Fern sehen

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War gestern beim ZDF, zum ersten Mal. Besonders schön war die Bahnfahrt dahin, trotz des Mistwetters. Hatte nämlich einen persönlichen Reiseführer, meinen Kollegen Ekki, der sich da super unten auskennt und mir die letzte Stunde sämtliche Sehenswürdigkeiten entlang des Wassers erläuterte. Toll.

Jetzt ist Feierabend. Dschungelcamp läuft. Einmal reingucken. Fernsehen heute. Mit allem drum und dran. So perfekt, dass ich mir auch nicht mehr zutraue zu entscheiden, was echt ist und was geskripted. Nicht einmal bei denjenigen, von denen man dachte, dass sie sich von Natur aus nie etwas „vorschreiben“ lassen würden. Eine Frau geht uns allerdings jetzt schon auf den Sack. Höre gerade, dass die Bewohner den Kandidaten für die erste Prüfung selbst bestimmen müssen. Hatte eine ganz ähnliche Idee im Zug, als wir auf dem Weg zum ZDF waren. Aber natürlich besser (zwinkerzwinker).

Lese, reise III – Froh, now

Selbst-Bild
Selbst-Bild

Bzw. Frohnau. Da wohnt Jochen Möller, der bei minimaltrashart mal ein grandioses Werk veröffentlicht hat: „27 Seiten von Josef Voss“. Seit heute habe ich ein eigenes, persönliches Exemplar. War nämlich bei Jochen Übernachtungsgast und nach einem super Frühstück (Milchkaffee, Rührei, Joghurt) haben wir feierlich Bücher getauscht.

Gestern also der Abschluss einer aufregenden Woche. Lesung in Neukölln, im Salon Tippel, im alten Haus meines Freundes Jan, der jetzt in Amerika ist und als einziger fehlte – in jeder Hinsicht. Alle anderen waren da, inklusive meiner Studenten, obwohl ihnen die 3 Tage mit mir bestimmt mächtig in den Knochen steckten. Am Ende waren sie froh, einen neuen netten Laden kennen gelernt zu haben.

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Merke jetzt auch den Kräfteverschleiß, auf eine gute Art. Hab mich gestern Abend noch einmal richtig aufgebäumt, aber auch gemerkt, dass mir manche Worte etwas schwerer über die Lippen gingen.

Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, was Glück und Zufriedenheit bedeuten (können). Wenn man nicht alleine dasteht bzw. wenn Menschen kommen, wenn man sie ruft. Und dass diese Menschen sich auch ohne mein Zutun füreinander interessieren. Das ist gewaltiges Glück. Was mich am meisten freut, ist, dass die Alex, die Betreiberin vom Tippel, auch auf ihre Kosten gekommen ist. Ein rundum gelungener Abend, ich glaube nicht, dass Robbie Williams nach seinen Konzerten zufriedener ist.

Lese, reise II – Theorie und Praxis

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Zweiter Tag Eberswalde. Gestern den ersten Theorietag mit den Studenten hinter mich gebracht. Ist für alle Beteiligten immer am anstrengendsten, hab aber versucht, die Grundlagen der Kommunikationsforschung ein bisschen gemeinsam mit den Studenten zu erarbeiten. Hoffe, es war nicht zu schlimm. Haben auch ein paar PR-Beispiele geguckt, u. a. den neuen Commerzbank-Spot, in dem die Mitarbeiterin und Werbefigur Lena Kuske vermeintlich wieder als Privatperson Lena Kuske in die U-Bahn steigt und gewissermaßen ihren Wandel zur Vertreterin ihrer Bank in der Öffentlichkeit reflektiert, während man hinter ihr plötzlich ein Plakat mit ihr als Werbefigur sieht. Ganz clever gemacht, dieses Wechselspiel zwischen den Welten.

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Abends dann im Studentenclub gelesen. 20 Leute, nette Stimmung, 2 Bücher verkauft. 4 Bier getrunken. Topp!

Lese, reise I

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Gestern Abend eine ganz tolle Lesung im Pik Dame im Frankfurter Bahnhofsviertel erleben dürfen. Gastgeber Daniel alias Blindtexter und seine tolle Freundin hatten alles im Griff und viele nette Menschen eingeladen, die nicht nur Lust auf ein bisschen Kleinkunst hatten, sondern auch noch Kleingeld übrig für ein Buch. Manchmal passt ja einfach alles …

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… bis hin zum musikalischen Special-Guest. Claudia Fink alias Lucid, eine alte Freundin von uns und wunderbare Musikerin, hatte sich spontan bereit erklärt, ein bisschen Musik zu machen und sich sogar extra noch zwei Songs rausgehört. Einer davon ist von Axel Schulß, einem Allround-Künstler aus Münster, der leider nicht mehr lebt. Aber seine Songs tun es noch. Da muss man nicht einmal besonders gut singen können.

 

GERIT JÖNS-ANDERS: „ICH BIN MÜDE“ (COVER) from
Daniel Tobias Etzel on Vimeo.

Hab gestern die Frankfurt-Passage gelesen, was doppelt gut passte, weil da der zwielichtige Literatur-Boss mit seiner Tabledance-Freundin auftritt und das Pik Dame ja nun mal eine Tabledance-Bar ist! Zum Glück hatten die Pik Dame-Betreiber Humor. Hab trotzdem sicherheitshalber hinzugefügt, dass ich während meiner Zeit bei der Wa(h)ren Liebe beruflich viel im Rotlicht-Milieu zu tun hatte. Insofern fühlte sich das schon alles heimisch an. Dazu die Adresse: Elbestraße. Und welches Bier gab es? Das aus meiner Geburtsstadt: Warsteiner. Was kann man dem noch hinzufügen?

Unterwegs
Unterwegs

Heute dann durch die Januarsonne direkt nach Eberswalde, wo ich ab Morgen wieder mein alljährliches Medienseminar halte. Abends lese ich im Studentenclub, Samstag in Berlin. Wäre ich ein bisschen bekannter, könnte mich meine Süße mit der Kamera begleiten und das an arte oder 3Sat verticken. Nicht, weil ich viel zu erzählen hätte, sondern weil Fernsehen so funktioniert. Relevanz durch Prominenz. Tja, bis dahin muss der Blog reichen.

Ansonsten? Hat sich Hitzlsperger in der ZEIT geoutet. Gut so. Aber wir warten immer noch auf das Outing des ersten, noch aktiven Topspielers.

Hör mal, wer da fertig gehämmert hat

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Da ist das Ding. Sieht in natura schöner aus als auf dem Foto. Hätte es auch, glaube ich, besser ein bisschen von unten fotografiert, egal, bin zufrieden. Hätte nicht gedacht, dass mich das Ding 3 Tage in Anspruch nimmt, aber gut. Immerhin habe ich heute – als es darum ging, die Treppenstufen mit irgendwas zu bekleben, was hübsch aussieht und ein bisschen rutschfest ist – glücklicherweise darauf verzichtet, einen alten Flokati meiner Freundin zu zerschneiden, was ganz gut war, weil sie, als sie es mir telefonisch erlaubte, zunächst dachte, es wäre ein anderer – (!) – jedenfalls bin ich dann ins Dorf und hab mal geschaut, was es noch so gibt, und schließlich in so einem schrecklichen 1 Euro-Shop Stulpen für Frauenstiefel gefunden, die dann einfach über die Bretter gezogen und festgetackert. Hoffe, die Katzen fressen das nicht, sonst muss ich mir was anderes einfallen lassen. Über die oberste Stufe habe ich eine aufgeschnittene Stoppersocke gezogen. Sieht nicht so richtig doll aus, das ist wohl das erste, was noch modifiziert wird.

Ansonsten? Spielte gestern im Frankfurt-Tatort eine Szene vor dem Club, in dem ich morgen Abend lese. Cool.

Zeugwart

Käsefabrik
Käsefabrik

Die schönen Tage mit meinen Glücksbringern neigen sich dem Ende zu. Heute letztes Mal hier schlafen, puh, das ist immer ätzend. Waren heute vormittag noch mal kicken und nachmittags im Kino. Hab dann den Abend genutzt, um ein bisschen aufzuräumen und sämtliche Buffer in der Wanne zu putzen (und danach die Wanne), während meine Süße in der Küche Schnitzel gebraten hat. Das ist Familie. Klar, versuche ich auch, die Kinder zu erziehen und Grenzen zu setzen, was blöd ist, wenn sie im nächsten Moment wieder tagelang weg sind, aber grundsätzlich liebe ich diese alltäglichen Situationen genauso, wie ich sie sonst vermisse. Wenn ich dieser Teilzeit-Vater-Scheiße etwas Gutes abgewinnen müsste, dann vielleicht, dass ich es geschafft habe, die Zeit mit meinen Jungs stets als quality time zu betrachten. Vielleicht merkt man das erst, wenn man nicht mehr den unumschränkten Zugriff hat. Nein, sicher ist das so.

Kater, Stimmung!

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2013 ist tot, es lebe 2014. Erster Eindruck: sonnengefärbt, beinahe anbiedernd. Oder einfach nur erholsam? Nicht nur ich bin froh, dass das Geknalle (weitestgehend) aufgehört hat. Auch unser Pete hat sich heute zum ersten Mal nach Tagen wieder aus dem Stall getraut. Musste ihn allerdings regelrecht ködern.

Dann haben wir uns aber ganz gut unterhalten, während ich auf der Terrasse bei Kaffee und Grog ein Stück Treibgut bearbeitet habe. Wir kriegen ja demnächst Katzen. Und um meinen Teil dazu beizutragen, werde ich einen individuellen, stylishen Natur-Kratzbaum bauen. So ist zumindest der Plan. Immerhin, mit dem Unterteil bin ich heute schon ein gutes Stück vorangekommen. Schön alles sauber gemacht, am Fuß die Rinde weggeschnitzt, mit der Drahtbürste über die Astlöcher und durch die Astgabeln und noch einmal das lose Grün abgeschmirgelt. Muss jetzt noch überlegen, auf was ich das stelle, aber sieht doch besser aus als der gekaufte Mist, oder nicht?

K(r)atzbaum
K(r)atzbaum

 

 

Der letzte Kaiser

Bin in den Weihnachtstagen noch mal mit der Bahn nach Glückstadt gefahren. Abgesehen davon, dass diese kurze Überlandfahrt langsam zu meiner Lieblingsstrecke avanciert, hatte ich diesmal so ein paar alte Udo Jürgens-Nummern auf dem Ohr. Gab vor ein paar Jahren mal eine kommentierte Kompilation von Bastian Sick, den ich jetzt nicht soooo aufregend finde, aber die CD ist relativ gelungen, zumal die Kommentare nicht zwischen den Liedern auf die CD gesprochen wurden, sondern sich im Booklet befinden. Und was Sick da über Ich weiß, was ich will schreibt, ging mir dann doch nahe, weil er auf dieses untypische lange Saxophonsolo am Ende abhob, das in der Tat großartig ist und die Message und den Druck des Stückes toll mitnimmt.

Kurz darauf – noch im Zug – erhielt ich einen Link zu meiner Lesung in Frankfurt (draufklicken). Und für wessen Tour wurde unten auf der Seite geworben? Richtig, fand ich irgendwie cool …

Jöns und Jürgens
Jöns und Jürgens

Ansonsten? Ist Michael Schumacher beim Skifahren schwer gestürzt. Keiner traut sich so recht, eine Prognose zu stellen. Ihm und seiner Familie alles Gute. Auf einer abstrakteren Ebene ging mir Folgendes durch den Kopf. Nachdem sich Boris Becker ja selbst (fast) dekonstruiert hat, ist nun die zweite deutsche Sport-Ikone in Gefahr. Nur der Kaiser ist scheinbar wirklich unangreifbar …

Ohne Moos nix los

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Weihnachten ist fast vorbei. War ganz schön. Übermorgen kommen meine Jungs, dann feiern wir noch mal ein bisschen.

Die Jahre vergehen immer schneller, das ist wirklich so. Gerade dann, wenn viel passiert. Obwohl ich ganz gut zur Ruhe komme, stehen die nächsten Termine und Projekte bereits da wie ein feindliches Heer auf der anderen Seite des Schlachtfeldes. Und so kann ich mir den größten Weihnachtswunsch dieses Jahr nur selbst erfüllen und zugleich als einen guten Vorsatz mit ins neue Jahr nehmen. Nämlich weiterhin und noch mehr auf mich Acht zu geben und die „Arbeit“ noch mehr zu genießen. Mich nicht verrückt machen zu lassen von Menschen, die meinen, sie hätten die Kontrolle über mich, und den vermeintlich wichtigen Dingen nicht mehr Bedeutung beizumessen als nötig.

Meine Freundin erzählte mir heute morgen von unserem Eichhörnchen, das am Ende der Terrasse hoch im Baum Moos abkratzt und mit in sein Winterlager nimmt. Was empfindet es dabei? Freude? Langeweile? Wut? Ist das „Arbeit“?

Ich bin jetzt 40 und stehe aufrecht wie ein Baum, habe Augen wie ein Adler, kann rennen wie ein Hase (zumindest dem Ball hinterher) und in lichten Momenten einen klaren Gedanken fassen. Habe ich dennoch auch nur den leisesten Hauch einer Ahnung? Was ist? Was bleibt? Was wird?

Beim Frühstück im Bett einen alten Bud Spencer-Film geguckt, und zwar den, in dem er mit dem kleinen außerirdischen Jungen gegen die großen außerirdischen Invasoren kämpft, die wiederum den Willen der Menschheit gleichschalten wollen. Konnte nicht umhin, mich zu fragen, ob wir nicht schon längst gleichgeschaltet sind. Oder zumindest unsere Bedürfnisse. Das neueste Handy, das neueste Auto, den neuesten Computer, die geilste Reise, den aufregendsten Job, alle wollen dasselbe, ich nehme mich da nicht aus, und vielleicht war das in meiner Kindheit sogar auch schon so. Und fördert WhatsApp nicht womöglich sogar die Kommunikationsfähigkeit unserer Kinder?

In der Tagesschau sagen sie gerade, dass in Deutschland noch nie so viele Asylanträge wie in diesem Jahr gestellt wurden. Die Kommunen fordern mehr Unterstützung. Mein Ziehsohn hat heute auf dem Bolzplatz einen ausländischen Jungen gefragt, ob er mitkicken wolle. Danach haben wir 2 gegen 2 auf kleine Tore gespielt. Das können wir tun.