die Klischees, desto größer ihr Wahrheitsgehalt. Und da ist nunmal was dran.
Ich reite da heute mal kurz drauf herum, weil ich in den letzten Wochen ganz viel positives Feedback auf meinen Roman „Kunststoff“ bekommen habe, zwischendurch aber auch eine (durchaus reflektierte und ernst zu nehmende) Rezension bei fixpoetry erschienen ist, wo der Kritiker anmerkt, dass ich den „bösen“ Literaturboss zu klischeehaft beschrieben hätte. Das kann man so sehen. Aber DA halte ich es eben auch mit Kommissar Eisner. Anders gesagt, als ich gestern auf dem Nachhauseweg am Geiz-Puff vorbeigefahren bin (ja, da komme ich IMMER vorbei), stiegen da gerade ein paar Typen aus einem Bulli – da gab es für mich auch keine zwei Meinungen.
Sagt ein Verfechter der Meinungsfreiheit und -vielfalt.
Die Passage, um die es bei mir geht, kann man sich übrigens im Netz anhören. Ton ist ein bisschen schlecht, aber das Szenario stylish. Könnte zwar auch ein Puff sein, ist aber die Bastion in Bochum.
Hab gestern meine kleine Schwester besucht. Stunde Autobahn, Stunde Landstraße. Bin immer wieder ganz begeistert, was man alles sieht, wenn man die Augen offen hält. Oder, andersherum ausgedrückt, aus welchen Bildern sich alles zusammensetzt. Oder wie man mit einem Mal zumindest ein Gefühl dafür bekommt, wie sich im Prinzip alles aus ein paar Bildern zusammensetzt. Meistens ist es ja eine Kombination aus Natur, Gott/Geist, und irgendwas vom Menschen Gemachtes. Und meistens fällt es einem auf, wenn der Widerspruch möglichst groß ist. Hier zwei Beispiele.
Wer spricht? Gott selbst? Kann er keine Kommaregeln – aber das Riesenplakat als Werbungskosten absetzen? Und wird Gott präsentiert von Subway? Rechts daneben die romantischere Variante des Wahnsinns. Ja, und da kann man sagen, ob Ochsenkarre oder Trecker, alles menschlich, aber ist der technische Stand heute wirklich noch menschlich? Ein Trecker wie ein Panzer – wo ist das verfluchte Ende des Faustkeils?
Nicht falsch verstehen, bin ja selbst in dieser Ambivalenz gefangen. Technik- und Brennholz-Fan in einer Person. Spontaner Ausflug nach Bremerhaven. Und dann stehe ich da am Hafenbecken und schaue den Riesenpötten hinterher und denke: Geil, aber verrückt.
Bei der Gelegenheit hat mir meine Schwester übrigens noch eine Kneipe gezeigt – „Die letzte Kneipe vor New York“. Allein die war es wert. Das Coolste: Irgendein Kunsthandwerker hat sich für seine Galionsfigur offenbar mal die ideale Frau als Vorbild genommen. Wenn ich die auf die Terrasse stellen würde, würden alles sagen: Wie süß, Gerrit hat seine Freundin schnitzen lassen. Ehrlich, eine gewisse Ähnlichkeit ist nicht zu leugnen. Passend dazu ein Fundstück aus dem Brennholzhaufen meiner Schwester:
Heute Morgen dann in aller Ruhe zurück. 8 Uhr, leichter Nebel, schüchterne Sonne – und auf den wasserüberfluteten, endlosen Wiesen drei Graureiher. Ruhe bis zum Himmel und die Erkenntnis, dass ich für dieses Natur-Erlebnis heute eben doch Auto und Straße gebraucht habe.
Landpartie from anders-blog on Vimeo.
Neulich auf dem Weg zur Arbeit: Ein Autovermieter wirbt mit den weiblichen Attributen einer Mitarbeiterin. Da musste ein Schmierfink natürlich was posten. Live und am Auto.
Ansonsten? Ist Pastewka eines der tollsten TV-Formate ever. Hab gerade die Folge geguckt, wo er versucht, bei Danni Lowinski eine Rolle zu ergattern. Die Idee, sich gewissermaßen als Promi „privat“ zu spielen und immer „private Promis“ als Gast zu haben – Knaller. Hab mich eben gefragt, ob die in der Folge tatsächlich (vor der Aufzeichnung?) beim Comedypreis gedreht haben. So als warm-up fürs Publikum. Also, geile Redaktion auch.