{"id":6859,"date":"2020-02-13T13:33:40","date_gmt":"2020-02-13T13:33:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.anders-blog.de\/?p=6859"},"modified":"2020-02-13T13:38:35","modified_gmt":"2020-02-13T13:38:35","slug":"hauptsache-nebenrolle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anders-blog.de\/?p=6859","title":{"rendered":"Hauptsache: Nebenrolle!"},"content":{"rendered":"<p>Puh,\u00a0bin zwar platt, habe aber den Jetlag, glaube ich, \u00fcberlistet!<\/p>\n<p>Der einzige Vorteil auf den langen Fl\u00fcgen ist ja, dass man ein paar Filme gucken kann, die man im Kino verpasst hat. Wobei ich es auch einfach nicht mehr oft ins Kino schaffe, weil ich, wenn ich nicht arbeite, trommele, Fu\u00dfball oder Podcaster spiele, gerne auch mal zuhause bin. Egal, habe jedenfalls u.a. <b>Rocketman<\/b> geguckt, diesen Elton John-Film, weil mich Musik fasziniert. Deswegen muss ich unbedingt auch noch den Lindenberg-Film gucken.<\/p>\n<p>Um es kurz zu machen: der Film <strong>Rocketman<\/strong> ist gut. Nicht so gut wie <strong>Bohemian Rhapsody<\/strong>, aber gut. Sch\u00f6n gedreht, sch\u00f6ne Musik, gute Schauspieler, und selbst die Musical-Elemente gehen einem nicht auf die Eier. Ein bisschen deprimierend fand ich\u00a0die Schilderung des Vater-Sohn-Verh\u00e4ltnisses, das ging mir nahe, man kann sich gar nicht vorstellen, dass es V\u00e4ter gibt, die so sind. Aber vermutlich geht es sogar noch schlimmer \u2026<\/p>\n<p>Eine Szene hat mir besonders viel Freude bereitet, und die m\u00f6chte ich gerne hier und heute mit Euch teilen. Sie ist deswegen so gro\u00dfartig, weil der Song gut ist, der Entstehungszusammenhang kurios, die Dramaturgie des Entstehungsprozesses leicht, aber spannend und die Schauspielerleistung grandios &#8211; vor allem von Jamie Bell, der Eltons Texter-Freund Bernie Taupin spielt.<\/p>\n<p>Meines Erachtens spielt Bell seine Nebenrolle in dieser Szene noch eindr\u00fccklicher als Taron Egerton den Part des genialen Komponisten, der diesen Welthit <b>Your Song<\/b>\u00a0mal eben nach dem Fr\u00fchst\u00fcck scheinbar m\u00fchelos aus dem \u00c4rmel sch\u00fcttelt. Das ist in der Tat toll inszeniert, weil Egerton\/John eben sehr wohl hier und da kurz nach den richtigen Harmonien sucht, aber dennoch zugleich deutlich wird, wie unfassbar inspiriert\u00a0er in diesem Moment gewesen sein muss. Und sein Texter-Freund\u00a0h\u00f6rt das auch, oben im Badezimmer. Er will sich eigentlich rasieren, h\u00f6rt aber die ersten Takte von unten und wei\u00df sofort, dass gerade etwas Magisches passiert (ca. bei Min. 0.20). Und dieses wunderbare Mischung aus \u00dcberraschung, Ungl\u00e4ubigkeit, Freude und einer ahnungsvollen Gewissheit, dass das, was er da gerade h\u00f6rt, ihr Leben ver\u00e4ndern wird, dr\u00fcckt Jamie Bells Mimik so wahnsinnig gut aus, dass man selbst ganz verzaubert ist (z.B. bei Min. 0.53). Das Ganze gipfelt in dem einen Moment bei ca. Min. 1:20 ff. Egerton\/John singt die Zeile: \u201eThis one is for you.\u201c Er widmet diesen Song in dem Moment des Entstehens seinem Texter-Freund, den er auf eine (blo\u00df) platonische Weise zu lieben gezwungen ist, und haut diesen damit v\u00f6llig aus den Latschen, was Bells\/Taupins Reaktion sofort best\u00e4tigt. Der ganze Respekt, die ganze Liebe und Zuneigung zwischen den beiden nimmt pl\u00f6tzlich Formen an. Eine kleine Szene, aber ganz gro\u00dfes Kino! Wenn das auch nur ann\u00e4hernd damals wirklich so passiert ist, k\u00f6nnen sich die beiden K\u00fcnstler sehr gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, so etwas gemeinsam erlebt zu haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/-uij9eiwwG0\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Puh,\u00a0bin zwar platt, habe aber den Jetlag, glaube ich, \u00fcberlistet! Der einzige Vorteil auf den langen Fl\u00fcgen ist ja, dass man ein paar Filme gucken kann, die man im Kino verpasst hat. 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