{"id":7180,"date":"2021-03-29T15:13:06","date_gmt":"2021-03-29T15:13:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.anders-blog.de\/?p=7180"},"modified":"2021-03-29T15:18:40","modified_gmt":"2021-03-29T15:18:40","slug":"junge-frau-zuhause-sitzend-blaues-licht-rotes-mikrofon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anders-blog.de\/?p=7180","title":{"rendered":"Junge Frau, zuhause sitzend, blaues Licht, rotes Mikrofon"},"content":{"rendered":"<p>So langsam reicht es mir auch, muss ich sagen. 2021 wird in die Geschichte eingehen als das Jahr, in dem man sich \u00fcber einen Impftermin mehr gefreut hat als \u00fcber einen kleinen Lottogewinn. Wir werden den herzlichen Umgang miteinander wieder \u00fcben m\u00fcssen. Oder wir fallen uns kreuz und quer in die Arme, weil alle erleichtert sind, wenn es endlich \u00fcberstanden ist.<\/p>\n<p>Nun steht die dritte Welle an, warnen die Experten, und die k\u00f6nnte schlimmer werden als alles andere vorher.\u00a0Die Ansteckungsgefahr ist so gro\u00df, dass alles, was man jetzt au\u00dferhalb seiner vier W\u00e4nde in Angriff nimmt, generalstabsm\u00e4\u00dfig durchgeplant werden muss, um es mal etwas martialisch zu formulieren.<\/p>\n<p>Wir versuchen daher wirklich, den Kontakt mit anderen Menschen aufs Minimum zu reduzieren, aber am Wochenende war ich dann doch mal wieder drau\u00dfen, ausnahmsweise. Sebastian hatte ein Online-AutorInnen-Trinken organisiert, mit einer \u00dcberraschungsg\u00e4stin, Alena Schr\u00f6der, wor\u00fcber wir uns so gefreut haben, dass wir das Gespr\u00e4ch mit ihr unbedingt f\u00fcr eine neue Podcast-Folge aufnehmen wollten. Und deswegen bin ich dann doch zu Sebastian und Tara ins Atelier gefahren, damit das auch mit der Technik klappt. Also haben Sebastian, Tara und ich vorher noch einen Schnelltest gemacht, uns auf verschiedene R\u00e4umen verteilt, gel\u00fcftet und zwischendurch Masken getragen. Alles nicht schlimm, aber man muss eben dran denken und sich auch dran halten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG_3654.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-7191\" src=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG_3654-300x225.jpg\" alt=\"IMG_3654\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG_3654-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG_3654.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Unsere Podcast-G\u00e4stin, Alena Schr\u00f6der, hat von zuhause aufgenommen, genauso wie die anderen G\u00e4ste quasi live zugeschaltet waren. Und auch wenn so eine Online-Party immer nur eine Notl\u00f6sung sein kann, war es toll. Und das ist tats\u00e4chlich ein gro\u00dfes Gl\u00fcck in meinem Leben, dass Sebastian immer so interessante AutorInnen in mein Leben holt, denen ich dann auch pers\u00f6nlich Fragen stellen kann.<\/p>\n<p>Um es kurz zu machen: Alena Schr\u00f6der hat ein wunderbares Buch geschrieben, ich kann es nur empfehlen. Und es ist eigentlich noch interessanter, weil es darin auch um ihre eigene Familiengeschichte geht. Ich will gar nicht zu viel verraten. Der Titel kommt erst mal ein bisschen artifiziell\u00a0daher: Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid &#8211; klingt ein bisschen wie Alexander Kluge: Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos! Bei Alena handelt es sich aber um den Namen eines verschwundenen Gem\u00e4ldes.<\/p>\n<p>Auch der erste Satz macht schon Spa\u00df: &#8222;Bevor sich ihre Gro\u00dfmutter weiter mit dem Sterben besch\u00e4ftigen konnte, musste Hannah die Sache mit der Jalousie erledigen.&#8220;<\/p>\n<p>Oder der hier: &#8222;Sie hatten sich rausgeputzt, sich gegenseitig die Haare hochgesteckt und zu viel Rouge aufgetragen, hatten ihre beiden Begleiter schnell abgesch\u00fcttelt, die sich ohnehin lieber betrinken wollten, und lauschten nun der Kapelle, die Schlager spielte und von der es hie\u00df, sie spiele auch Jazz, sp\u00e4ter vielleicht.&#8220;\u00a0Das ist sehr richtig und aus heutiger Sicht tats\u00e4chlich schwer vorstellbar, dass die jungen Menschen mal so den Jazz abgefeiert haben,\u00a0als Party-Tanzmucke. Das hat mich auch immer so an &#8222;On the Road&#8220; fasziniert, dem Roman von Jack Kerouac, in dem die beiden Hauptfiguren ja auch so von Jazz sprechen, als sei es etwas &#8222;Heiliges&#8220;. F\u00fcr uns Anfang der 90er waren das vielleicht Grunge oder Crossover, aber Jazz war zu seiner Zeit wirklich neu. Ich f\u00fcrchte allerdings, einige junge Menschen w\u00fcrden heutzutage dasselbe von deutschem Gangsta-Rap behaupten &#8230;<\/p>\n<p>Aber um nochmal auf das Buch von Alena Schr\u00f6der zur\u00fcckzukommen: Es verwebt zwei Zeitebenen, zum einen die Jahre zwischen dem ersten und dem zweiten Weltkrieg (und zwar so pr\u00e4gnant, dass man sich noch mal fragt, wie das damals alles m\u00f6glich war &#8211; \u00fcbrigens auch ein Grund, warum ich das Buch meinen S\u00f6hnen empfehlen werde) und zum anderen die Gegenwart. Und das geschieht sehr leicht und intensiv, und es wimmelt nur so von kleinen, gelungenen Ideen, Gedanken und Beschreibungen, die ich in der K\u00fcrze der Zeit mit der Autorin gar nicht alle besprechen konnte. Am besten, ihr lest es selbst.<\/p>\n<p>Also, hoffen wir, dass Interviews und Treffen bald wieder real stattfinden k\u00f6nnen. Ich ziehe meinen Hut vor allen Menschen in sozialen Berufen. PflegerInnen, ErzieherInnen, KassiererInnen, vor allen Menschen, die nicht einfach sagen k\u00f6nnen: N\u00f6, ich bleib zuhause. Und ganz pers\u00f6nlich kann ich nur sagen: Was f\u00fcr ein gro\u00dfes Gl\u00fcck, dass ich mich ab und an um diesen alten Isl\u00e4nder meiner Frau k\u00fcmmern darf. Oder er sich um mich.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG_3662.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-7193\" src=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG_3662-300x300.jpeg\" alt=\"IMG_3662\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG_3662-300x300.jpeg 300w, https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG_3662-150x150.jpeg 150w, https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG_3662-1024x1024.jpeg 1024w, https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG_3662.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Waren am Sonntag eine Stunde mit ihm spazieren. Ist wie Schwimmen mit Delphinen.<\/p>\n<p>Bleibt gesund.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So langsam reicht es mir auch, muss ich sagen. 2021 wird in die Geschichte eingehen als das Jahr, in dem man sich \u00fcber einen Impftermin mehr gefreut hat als \u00fcber einen kleinen Lottogewinn. Wir werden den herzlichen Umgang miteinander wieder \u00fcben m\u00fcssen. 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