
Ein kurzes Lebenszeichen aus dem Jobstrudel. Bin zurück von einem kurzen, sehr intensiven Dreh auf der norwegischen Insel Senja. Haben dort für das ZDF gedreht, mit einem sehr interessanten, netten jungen Paar, Ellen und Jonas, (plus Hund), das in seinem alten Landrover Nordeuropa durchquert.
Hatte ein bisschen Sorge, dass mein gerade genesener Knöchel der off road-Belastung vielleicht nicht standhält, ging aber alles ganz gut. Sind sogar am dritten Tag auf einen kleinen Berg gestiegen (Husfjället), bei gar nicht so leichten Bedingungen (Sonne, Wind, Regen, Hagel, Schnee, alles innerhalb von 5 Stunden). Bin auch zwei oder dreimal mit dem „schlechten“ Fuß weggerutscht, der krasseste Ausrutscher war ganz oben, kurz vor dem Gipfel, als der Schnee einsetzte. Da war ich dann doch ganz erleichtert, dass nix Schlimmeres passiert ist. Ich meine, das war jetzt kein besonders hoher Berg, aber selbst bei diesem Hobby-Aufstieg ist einem deutlich geworden, warum es so oft zu Unfällen in den Bergen kommt.
Ansonsten muss ich sagen, dass mich dieses Insel – bei allem Produktionsstress – wirklich sehr geflasht hat. Am besten gefallen hat mir Hamn i Senja, eine kleine Hotelanlage, in der wir zwei Nächte gepennt haben, das war echt so, dass ich dachte, warum bin ich hier zum Arbeiten und nicht mit meiner Freundin hier, zum Lesen und Wandern. Wobei gelesen habe ich auch ein bisschen: „Normal People“ von Sally Rooney. Und gewandert sind wir auch. Und Kanu gefahren, also die Protagonisten. Das Wasser da ist, aus der Luft betrachtet, an manchen Stellen so türkis, dass man meint, in der Karibik zu sein.
Wahnsinn. Ach ja, und der Pannendienst musste unseren Wagen aus dem Schlamm ziehen. Also, wir haben schon einiges erlebt. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich solche körperlich anstrengenden Drehs auch nicht mehr so locker wegstecke. Am Wochenende plagte mich prompt eine leichte Erkältung, die ich mir auf dem Berg eingefangen habe. Und die Schulter ist verspannt. Irgendwas muss ich ändern. Ich weiß nur noch nicht, was und wann. Denn im Grunde sind diese Drehreisen ja toll. Jetzt muss ich gleich wieder zum Flughafen, meine bessere Hälfte abholen. Sie hat heute für einen Film, den wir gemeinsam für ARTE machen, in Paris gedreht. Und vorgestern Abend kam mein Ziehsohn aus London angeflogen (Klassenreise). Klingt glamourös, erschwert aber den Alltag. In Zeiten wie diesen könnten wir fast eine Dependance am Flughafen aufmachen …






ja wohl noch sagen dürfen! Ganz ehrlich, ich werde das beobachten und mich in der Zwischenzeit schon mal nach möglichen Exilländern umschauen. Und meine Nachfahren politisch auf links ziehen. Heute ist mein jüngster Sohn hier, der geht auf die Klima-Demos. Schon mal gut. Wir haben seinen 16. Geburtstag nachgefeiert. Er reitet gerade auf so einer Retro-Welle, ganz angenehm, habe ihm u.a. ein altes Rennrad von mir fertiggemacht und „vererbt“. Kam gut an. Noch nachhaltiger ist allerdings ein Buch, das ich an ihn weitergereicht habe: „Ich habe sieben Leben“ von Frederik Hetmann, ein Buch über Che
Guevara, das mir meine große Schwester zum 18. Geburtstag geschenkt hat. Jetzt, fast 30 Jahre später, gebe ich es weiter. Es sind zwei Widmungen drin, eine von meiner Schwester an mich, eine von mir an ihn. Ein gutes Gefühl.
Dass der Knöchel noch so empfindlich ist, nervt mich ein bisschen. Score Hero unkt schon: „Das Ende einer Ära“. Fühle mich aber in der Tat noch ein bisschen schwach auf den Beinen. Liegt auch daran, dass ich bei der Arbeit gerade ein bisschen überrannt werde. Da freute mich doch eine Nachricht meines Alphabeten-Kollegen Sebastian, der heute Vormittag mit Karen Köhler die zweite Folge unseres Podcasts mit ihr gegengehört hat:




























