Tech-Nick

Ich hab da mal was vorbereitet. Bin ja vor ein paar Tagen erst drauf gestoßen, dass der eine aus „Absolute Giganten“ der Saturn-Tech-Nick ist. Jetzt lässt mich das nicht mehr los.

Hier also die legendäre Kneipen-Szene! Er ist aber nicht der, der ausrastet, sondern der andere, der neben dem unvergessenen Frank Giering sitzt.

Jedenfalls musst ich heute noch mal an Tech-Nick denken. Hab nämlich mal so innerlich Kassensturz gemacht, was demnächst alles mal angepackt werden muss. Und da ist eine ganze Menge zusammen gekommen: Der Elch hustet, der Roller spotzt, ebenso die Spülmaschine, die bunte Lichterkette verursacht wieder Kurzschlüsse, die Waschmaschine ist ganz tot, der Trockner fast, dabei haben wir uns gerade erst einen Kühlschrank geleistet. Wahnsinn.

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Und trotzdem ist das alles nur Zeug. Gestern Abend sind meine Freundin und ich am Stadtpark-See noch Tretboot gefahren und haben ein bisschen gestaunt, wie viele Menschen es offenbar hinbekommen, sich einen schönen Feierabend zu machen. Wir schaffen das viel zu selten. Und die sahen alle so routiniert aus. Freizeit-Experten. Vielleicht täuscht das aber auch. Ich kann nur für mich sprechen, aber im Moment machen mich die ganzen Kriegsmeldungen und -androhungen aus aller Welt ziemlich nachdenklich. Es muss ja immer erst das Grauen vor der Tür stehen, bevor man merkt, dass es zuhause eigentlich ganz schön ist. Dabei bin ich eigentlich ein zufriedener Mensch. Und ich kenne keinen Krieg, deswegen ist meine Sorge beinahe anmaßend. Doch ich habe genug Vorstellungskraft, um eine Ahnung vom Unvorstellbaren zu bekommen. Und dann finde ich das Leben wunderschön und bin ganz leise und demütig, und allen anderen geht es, glaube ich, gerade ähnlich, vielleicht unbewusst. Auch heute auf dem Markt – alle Menschen freundlich genügsam und geduldig. Hoffentlich glätten sich die Wogen wieder. Ich verspreche, ich werde etwas daraus gelernt haben.

Achtung, Beob

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Hab heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit von Weitem ein kleines Mädchen gesehen, das ganz vorsichtig etwas in beiden Händen vor sich her trug. Ich dachte zuerst, es sei ein verletztes Vögelchen oder so, aber als ich vorbeifuhr, sah ich, dass es bloß ein Handy war.

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Heute Nachmittag formierte sich vor dem Spiegel-Haus eine Demo. Sie richtete sich gegen die Ausgabe mit dem Titel: Stoppt Putin jetzt! und warf der Redaktion Kriegshetze vor. Interessantes Ding. Es gibt die Pressefreiheit und die Meinungsfreiheit. Und tausend Wahrheiten. Oder doch nur eine? Gibt es eine Realität oder doch nur tausend subjektive Wirklichkeiten. Klar, irgendjemand weiß, wer das Flugzeug abgeschossen hat. Ich weiß es nicht. Ich weiß überhaupt nichts. Ich vertraue darauf, dass meine Kollegen gut recherchieren und die Wirkung kalkulieren, bevor sie eine Meinung publik machen. Aber dann hört es auch schon auf. Der Politik vertrauen? Diesen in der Schule gemobbten Nerds? Never. In diesem Moment fällt mir ein, dass unsere Tiefgarage zuhause ein Bunker ist. Und ich könnte kotzen, dass diese Welt bzw. die Menschen in dieser Welt so sind, dass einem so etwas in diesen Tagen plötzlich einfällt.

Krass auch, was für eine Wirkung Presse haben kann. Immer wieder überraschend. Zum Glück sind die deutschen Friedensdemonstranten selbst auch ganz friedlich und stürmen nicht einfach unser Büro. Wobei, dann wäre ich auch schnell in die Tiefgarage gerannt. Ob die ebenfalls gleichzeitig als Bunker taugt?

Hab eben im Internet mal wieder ein paar Absolute Giganten-Clips angeguckt. Was für ein geiler Film. Und erst vor kurzem ist mir aufgefallen, dass der Dicke von den drei Freunden, mit dem Ford, der „Tech-Nick“ aus der Saturn-Werbung ist. Stimmt doch oder?

Unruhetag

Guter Rad teuer
Guter Rad teuer

Der Sonntag als Samstag. Und andersherum. Gestern Markt und Pferd – heute Drahtesel. Hab die Terrasse zur Werkstatt und mein altes Klapprad wieder hübsch gemacht. Mit einer schlichten Drahtbürste sämtliche Chromteile blank geschrubbt. Sattel bezogen, Vorderlicht repariert, Kette geölt und die Handbremse wieder gangbar gemacht. Und ganz obendrein die Werkzeugkisten aufgeräumt. Jetzt habe ich eine Elektro- und eine Schlosserkiste, die Jungs wissen, was gemeint ist. Das Gerümpel fanden die Kater übrigens auch cool, auch wenn sie es nicht so gezeigt und stattdessen lieber bekloppte Verrenkungen gemacht haben …

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Ja, so viel Uninteressantes für heute aus meinem Leben. Keine Lyrik, keine Theorien, keine Weisheiten. Einfach so einfach. Ich tue es, weil ich es kann. Kontrollieren kann. Haben gerade noch mal auf arte die „Truman Show“ geguckt. Was für ein toller Film. Was für tolle Ideen. Und die bekannten Regieanweisungen bei der Vater-Sohn-Szene, um die großen Emotionen auch ja nicht zu verpassen. Ein Leben für die Quote. Kenne ich auch.

Man neigt als Schriftsteller und Fernsehmann ja auch schnell dazu, das (oder zumindest ab und an sein eigenes) Leben literarisch zu er-leben oder künstlich zu dramatisieren. Im Ernst, manchmal sind die Dinge so verrückt, das es mich nicht überraschen würde, wenn mir mit einem Mal auch so ein Scheinwerfer vor die Füße knallen würde. Was für ein bewegender Moment, als Truman am Ende seiner Odyssee plötzlich mit dem Boot – scheinbar am Ende des Horizonts – in die Studiowand brettert. Aber, nicht vergessen: Wir können weg. Wir sind unser eigener Regisseur.

Apropos Schein-Werfer. Hab mir heute mit meiner Freundin vorgestellt, wie es wäre, diese Sofort-Rente zu gewinnen. Das Los hängt an der Pinnwand. Rufen die einen eigentlich an? Oder muss man das kontrollieren? Hab vor ein paar Tagen irgendwo gelesen, dass jedes Jahr mehrere Millionen Euro von Lottogewinnern nicht abgeholt werden … das sähe uns ähnlich.

Ring frei

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1) Wir brauchten keinen. Gut nach Schweden hin und wieder zurück gekommen. Hechte gefangen und ausgenommen, Hafer gefressen und eine Sekunde lang im schwedischen Supermarkt TV aufgetreten.

Tolle HechteHaferfraßSupermarkt TV

2) Ab Sonntag in der Firma ein bisschen geschwommen. Die ersten beiden Manuel Möglich-Folgen finalisiert. Gehundepaddelt, bei dem Versuch, die Erholung nicht gleich wieder über Bord zu schmeißen. Aber ohne Ring klargekommen. Sonntag: Schnitt, Montag: Text, Dienstag: Sprache, Mittwoch, Donnerstag: Grafik und Vorspann, heute: Puh …

3) Nach dieser WM sind wir mit unserem Thema, dem Deutschland-Hype der letzten Jahre im Ausland, voll en vogue. Hatte ja im Vorfeld der WM ein paar Mal meine Bedenken geäußert, ob wir, nein, ob DIE Deutschen das hinkriegen, die Begeisterung jetzt wieder auf ein cooles, sozialverträgliches Maß herunterzufahren und muss sagen: Ich habe meine Zweifel. Die Fahnen hängen immer noch an den Autos und Balkonen wie Böller nach Silvester. Ich werde mich nie daran gewöhnen. Andererseits war WM-Finale gucken in Schweden im Kreise meiner Liebsten der Knaller. Unvergessen. Die Jungs sind nach dem Abpfiff mit Klamotten in den See gesprungen. Wer weiß, Messi vielleicht auch. In einen See aus Tränen …

Der beste Spieler verlor gegen die beste Mannschaft
Der beste Spieler verlor gegen die beste Mannschaft

Schade, und da schließt sich der Kreis, dass sich die DFB-Elf mit ihren komischen Darbietungen beim Fanempfang in Berlin so entzaubert hat. Wobei, was will man erwarten, wenn man einem Fußball nach 30 Stunden Party ein Mikrofon in die Hand drückt. Das kann kein PR-Experte verhindern …

4) Leseempfehlungen: Die 4 Seiten Best-of-Live-Ticker im WM-Teil der aktuellen 11 Freunde (Wenn wir groß sind, wollen wir ein Pass von Toni Kros werden. Muss nicht mal ankommen). In der Visions diesen Monat: Ein Shoegaze-Special. Yeah. Im Spiegel diese Woche: Der Siegeszug der deutschen HipHopper. Passend dazu in der taz heute: Nina Sonnenberg alias Fiva. Grad mal in ein paar Songs reingehört. Schön. Ich kenne so wenig, dass es fast weh tut. Muss mich als Nächstes auch wieder um meine Poetry und meine Musik kümmern. Saß gestern mit unserem Manuel Möglich-Grafiker zusammen, der sonst als Stubenhacker rockt, und, ehrlich gesagt, so ein Austausch erfüllt mich immer mit ganz viel Kraft und macht mir Hoffnung, weil da draußen noch andere, z. T. sehr talentierte Menschen herumlaufen, die versuchen, mit unfassbarer Power ihre Lebensträume zu verwirklichen. Diesen Menschen gehört die Welt. Ab und an muss man ihnen vielleicht einen Rettungsring hinwerfen. Meiner brachte mir heute Morgen Kaffee ans Bett …

5) Verloren und pleite. Für Argentinien kommt jede Hilfe zu spät. Mein aufrichtiges Beileid an die Menschen, die dort leben.

Okay

Bin heute morgen aufgewacht und dachte, ich hätte alles nur geträumt. Hab ich aber nicht.

Keintraum

Ich war mir eigentlich sicher, dass nicht viel passiert, da ein Endspiel Deutschland-Holland, 40 Jahre nach München, unausweichlich ist, aber DAS war dann schon überraschend. Dabei gab es, als ich das Büro verließ, durchaus schlechte Vorzeichen …

Am Boden?!
Am Boden?!

Aber auch gute …

Am Body?!
Am Body?!

Eine Frage nur – und das nicht erst seit gestern: Wie kann man Kroos ziehen lassen?

G. SPIEGELT

Schwerpunkt im Juli-Kulturspiegel: die Freundschaft. Auf dem Cover werden ein paar klassische Freundespaare genannt: Thelma & Louise, Ernie & Bert, Batman & Robin, Laurel & Hardy etc. Zwei Freunde haben sie m. E. vergessen: Micky & Goofy. Suche und lese gerade wieder die alten Lustigen Taschenbücher aus meiner Kindheit und bin total begeistert. Micky und Goofy – eine ganz ähnliche Konstellation wie bei Oskar und Rico, die Figuren in Andreas Steinhöfels Geschichte, die jetzt verfilmt wurde. Der eine Freund etwas schlichter, aber unverzichtbar in seiner Sicherheit gebenden Funktion für den anderen.

Tolles Interview mit Steinhöfel. Ich finde auch, dass man keine Kinder haben muss, um Kinderbücher zu schreiben. Hatte Michael Ende Kinder? Wahrscheinlich ist es eher andersherum. Wer Kinder hat, kommt gar nicht dazu, Bücher zu schreiben, weil er a) keine Zeit hat und b) völlig desillusioniert ist … (Scherz)

MdrR

Das Taschenbuch, auf das ich mich beziehe, heißt „Micky, der rasende Reporter“ und ist aus naheliegenden Gründen mein Lieblingsbuch. Und fast so alt wie ich. Interessant in diesem Buch übrigens auch das Verhältnis zwischen Micky und Minni. Minni spielt hier nämlich eher die Xanthippe, während sie ja sonst oft als charmanter, verständnisvoller Rückhalt gezeichnet wird. Hing (bzw. hängt) sicher auch immer davon ab, welcher Autor gerade die Story schreibt. Würde den von damals jedenfalls gerne mal besuchen und fragen, was bei ihm vor 40 Jahren privat los war. Grundsätzlich bin ich von Micky und Minni oder Donald und Daisy aber immer ganz gerührt, weil die ja faktisch „füreinander geschaffen“ sind … ach, was weiß ich …

Ansonsten? Hat mein Kollege Jörg Kramer im aktuellen SPIEGEL einen Absatz über Thomas Müller formuliert, der so wunderbar treffend ist, dass ich ihn hier nochmal teilen muss:

„Müller spürt und genießt es, dass das Turnier ihn aufwertet, ihn plötzlich wie die Avantgarde eines Weltspielstils 2014 aussehen lässt. Mit diesem schneidigen Hurra, aufopferungsvoll, könnte er auch für Chile auflaufen oder für Costa Rica. Es ist aber Deutschland, das macht die kämpferische Haltung irgendwie wertvoller – so wie eine Zote niveauvoller klingt, wenn ein namhafter Philosoph sie erzählt.“

Da ist alles drin, bis hin zu dem Aspekt, dass – und da schließt sich der Kreis, weil ja genau dies das Thema unserer Reportage mit Manuel Möglich war – bestimmte Eigenschaften, wenn sie an Deutsche oder Deutschland gekoppelt sind, verquast verklärt werden. Also: Ja, ich trage gerade das DFB-Auswärtstrikot der WM 1970 in Mexiko, doch – Nein, ich kann mir nicht vorstellen, eine Fahne aus dem Fenster zu hängen und mein Auto schwarzrotgold zu verkleiden. Hab in den letzten Tagen schon sehr gruselige Sachen auf den Straßen gesehen. Es muss für einige Menschen eine unheimliche Genugtuung sein, die Fahne jetzt auch außerhalb des Schrebergartens hissen zu dürfen. Wenn das mal gutgeht …

Riesig

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Ja, vielleicht haben wir nicht so leckeren Kakao wie die Franzosen, dafür sind wir im Halbfinale. Also, natürlich nicht „wir“, im Sinne von ICH, aber die DFB-Elf. Toll gespielt, zwar auch sehr deutsch, nämlich geordnet und diszipliniert, aber jetzt auch nicht abgebrüht und kaltblütig, sonst hätte Schürle noch 2 Dinger gemacht. Eher neudeutsch, alles in allem, ganz charmant. So wie Neuer danach im Interview. Wie alt ist der noch mal? Wahnsinn, gelassen wie ein alter Gartenzwerg. Was soll da groß passieren?

Katerstimmung
Katerstimmung

Apropos 2 Dinger. Gestern beide Kater zum Kastrieren gebracht. Schrecklich. In erster Linie nicht für mich, schon klar, aber King Kong klebte so verschüchtert hinten an der Wand seines Aufwachkäfigs, als ich ihn abholte, DAS war schrecklich. Die beiden haben mich gestern auch erstmal gemieden und ganz ängstlich geguckt, als meine Freundin eben die Wohnung verließ, nach dem Motto: Oh, nein, lass uns nicht mit dem alleine. Jetzt geht´s wieder. Sie kühlen ihre Wunden auf den Fliesen und genießen die Ruhe …

Fazit: Für die einen ein traumatisches Jugenderlebnis, für die anderen eine Klitzekleinigkeit:

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So ist das Leben.

Da ist das Ding

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WOW! Geschafft. Gestern Abend ist mein wichtigstes Projekt in diesem Jahr zu einem glorreichen Ende gekommen. Meine 7. Klasse hat ihren Roman im Literaturhaus vorgestellt, und das war ganz toll. Bei der Generalprobe morgens in der Schule haben wir noch fleißig Betonung, Pausen und Artikulation trainiert – und alle haben die kleinen Korrekturen bei der Lesung beherzigt und super gelesen. Und, was mir auch wichtig war, alle haben sich gut benommen (ein paar Jungs hatten extra ein Hemd angezogen). Ich stand allerdings auch die ganze Zeit daneben wie ein Schießhund. Muss einen ziemlich strengen Eindruck gemacht haben, war mir aber egal. Am Ende hatten alle ihr Buch und waren ganz stolz. Ich auch. Auf meine Klasse.

Ich war ja am Anfang etwas erstaunt, dass so viele Kinder erzählten, sie hätten zuhause keine oder kaum Bücher. Das wird sich durch unser Projekt auch nicht komplett ändern. Ich hab dann aber doch gefragt, wer jetzt in den Ferien vorhat, ein bisschen mehr zu lesen, und ein Junge meinte, er würde ja mehr lesen, wenn alle Geschichten so spannend wären wie unsere …

SHRKT

Ansonsten? Hat Tante Mimi, die sehr alte, aber immer noch sehr coole Nachbarin meiner Mutter heute zum gestrigen Spiel gesagt, „ohne Schürli und Ötzi hätten wir einpacken können“. Herrlich.

Bi uns tu Hus

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Heute letzter Tag Lettland. Das Wetter spielt weiterhin verrückt. Haben zum Abschluss unserer Reise einen Deutschen Club in Daugavpils besucht. Der Chor hat extra für uns das Friesenlied gesungen und mir wurde ganz warm ums Herz. Ja, ich bin Europäer. Ja, ich finde die meisten Deutschen eher dumm und arrogant, und ich glaube, der landesübliche Nationalstolz ist einfach nichts für uns, aber beim Friesenlied freue ich mich auf zuhause …

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