Virologen sind die neuen Popstars!

Hallo!

Ein kurzes Lebenszeichen aus dem Home-Office. Bin fleißig. Unter der Woche für die Firma Schnittbetreuung, heute am Feiertag wieder in Sachen Buch unterwegs. Nachdem ich in den letzten Tagen die Dinge ein wenig hin und her bewegen musste, ging es heute mal wieder ganz flüssig.

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Bin heute Morgen auf Seite 170 gestartet und eben auf Seite 180 zum Ende gekommen. 10 Seiten überarbeitet, angereichert, neu geschrieben, nicht schlecht für einen Tag. Weiß natürlich nicht, ob das alles gut ist oder lesenswert, oder ob das am Ende keine Sau interessiert, aber ich kann ja eh nicht anders, als auch dieses Buch wieder fertig zu machen. Auch wenn es sich, von außen betrachtet, vielleicht nicht lohnt.

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Gesunder Geist in gesundem Körper, so lautet mein Motto in diesen Tagen. Gehe jeden zweiten Tag joggen. Hab die Hanteln wieder hervorgeholt. Und seit zwei Wochen nur alkoholfreies Bier. Bis auf letzen Samstag, schönen Dank auch, Jan-Uwe (Nein, in besonderen Situationen muss man auch mal von seinem Kurs abweichen können. Solange man nicht vom Kurs abkommt! ;-)

Ansonsten? Treffe ich mich morgen nach Wochen mal wieder (vorsichtig) mit meinem Sohn. Die beiden älteren hatten diese Woche Abi-Prüfungen! Abi!!!! Nicht mittlere Reife, Abi!!! Das ist schon alles ein bisschen merkwürdig. Ich weiß noch genau, wie ich mich damals in deren Alter am Anfang wähnte, aber im Grunde fühle ich mich immer noch so. Ich meine, ich mache jetzt seit 17 Jahren Filme, aber ich hab immer noch das Gefühl, es ist eigentlich ein Übergangsjob. Crazy.

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Apropos crazy – wie verrückt diese Zeiten sind, sieht man u.a. auch daran, welche „Promis“ es auf den BUNTE-Titel schaffen. Virologen sind die neuen Popstars!

Und? Wenn ich nicht fleißig bin, falle ich meiner Schwäche zum Opfer. Score! Hero hat eine neue Saison freigeschaltet. Ich bin jetzt Trainer beim AS Rom. Das allein wäre vielleicht keine news, aber die Programmentwickler kreieren in der deutschen Version manchmal so schöne Übersetzungsfehler, vor allem, wenn Umlaute im Spiel sind. Und für das heutige Spiel haben sie sich etwas ganz Schönes ausgedacht. Da stand wohl Mutter Merkel Pate. Patin? Patina? Was soll ich sagen, wir schaffen das auch.

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01. Mai 2020 von Gerrit
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Der Würfel

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Der Würfel
Sie kommen einem groß vor. Manchmal. Diese neun Quadratmeter. Oder 27 Kubikmeter, wenn man die Höhe der Wände dazurechnet.
Aber man rechnet nicht mehr. Man strengt sich überhaupt nicht mehr an. Man macht eigentlich gar nichts. Im Würfel. Ursprünglich Zellen für Isolationshäftlinge. Dann wurden sie umfunktioniert. Weil sie dichthalten.
„Zwischenstation“ nennt es die Regierung. Ein Genie hat das Wording kreiert.
Einziges Möbelstück im Würfel: ein Sessel, der im seltenen Fall, dass man wirklich schläft (Aber ist man den Rest der Zeit über wirklich wach?), mit einem Knopfdruck zur Liege wird. Man verlässt ihn nicht mehr. Das Genie sagt, der Sessel sei das „ontologische Zentrum unserer neuen Erlebniswelt“.
„Das einzige Ding, das man anfassen kann“, sage ich. Allerdings lässt mein Gefühl in den Fingerspitzen stetig nach.
Die Luft ist klimatisiert und brennt in den Lungen. Sie wird ständig neu aufbereitet und gefiltert, ebenso die Nahrung. Die implantierte Magensonde überprüft nebenbei die Vitalfunktionen und mischt bei Bedarf ein Vitaminpräparat oder ein Antibiotikum ins Serum.
Man hat keinen Geschmack mehr. Bei nichts. Auch nicht bei Geschlechtspartnern. Cyber Sex wurde perfektioniert. „Lusttröpfchen statt Tröpfcheninfektion“, wirbt die Regierung. Ein Genie hat den Claim kreiert. Man kann in einer Datenbank mit der rechten Maustaste andere Würfelbewohner anficken. „Echte Menschen“, wirbt die Regierung. „Definiere echt“, sage ich und nehme die Intim-Manschette gar nicht mehr ab. Die VR-Brille auch nicht. Die Datenbank lässt keine Wünsche offen. Es gibt auch Naturaufnahmen. Von Bäumen. Das ist das Geilste. Beruhigender als das abendliche Valium, das durch die Sonde rauscht.
Drogen ohne Nebenwirkungen.
Sex ohne Nebenwirkungen.
Nebenwirkungen ohne Nebenwirkungen.
Dämmerzustand.
Alles wird eine Empfindung.
Alles on demand.
Weiße Mäuse vögeln rosa Elefanten.
Mein Kopf kann alles, was ich denke.
„Zwischenstation“ nennt es die Regierung. Ein Genie hat das Wording kreiert.
“Matschepampe“, sage ich.

27. April 2020 von Gerrit
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Hi, Fidelity!

Ihr Lieben,
tja, ist alles schwer zu glauben: Spielplätze abgesperrt, Fußballplätze geschlossen, Abi verschoben, Anfassen verboten, Familienbesuche ebenso, Kassiererinnen hinter Plastik und immer noch kein Klopapier. Ab morgen bin ich im Schnitt, aber eben nicht wirklich, sondern eigentlich zuhause, schneide aber zusammen mit dem Cutter, der im Schnitt sitzt. Amazon liefert keine Bücher mehr und Leute stürmen die Charts mit Songs wie Klopapier und Nudeln – und es ist nicht Helge Schneider.

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Petrus spielt auch schön verrückt und bedeckt für einen Morgen nochmal alles mit Schnee. Und trotzdem sind das nur Oberflächlichkeiten. Denn nebenbei erreichen mich Nachrichten von befreundeten Autoren, die ihr Buch nicht in die Welt tragen können, befreundeten Freelancern, denen Aufträge wegbrechen und anderen guten Freunden, die um ihre Existenz bangen.

Und dann die große Frage: Bringen die Maßnahmen es überhaupt? Wäre es nicht gut, wenn der Virus einmal durchgeht? Stichwort: Herden-Immunität. Ja, aber da frage ich: Denkt dabei niemand an die Ärzte und Ärztinnen, die dann vor der Flut von Infizierten stehen und entscheiden müssen, wen sie behandeln und wen sie aufgeben?

Hoffen wir, dass sich die Lage schnell normalisiert. Oder so schnell, wie möglich. Und dass danach nicht alle durchdrehen und es volle Pulle wieder von vorne losgeht. Ist doch zumindest ganz gut, dass sich auch die Natur mal ein bisschen erholen kann. Keine Flugzeuge, keine Kreuzfahrtschiffe, weniger Verkehr … merkt man sofort.

Ich selbst komme auch zur Ruhe. Jedenfalls hier, in meinem kleinen, umfunktionierten Wandschrank, mit dem Fenster zum Wald, wenn nicht gerade die Müllabfuhr morgens um Sechs die Container leert. Die Typen ohne Masken übrigens und nebeneinander hinten auf den Trittbrettern, das sind maximal 1 Meter 50 Abstand. Aber ist ja gut, dass wir jetzt nicht auch noch in unserem Müll ersticken. Deutschland ist schon ganz gut, nur ein paar Deutsche stören.

Spiele mit den Katzen. Streichle sie oft im Vorbeigehen oder fotografiere sie, die sind schon richtig genervt. Aber sie sind auch zu drollig. Ich meine, wer sich so in den Altpapierkarton schmeißt, der legt es doch darauf an, fotografiert zu werden …

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Apropos genervt, finde Home-Office nach wie vor gut, merke aber, dass mir die ganzen Online-Konferenzen und Telkos jetzt schon ein bisschen auf den Geist gehen. Die Leute schreiben auch mehr, Emails und Messages in diversen Chats. Auch viel Unwichtiges. Aber auch viel Witziges. Und um Kontakt zu seinen Kindern zu halten, sind diese Möglichkeiten natürlich gut, ach, was sage ich: Gold wert.

Versuche, abends wieder regelmäßig zu schreiben. Gucke aber auch kurze Dokus oder schaue nur mal rein, Filmausschnitte, Outtakes, zappe mich quasi durchs Internet. Höre wieder mehr Musik. Und recherchiere unwichtige Dinge, lasse mich treiben und die Gedanken in meinem Kopf.

Werde von nun an regelmäßig kleine Internet-Hits posten, auf die ich abends so stoße, und mit Euch teilen. Vielleicht habt ihr ja Spaß daran. Wir beginnen mit einem tollen Stück von einem insgesamt sehr tollen Soundtrack zu einer Verfilmung eines sehr tollen Buches: High Fidelity.

Bleibt gesund – oder wie uns die Kollegen vom Schweizer Fernsehen eben schrieben: Blibed Gsund!

31. März 2020 von Gerrit
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Sonnenfinsternis

Wie gemalt ...

Wie gemalt …

Höre Billie Eilish – everything I wanted, was für ein toller Song. Wobei das schon krass ist, diese enge Verbindung zu ihrem Bruder, der durch seine kleine Schwester plötzlich zum Popstar avanciert. Der (das?) Werbebanner unten auf dem Bildschirm zu Beginn des Songs sagt mir an, dass Atemschutzmasken bald ausverkauft sind. Ich möge mir mit dem Kauf besser keine Zeit lassen.

Man weiß gar nicht, was man schreiben soll – irgendwas zwischen Keine Panik auf der Titanic und dies könnten die letzten Zeilen sein, die ich je gebloggt habe.

Habe Sonntagabend meinen ältesten Sohn verabschiedet, und mein jüngster ist in Namibia. Weiß in dieser Sekunde tatsächlich nicht genau, wann ich beide wiedersehen werde.

Es ist ernst. Aber weil man zuhause bleibt, sieht man (noch) nicht, wie ernst es ist. Und warum!? Aber es ist ernst. Aber nicht hoffnungslos.

Was kann man tun? Zuhause bleiben. Hat Angie ja gesagt. Und wenn man einkaufen muss, nach dem Einkaufen als erstes Händewaschen. Gründlich. 

War auch Joggen, alleine im Wald. Immunisierung, nenne ich das. Und Amok-Prävention. Hab Klimmzüge gemacht und Liegestütze und auf den Holzpöllern, die in die Erde eingelassen sind, bin ich balanciert, immer schön einbeinig auf der Fußspitze und ein bisschen wippen. Innere und äußere Balance halten und die kaputten Bänder trainieren.

Hab auch kein Bier mehr gekauft. Weil ich mir bei all der Sorge abends zuletzt zwei Bier zuviel genehmigt habe und dann morgens in einem Zustand aufgewacht bin, wo ich bis mittags nicht sagen konnte, ist das noch Kater oder schon Corona. Ja, lustig, weil Corona ja auch ein Bier ist, DIE Bilderwitze kann ich echt nicht mehr sehen, und ich bin, weiß Gott, ein Fan von Bilderwitzen.

Corona – eigentlich ein schönes Phänomen. Die Sonnenkorona ist – wenn man so will – die Atmosphäre der Sonne. Man kann sie mit bloßem Auge nur kurz während einer totaler Sonnenfinsternis sehen, wenn das Licht der Photosphäre durch den Mond vollständig abgedeckt ist.

Steht so im Netz.

Das mit dem Namen ist so wie mit dem Sturmtief Sabine. Eine Kollegin von mir heißt so, aber jetzt denke ich bei dem Namen immer an eine Naturgewalt, die unsere Terrasse verwüstet hat.

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Arbeitsplatz der Zukunft

Ich habe kein Problem mit Home Office, absolut nicht, ich kann hier wunderbar zuhause sitzen und Emails schreiben oder schneiden oder nachdenken, zwischendurch eine Tasse Kaffee kochen, 5 Minuten auf die Terrasse und tote Gräser aus den Blumenkästen zupfen. So wie andere Leute in der Firma runter vor die Tür gehen, um eine zu rauchen. Oder gleich zwei, damit sich der Weg richtig lohnt.

Wir haben die Terrassen auf jeden Fall am Wochenende aufgeräumt und gestern gekärchert (das macht die Dame des Hauses persönlich). Da fehlen noch ein paar schöne, neue, große, bunte Blumen, aber bevor die Eisheiligen nicht waren, mache ich da gar nix. Wer zu früh kauft, kauft zweimal. Andererseits sollte man raus, solange es noch geht.

Will sagen, ich brauche gar nicht so viele Menschen um mich herum. Jedenfalls nicht täglich. Im Grunde reichen mir meine Liebsten, vielleicht die Familie, aber die sehe ich ja sonst auch nicht jeden Tag. Mein jüngster Sohn weilt, wie gesagt, gerade in Namibia. Das wird spannend, wann der zurück darf. Aber wir haben früher immer das Schutzengel-Lied gesungen, deswegen bin ich der festen Überzeugung, dass alles mehr oder weniger wie geplant verlaufen wird. Und wenn nicht, wird es eine Lösung geben. Notfalls kaufen die beiden älteren Söhne und ich einen Panzer bei Steel Buddy Michael und holen ihn da raus (meinen Sohn, nicht Michael). Und wenn es das Letzte ist, was ich mache.

Die Preise für Panzer werden fallen. Die Preise für alles werden fallen.

Dinge werden sich neu ordnen.

Die normative Kraft des Faktischen, gerade wieder irgendwo gelesen.

Stand wirklich zum ersten Mal in meinem Leben vor leeren Regalen. Bei Klopapier, H-Milch, Konserven und Mehl.

Aus! Verkauft!

Aus! Verkauft!

Die Prepper sehen sich jetzt natürlich im Recht. Die Impfgegner halten dafür gerade lieber mal die Klappe. Dafür wiederum melden sich alle Gegner des globalisierten Turbokapitalismus zu Wort, nicht ganz zu Unrecht. Wobei – das Mittelalter hatte die Pest.

Fest steht: Wir Menschen haben das Problem, nicht die Natur. Eine blühende Balkonpflanze wird vielleicht noch erfrieren, aber kein Corona kriegen.

Toll, oder?

Toll, oder?

Wer Blumen hat, ist im Vorteil.

Und Blumenkohl.

Und Katzen.

Mein Ficus Benjamina im Büro wird Corona jedenfalls nicht überleben.

Es wird (noch mehr) Opfer geben.

(Noch) Jemand wird am Ende China verklagen.

Irgendein Arschloch wird (hinter vorgehaltener Hand) sagen, wir hätten wegen ein paar hunderttausend Alten nicht die gesamte Wirtschaft gefährden dürfen. Vielleicht hat er es sogar schon gesagt. Oder sie.

Bin so froh, dass die AfD (noch) nicht an der Macht ist. Und wer das JETZT immer noch nicht verstanden hat, der kann sich meinetwegen irgendwo treffen und sich gegenseitig umarmen und/oder irgendwelche Körperteile (Zunge, Hand etc.) in den Hals stecken. Aber bitte nicht wiederkommen.

Lese Abends direkt vor dem Schlafengehen jedenfalls keine Nachrichten mehr. Was soll da drin stehen, dass ich etwas anderes mache als zu schlafen zu versuchen?

Versuche trotzdem, immer gesprächsbereit zu sein. 

Lese stattdessen wieder (mehr) Bücher oder gucke mit meinen Liebsten (zumindest mit denen, die anwesend sind) eine lustige Serie, z.B. Brooklyn 99. Wobei ich dann an eine Freundin denken muss, die in Brooklyn mit ihrem Mann ein Restaurant führt, nein, zwei sogar, und dass der idiotische Präsident bei denen bestimmt nicht so ruhig und weitsichtig agiert wie unsere Leute hier.

Irgendwie wird es weitergehen. Bleibt zuhause, bleibt gesund.

Alles wird gut!

19. März 2020 von Gerrit
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Moment, Aufnahme!

HDlmSufmsadS

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Manchmal braucht man keine formale Bestätigung darüber, ob man es im Leben „geschafft“ hat, also keinen Fernseh- oder Literaturpreis oder gar einen Blick auf das Bankkonto. Manchmal reicht es, am Freitag einen Blick zurück auf die Woche zu werfen und erstaunt festzustellen, wie bunt das Leben sein kann, und wie wohltuend, einfach nur der Typ zu sein, der man ist, in dem Leben, das man führt. Ganz unaufgeregt (Was nicht heißt, dass es nicht auch mal wieder Rückschläge geben wird, aber es geht ja im Leben auch darum, die gute Momentaufnahme mal abzuspielen …).

Ich brauchte tatsächlich ein paar Tage, um mich von den Drehreise-Strapazen zu erholen, aber dann ging es – ganz easy – Schlag auf Schlag. Am Montag haben meine Lebensgefährtin und ich es endlich zum Standesamt geschafft, zwar erstmal nur zur Anmeldung, aber ich fand das schon aufregend genug, auf eine gute Art, wohlgemerkt, und ich empfinde es als großes Geschenk, dass man sich über diesen Schritt freuen, aufgeregt und gespannt sein kann, obwohl wir jetzt schon fast 12 Jahre zusammen sind. Danke dafür, Süße!

Am Dienstag habe ich angefangen, die Eindrücke meines Kolumbiendrehs zu einem so genannten „Mood-Tape“ zusammenzuschneiden. Der Sender wollte was sehen, wie die Protagonisten funktionieren, wie die Bilderwelten aussehen, das ist üblich, aber auch ein bisschen stressig, weil davon tatsächlich einiges abhängt. Lange Rede, kurzer Sinn: Habe es selbst vorgeschnitten, gestern Mittag meinem Chef gezeigt, der hat es an den Sender weitergeleitet, und gestern Abend kam das Feedback aus Mainz: die Verantwortlichen dort waren begeistert!

Ich erhielt die Nachricht gerade, als ich mich in einem weiteren Meeting befand, und zwar in der Agentur meines ersten Hamburger Mitbewohners, Rocket & Wink, zwei superkreative Typen, die gerne eine ausgefallene Doku über sich machen würden und mich gefragt haben, ob ich Regie führen könne. Kann ich natürlich nicht so einfach, ohne zu kündigen, aber allein die Tatsache, dass diese kreativen Typen mich fragen, ob ich mir das vorstellen könne, ist der Hammer!

Nein, ich musste keine Frau sprechen! Fand nur das Bild so schön.

Nein, ich musste keine Frau sprechen! Fand nur das Bild so schön.

Davor habe ich kurz einer Kollegin geholfen, die beim Vertonen einer fremdsprachigen Doku noch einen Synchronsprecher brauchte, für eine tragende Figur, einen Koch, das war richtig viel, aber es hat total Spaß gemacht. Ich meine, ich hab das nicht gelernt, aber durch die vielen Lesungen und das Dialoge lesen und schreiben, verfüge ich da mittlerweile über eine ambitionierte Laien-Kompetenz, die offenbar dem Zuschauer zumutbar ist ;-)

Und es hört nicht auf: In diesem Augenblick (ich habe mir einen halben Tag frei genommen) sitze ich hinter meinem Alphabeten-Kollegen Sebastian Stuertz, der sich zwischen all seinen Buch-Release-Terminen Zeit freigeschaufelt und mich angefunkt hat, damit wir die nächste Podcast-Folge auf den Weg bringen: unser Interview mit dem Hamburger Autoren Frank Berzbach, der mir (als Experte für kreatives Leben) sicher attestieren würde, dass es mir im Moment gelingt, besonnen, kreativ und inspiriert die Tage zu gestalten. Leider streikt gerade die Technik – Mist (da ist er schon, der nächste Rückschlag!).

Gewöhn´ Dich dran, Junge!

Gewöhn´ Dich dran, Junge!

Und heute Abend kommt meine kleine Schwester, um mit uns ihren Geburtstag zu feiern. Wir schenken ihr das tolle Romandebut von Sebastian – mit Widmung, versteht sich. Und danach gehen wir alle essen. Das wird schön. Und lustig. Mein Ziehsohn wird sich herrlich für uns schämen – und dann mitlachen.

In diesem Sinne – lacht Euch an! Und alle Hamburger am Sonntag die richtige Wahl treffen, bitte! Es lebe die Demokratie!

Schönes Wochenende!

21. Februar 2020 von Gerrit
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Hauptsache: Nebenrolle!

Puh, bin zwar platt, habe aber den Jetlag, glaube ich, überlistet!

Der einzige Vorteil auf den langen Flügen ist ja, dass man ein paar Filme gucken kann, die man im Kino verpasst hat. Wobei ich es auch einfach nicht mehr oft ins Kino schaffe, weil ich, wenn ich nicht arbeite, trommele, Fußball oder Podcaster spiele, gerne auch mal zuhause bin. Egal, habe jedenfalls u.a. Rocketman geguckt, diesen Elton John-Film, weil mich Musik fasziniert. Deswegen muss ich unbedingt auch noch den Lindenberg-Film gucken.

Um es kurz zu machen: der Film Rocketman ist gut. Nicht so gut wie Bohemian Rhapsody, aber gut. Schön gedreht, schöne Musik, gute Schauspieler, und selbst die Musical-Elemente gehen einem nicht auf die Eier. Ein bisschen deprimierend fand ich die Schilderung des Vater-Sohn-Verhältnisses, das ging mir nahe, man kann sich gar nicht vorstellen, dass es Väter gibt, die so sind. Aber vermutlich geht es sogar noch schlimmer …

Eine Szene hat mir besonders viel Freude bereitet, und die möchte ich gerne hier und heute mit Euch teilen. Sie ist deswegen so großartig, weil der Song gut ist, der Entstehungszusammenhang kurios, die Dramaturgie des Entstehungsprozesses leicht, aber spannend und die Schauspielerleistung grandios – vor allem von Jamie Bell, der Eltons Texter-Freund Bernie Taupin spielt.

Meines Erachtens spielt Bell seine Nebenrolle in dieser Szene noch eindrücklicher als Taron Egerton den Part des genialen Komponisten, der diesen Welthit Your Song mal eben nach dem Frühstück scheinbar mühelos aus dem Ärmel schüttelt. Das ist in der Tat toll inszeniert, weil Egerton/John eben sehr wohl hier und da kurz nach den richtigen Harmonien sucht, aber dennoch zugleich deutlich wird, wie unfassbar inspiriert er in diesem Moment gewesen sein muss. Und sein Texter-Freund hört das auch, oben im Badezimmer. Er will sich eigentlich rasieren, hört aber die ersten Takte von unten und weiß sofort, dass gerade etwas Magisches passiert (ca. bei Min. 0.20). Und dieses wunderbare Mischung aus Überraschung, Ungläubigkeit, Freude und einer ahnungsvollen Gewissheit, dass das, was er da gerade hört, ihr Leben verändern wird, drückt Jamie Bells Mimik so wahnsinnig gut aus, dass man selbst ganz verzaubert ist (z.B. bei Min. 0.53). Das Ganze gipfelt in dem einen Moment bei ca. Min. 1:20 ff. Egerton/John singt die Zeile: „This one is for you.“ Er widmet diesen Song in dem Moment des Entstehens seinem Texter-Freund, den er auf eine (bloß) platonische Weise zu lieben gezwungen ist, und haut diesen damit völlig aus den Latschen, was Bells/Taupins Reaktion sofort bestätigt. Der ganze Respekt, die ganze Liebe und Zuneigung zwischen den beiden nimmt plötzlich Formen an. Eine kleine Szene, aber ganz großes Kino! Wenn das auch nur annähernd damals wirklich so passiert ist, können sich die beiden Künstler sehr glücklich schätzen, so etwas gemeinsam erlebt zu haben.

 

13. Februar 2020 von Gerrit
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By roh

Über den Wolken ist der Sturm bloß ein Blau ...

Über den Wolken ist der Sturm bloß ein Blau …

Gestern Abend heile in Hamburg gelandet. War immer noch ziemlich windig, habe es nach Ewigkeiten mal wieder erlebt, dass die Passagiere nach der Landung geklatscht haben. War doch allen ein bisschen mulmig zumute. Meine Freundin hatte mir vor Abflug auch noch von einer Maschine erzählt, die einen oder zwei Tage zuvor in Amsterdam landen wollte, es mehrfach erfolglos versuchte und dann wieder nach Spanien zurückflog. Das möchte niemand.

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Kolumbien war jedenfalls eine Erfahrung. Ich darf ja nicht zuviel verraten, aber: tolle Landschaften, tolle Protagonisten, tolles Team. Ich habe mir auch Mühe gegeben, ruhig und besonnen Regie zu führen, und wenn wir improvisieren mussten, stets die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ob es geglückt ist, sieht man hinterher im Schnitt, ich habe aber deswegen keine schlaflosen Nächte. Höchstens wegen der Zeitumstellung. Versuche, den Jetlag zu überlisten. Bin gestern standhaft wach geblieben, dann abends um 11 ins Bett und heute morgen um 08:30 wieder hoch. Bin nun zwar ein bisschen platt, aber vielleicht klappt es ja. Mal sehen.

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Ein tolles Team!

Was hängengeblieben ist, ist die Tatsache, wie gut es uns geht. Wie strukturiert und frei zugleich Deutschland ist (zumindest noch, die AfD raubt mir natürlich den letzten Nerv). Wie gut versorgt wir sind. Das Standard-Essen in alIMG_1401len kolumbianischen Restaurants war Chicken, Beans & Rice. Und als Vorspeise eine Suppe mit z.T. recht grober Fleischbeilage (s. Foto). War aber in Ordnung. Und wie sauber es bei uns ist. Was wiederum kein Wunder ist, der ganze Müll liegt ja auch woanders. Ich war jedenfalls nachträglich sehr stolz auf meinen jüngsten Sohn, weil der sich aktuell sehr für Umwelt- und Klimaschutz engagiert. Das könnte im Alter auch ein Hobby von mir werden. Umweltschutz und irgendeine Art von Entwicklungshilfe. Wobei das ja immer ein zweischneidiges Schwert ist.

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Ein Fußballplatz für 11Freunde-Ästheten

Wir haben z.B. diesmal mit den Kogi gedreht, das ist einer von drei Stämmen in Kolumbien, die man als „indigene Bevölkerung“ bezeichnen könnte. Und die versuchen, ihre Traditionen und die Natur zu schützen, werden aber natürlich auch von der (so genannten) „Zivilisation“ beeinflusst. Deswegen leben sie u.a. in dem Müll, den wir produziert haben. Und verfallen zum Teil den Mechanismen, denen wir längst verfallen sind. Um ihr Leben und ihre Botschaft zu transportieren, haben wir sie besucht. Aber natürlich ist der Besuch eines Kamerateams genau das, was die Nachkommen der Kogi möglicherweise dazu verleitet, ihr ursprüngliches Leben zu hinterfragen. Obwohl das natürlich schade ist. Der Anblick der Kinder, als wir die Drohne haben fliegen lassen, war jedenfalls ein denkwürdiges Erlebnis.

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Gewohnt haben wir übrigens in einem einfachen, aber völlig ausreichenden Hostel in Palmor, wiederum einem interessanten Gebirgsdorf, wo die Bauern der umliegenden Kaffeeplantagen auf Mulis ihre Säcke mit den Bohnen hinbringen. Alles ein bisschen rudimentär, aber der offene Wohn- und Essbereich des Hostels war sehr inspirierend für meine Resthof-Pläne! Aber, keine Sorge, ich kaufe mir keine Papageien. Obwohl, …

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Ansonsten waren wir auf einer Kaffeeplantage im Hochgebirge, ziemlich Off-Road-mäßig mit den Autos unterwegs (jaja, auch ein zweifelhaftes Vergnügen) und was bei allem Stress doch auch wieder schön war, war einfach das kreative Arbeiten mit dem Kamerateam. So ein Abenteuer in der Ferne schweißt zusammen, das ist einfach so – sicher eine der schönsten Seiten meines Jobs. Und jetzt bin ich wieder hier. Gestern in bezaubernder Weise von meiner Liebsten abgeholt und empfangen worden – und gleich geht´s zum Training! Wetter ist zwar scheiße, aber der Sturm macht Pause. Zum Glück, dachte schon der Platz wäre gesperrt. Die Jungs freuen sich auch – UND sind lustig …

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12. Februar 2020 von Gerrit
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Work and travel

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Vier Uhr morgens am Flughafen.  Die Pflicht ruft. Kolumbien. Bin gespannt, nervös, freue mich aber auch auf ein Land, das ich noch nicht kenne. Wäre natürlich toll, sowas mit mehr Muße und im Idealfall sogar mit meiner Partnerin zu machen. Vor allem, wenn man jetzt dahin fährt, um Menschen zu porträtieren, die genau das machen: so ein Land gemeinsam und in Ruhe bereisen. Ich versuche, von unterwegs ein paar Eindrücke zu schildern. Muss jetzt los.

02. Februar 2020 von Gerrit
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Annoyes Jahr

Jaja, ich weiß – am 28. November war der letzte Eintrag. Und dann? Was ist passiert? Schwer zu sagen. Zunächst einmal habe ich mir zwei Tage später tatsächlich wieder die Bänder gerissen. Wieder beim Fußball. Diesmal links. War aber nicht ganz so schlimm wie im Sommer. Kein Gips. Und nach zwei Wochen konnte ich schon wieder normal gehen. Trotzdem nervig!

Das Verrückte war, dass ich eigentlich gerade meinen Resturlaub für den stornierten Sommerurlaub nehmen wollte, als das passierte. Hab mich natürlich nicht krank gemeldet, um die Dinge nicht zu verkomplizieren. Und die Zeit – trotz Familie, Weihnachten und Geburtstag – gut genutzt. Wieder ein bisschen geschrieben. Also, meine Idee, die ich vor einem Jahr begonnen habe umzusetzen, weiter überarbeitet. Ob es was ist? Verglichen mit all dem, was ich in dem letzten Jahr allein von unseren Podcast-Gästen gelesen habe, würde ich sagen: Ja, schon. Merke halt, dass man Zeit braucht, um zu schreiben. Es geht nicht zwischen Tür und Angel.

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Immer noch beim Spiegel … und noch nicht im Container. Heft-ig!

Es passiert so viel. So schnell. Ich würde gerne meine Eltern fragen, ob das früher auch so war. Dass die ältesten Kinder plötzlich im Abi-Stress sind, obwohl man ihnen gestern noch das Schulbrot geschmiert hat. Und der Jüngste weilt im Ausland, in Afrika, für 4 Monate. Und man selbst ist ständig steif und unbeweglich und schnell aus der Puste. Und schwach auf den Augen, wenn es ums Lesen geht. Aber über den Tellerrand kann man gerade noch hinausschauen.

IMG_1273Andererseits wird man auch ruhiger. Wechselt selbständig die Glühbirnen am Auto (Nummernschild-Beleuchtung), ohne in Panik zu verfallen, dass man in die Werkstatt muss oder von der Polizei angehalten wird. Angehalten werden – ein schönes Teekesselchen. Gibt es das noch: Teekesselchen? Ach, die einbeinige Krähe ist immer noch da. Auch im neuen Jahr. Beruhigend. Fast ein bisschen rührend. Wie zäh die ist. Dafür ist JIMG_1279an Fedder nicht mehr da, und der NDR macht einfach weiter. Muss er ja auch. The Show musst go on.

Ansonsten? Freunde melden sich, das ist schön. Freundin will mich noch, das ist auch schön. Sehr schön sogar. Man bekommt interessante Anfragen, weil man schon so lange durchhält. Erfreut sich an gut gemachten Radio-Features nachts auf der Autobahn und fragt sich, was passiert, wenn es das alles nicht mehr gibt. Wenn sich die Menschen keine Mühe mehr geben, etwas Gutes zu tun. Einen moralisch einwandfreien, wertvollen Beitrag zu leisten. Diese AfD-Plakate machen mich krank. Die Typen da drauf! Warum gibt es keine Eignungs- oder Gesinnungstests für Politiker? Für jeden Job braucht man eine Art Qualifikation, nur nicht als Politiker. Und als Makler!

Also, ich werde wieder öfter von mir hören lassen. Auf allen Kanälen. Es sei denn, ich werde nächste Woche im kolumbianischen Hochland von einem tollwütigen Hund gebissen. Dann wird es eng. War nämlich heute zur Impfberatung. Leider zu spät für Tollwut und Typhus. Also, Wasser nur aus Glasflaschen – und die als Schlagstock verwenden, wenn die wilden Hunde kommen.

27. Januar 2020 von Gerrit
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Old school

Da bin ich doch heute Abend mal wieder regelrecht gezwungen zu bloggen. Denn: Mein Rechner rechnet gerade noch einen Vorschnitt heraus, den ich in den letzten Tagen nebenbei angefertigt habe. Habe leider die aufwändige Export-Option gewählt, jetzt rechnet er und rechnet und wird vor allen Dingen ziemlich heiß – hoffentlich geht er nicht kaputt.

Viel passiert in den letzten Tagen, komme ich nicht so richtig nach mit dem Bloggen, dabei gäbe es genug zu erzählen. Habe heute mit meinem Kollegen eine Producerin in Kolumbien angerufen, weil ich im Februar in dem Küstengebirge da drehen muss, in der Sierra Nevada de Santa Marta. das wird sicher interessant.

In den letzten Tagen hatten wir Abnahme mit unserer arte-Doku über das Böse. Ist immer ein Prozess. Aber bis auf ein paar kleine Änderungen lief alles gut, nächste Woche wird vertont und das Sendeband gebaut. Bin sehr stolz auf meine bessere Hälfte, weil sie einen so guten Job gemacht hat.

Aber auch sonst läuft alles ganz reibungslos. Unsere Seniorentruppe punktet wieder, 7 Punkte aus den letzten drei Spielen, wenn wir so weiter machen, haben wir pünktlich zur Weihnachtsfeier die rote Laterne abgegeben. Und mein Knöchel hält auch, komme immer besser in Form. Und merke auch, wie wichtig dieses Team für mein Wohlbefinden ist.

Auch die Söhne machen allesamt Freude. Aktuell sorgen sich alle ein wenig um die Zukunft, zumindest machen sie sich Gedanken. Ich denke auch in letzter Zeit oft an früher. Vielleicht weil sie jetzt in diesem Alter sind, in dem man anfängt, das Leben mit anderen Augen zu sehen. Vielleicht auch, weil ich vor kurzem bei meiner Mutter in alten Fotos gewühlt und meine Schultasche von damals wiedergefunden habe. Benutze sie jetzt sogar fürs Büro, weil meine Laptop-Tasche kaputt ist. Also, wie gesagt, vielleicht kommt da Einiges zusammen, jedenfalls habe ich vor ein paar Tagen eine kleine Korrespondenz in unserem ehemaligen-Abi-Chat begonnen, auf der Suche nach unserem tollen Abi-Film, den damals ein Mitschüler in liebevoller Kleinarbeit gemacht hat. Prompt hat eine andere Mitschülerin den Film am nächsten Morgen in drei Teilen hochgeladen. Hammer! Ich habe nach dem Download mal kurz reingeschaut – und was sehe ich als Erstes?

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Meine alte Schultasche. Habe sie mir damals beim Reinging in die Schule aus Spaß vors Gesicht gehalten, um nicht gefilmt zu werden. Damals hatte die Tasche ihren großen Auftritt – und jetzt wieder. Der alte Verdancy-Aufkleber (unser Bandname) hält übrigens immer noch. Genauso wie unsere Musik:

28. November 2019 von Gerrit
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