{"id":5743,"date":"2018-04-24T14:25:54","date_gmt":"2018-04-24T14:25:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.anders-blog.de\/?p=5743"},"modified":"2018-04-24T14:25:54","modified_gmt":"2018-04-24T14:25:54","slug":"von-aussen-betrachtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anders-blog.de\/?p=5743","title":{"rendered":"Von Au\u00dfen betrachtet &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Der April &#8230; von strahlend blau auf fahl und grau in zwei Tagen.<\/p>\n<p>War am Sonntag mit meinem j\u00fcngsten Sohn beim Fu\u00dfball. Am Rande des Spiels hat eine Mutter ein wundersch\u00f6nes Foto von den Jungs gemacht, wie sie alle gem\u00fctlich und l\u00e4ssig auf der Rasentrib\u00fcne in der Sonne liegen und miteinander Spa\u00df haben. Eine tolle Momentaufnahme, bei deren Betrachtung die Jungs in 30 Jahren wom\u00f6glich feuchte Augen bekommen. Es sieht, von au\u00dfen betrachtet, einfach nach einem unbeschwerten, guten Leben aus.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich an diese Zeit und wei\u00df, dass sich trotzdem jeder Einzelne von ihnen Sorgen macht. Weil er sich zu klein findet f\u00fcr sein Alter, oder zu gro\u00df, zu langsam, zu schwach, zu h\u00e4sslich oder zu doof. Weil ihn kein M\u00e4dchen beachtet oder er sich von seinen Eltern oder der ganzen Welt unverstanden f\u00fchlt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2429\" aria-describedby=\"caption-attachment-2429\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Broasis.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2429 size-medium\" src=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Broasis-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Broasis-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Broasis.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2429\" class=\"wp-caption-text\">Quo vadis, Schwester? Mit Achtzehn.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die meisten Menschen sorgen sich in jeder Lebensphase. Wenn man \u00e4lter wird und schon ein paar echte (also: objektiv betrachtet) R\u00fcckschl\u00e4ge weggesteckt hat, ver\u00e4ndert sich die pers\u00f6nliche Definition von Sorge. Und von Gl\u00fcck. Vielleicht. Manche Menschen f\u00fchlen sich ein Leben lang zu klein oder zu gro\u00df, oder w\u00e4ren gerne ein ber\u00fchmter Schriftsteller, anstatt zu erkennen, dass sie unterm Strich gl\u00fccklich sein m\u00fcssten, weil sie zum Beispiel nicht schwerkrank sind. Aber diesen Unterschied zu erkennen, ist nicht immer leicht. Gl\u00fcck ist, meines Erachtens, kein Dauerzustand. Gl\u00fcck sind kleine Momente, die manchmal k\u00fcrzer oder l\u00e4nger andauern, genauso wie Trauer oder Angst. Doch auch die geh\u00f6ren zum Leben dazu, weil man sonst kein Ma\u00df f\u00fcr die gl\u00fccklichen Momente h\u00e4tte. Deswegen bin ich ein gro\u00dfer Freund des Begriffes \u201eZufriedenheit\u201c. Weil der, wenn sich Freude und Leid, Gl\u00fcck und Schicksalsschl\u00e4ge die Waage halten, in unseren Breitengraden mit der Mittelsilbe \u201efrieden\u201c sich zumindest f\u00fcr mich als sehr passend erweist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5113\" aria-describedby=\"caption-attachment-5113\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/youthknuefer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5113 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/youthknuefer-150x150.jpg\" alt=\"youthknuefer\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5113\" class=\"wp-caption-text\">Werde ich jemals Schriftsteller? Mit Anfang Zwanzig.<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_3335\" aria-describedby=\"caption-attachment-3335\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Foto-21.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3335 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Foto-21-150x150.jpg\" alt=\"Foto 2\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3335\" class=\"wp-caption-text\">Wahnsinn. Erstes Buch ist raus. Mit Ende Zwanzig.<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_5745\" aria-describedby=\"caption-attachment-5745\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/kartusche-e1524579383244.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-5745\" src=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/kartusche-e1524579383244-300x300.jpg\" alt=\"Journalist und Schriftsteller sein wollen und pl\u00f6tzlich ins Gr\u00fcbeln kommen, ob man &quot;Kartusche&quot; mit oder ohne &quot;r&quot; schreibt. Heute.\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/kartusche-e1524579383244-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/kartusche-e1524579383244-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/kartusche-e1524579383244.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5745\" class=\"wp-caption-text\">Schriftsteller sein wollen und pl\u00f6tzlich ins Gr\u00fcbeln kommen, ob man &#8222;Kartusche&#8220; mit oder ohne &#8222;r&#8220; schreibt. Heute.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nat\u00fcrlich bin ich von Geburt an privilegiert. Es gibt Millionen, vielleicht sogar Milliarden Menschen, die beinahe ausschlie\u00dflich schlechte Erfahrungen machen und kaum noch gl\u00fcckliche Momente erleben. Habe eben mit meiner Kollegin \u00fcber einen Artikel aus dem aktuellen SPIEGEL gesprochen, der uns sehr ber\u00fchrt hat, \u00fcber den iranischen Fl\u00fcchtling in Berlin, der dort drogens\u00fcchtig wurde und sich deswegen nun prostituiert. Und wie der von den Freiern erz\u00e4hlt und von den Dingen, die er f\u00fcr Geld f\u00fcr die macht, bzw. an sich machen l\u00e4sst. Und meine Kollegin und ich fragten uns: Wie kann das sein, dass 50-j\u00e4hrge Familienv\u00e4ter zu einem jungen Mann gehen, der Heroin nimmt und von anderen Freiern mit Filzl\u00e4usen berichtet? Wie gro\u00df muss sozusagen der Trieb sein? Und da fiel mir ein, dass ich vor ungef\u00e4hr 15 Jahren im Rahmen einer Recherche bei der AIDS-Beratungsstelle in Altona war und mir die Sozialarbeiterin dort erz\u00e4hlte, die \u201eabh\u00e4ngige Cracknutte\u201c (ihre Worte aus der Perspektive der M\u00e4nner) h\u00e4tte die meisten Freier \u2013 weil es da nicht nur um das Ausleben eines Sexual-Triebes geht, sondern vielmehr um die Aus\u00fcbung und das Gef\u00fchl von Macht. Anders gesagt: Die Befriedigung des Mannes erfolgt in dem Moment nicht nur k\u00f6rperlich, sondern den eigentlichen \u201eKick\u201c bezieht er aus dem Gef\u00fchl absoluter Macht und dem Wissen, dass er von dem anderen (in dessen\/deren Notsituation) im Prinzip ALLES verlangen kann. Und diese Art von M\u00e4nnern f\u00fchren h\u00e4ufig genug eine b\u00fcrgerliche Parallelexistenz, wo sie genau diese \u201edunkle Seite\u201c eben nicht ausleben k\u00f6nnen. Das ist alles nicht sch\u00f6n, aber nicht ungew\u00f6hnlich. Und besagt einiges \u00fcber die m\u00e4nnliche Psyche.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der April &#8230; von strahlend blau auf fahl und grau in zwei Tagen. War am Sonntag mit meinem j\u00fcngsten Sohn beim Fu\u00dfball. Am Rande des Spiels hat eine Mutter ein wundersch\u00f6nes Foto von den Jungs gemacht, wie sie alle gem\u00fctlich und l\u00e4ssig auf der Rasentrib\u00fcne in der Sonne liegen und miteinander Spa\u00df haben. 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