Dies ist eher ein Tagebuch- als ein Blog-Eintrag. Damit ich Dinge nicht vergesse, z.B. dass über Grönland verhandelt wurde. Muss man niederschreiben, weil man sonst irgendwann denkt, man hätte das geträumt.

Wilde Tage, auch beruflich. Die neue Funktion als Producer für ArteRe: ist spannend, weil die Themen, wie erwartet, spannend sind. Habe in den ersten drei Wochen so viel recherchiert wie lange nicht, also richtige Basisarbeit. Klappt noch ganz gut, aber man stößt bei bestimmten Themen auch an seine Grenzen, wenn man versucht, ohne Insider oder „Fixer“, wie diese Expert*Innen heißen, auszukommen. Habe so unter anderem mit dem Dänischen Verteidigungsministerium korrespondiert, mit einer grönländischen Kapitänsanwärterin, mit Organisationen, die sich um Kinder kümmern, deren Väter oder Mütter im Knast sind, der Wasserschutzpolizei an der Müritz und einigen anderen hochinteressanten Menschen, die aber noch ein wenig im Geheimen bleiben müssen, bis wir wissen, ob es offiziell ein Thema wird. Das ist gewissermaßen der „Nachteil“, wenn man so möchte, dass es bei diesem Format naturgemäß passieren kann, dass nicht jedes Thema, das ICH spannend finde, auch ein Thema wird, weil es andere vielleicht nicht so spannend finden oder es schlicht und einfach schon mal gemacht wurde. Werde mich da ein wenig „reinfuchsen“ müssen.

Diese tägliche Kopfarbeit ist anstrengend, aber interessant. Und tatsächlich merke ich auch, dass es mich inspiriert und dazu anspornt, mich auch über den Job hinaus mit Dingen zu beschäftigen, die nicht beliebig sind. Weil die Zeit auch kostbar ist. Und gleichzeitig(!) schnell vergeht. War mit meiner Frau z.B. bei Jan Plewka, der in der Fabrik – toll aufbereitet – Simon & Garfunkel-Songs interpretiert hat. Klasse. Oder gestern Abend, als ich nach einem Planungstreffen unseres kleinen Verlags minimaltrashart noch einen schönen, alten Krimi in der arte-Mediathek gesehen habe: „Die Klette“.
https://www.arte.tv/embeds/de/125577-000-A?autoplay=true&mute=0

All diese Dinge erfreuen mich. Aber man muss natürlich darauf achten, dass man nicht „überdreht“. Hab mir heute Vormittag nochmal gezielt ein Manuskript für mta angeschaut und, zack, waren drei Stunden vorbei. Jetzt eben noch schnell bloggen, bevor Fußball anfängt, stopp, dann nochmal eben in ein altes Musik-Arrangement reinhören – Ist das was für nächstes Wochenende? -, muss mich fast zwingen, mal nichts zu tun. Kreuzwort-Rätsel helfen mir dabei. Morgens im Bett. Oder abends. Das ist beruhigend, lustig und lehrreich, aber manchmal auch traurig.

Hier, zum Beispiel, wird gesucht: Film mit Romy Schneider – das ist dann eben Sissi, obwohl Romy Schneider so viele andere tolle Filme gemacht hat, die übrigens auch ab und an auf arte laufen. Aber Sissi kennen eben auch die Rätselrater. Ich meine, dass Romy Schneider nicht glücklich alt wurde, ist bekannt, lag sicher am Unfall ihres Sohnes, aber vielleicht auch daran, dass ihr die Sissi so hinterherging. Traurig. Auf der anderen Seite musste ich nicht nachschauen, wie das Autokennzeichen von Coesfeld lautet. Und, ja, es wird Kosfeld ausgesprochen, nicht Zösfeld.