{"id":5723,"date":"2018-04-16T16:25:23","date_gmt":"2018-04-16T16:25:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.anders-blog.de\/?p=5723"},"modified":"2018-04-16T16:39:26","modified_gmt":"2018-04-16T16:39:26","slug":"zen-sur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anders-blog.de\/?p=5723","title":{"rendered":"ZEN-Sur"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_6386.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5728 size-medium\" src=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_6386-300x300.jpg\" alt=\"IMG_6386\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_6386-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_6386-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_6386.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hatte ein sehr erfolgreiches, aber nat\u00fcrlich viel zu kurzes Arbeitswochenende mit Sebastian von den Alphabeten. Wir waren in einer Art Landgasthaus in der N\u00e4he von Wacken, haben neue Bilderwitze kreiert und weitere Podcast-Folgen produziert. Kann es kaum erwarten, dass dieses tolle Projekt endlich an den Start geht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_6382.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5727 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_6382-150x150.jpg\" alt=\"IMG_6382\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>In einer der kleinen Pausen waren wir im Ort Wacken, der ja wirklich unter dem Einfluss dieses Festivals steht. Da gab es auch so einen Metal-Mittelalter-Rollenspiel-Laden mit Kost\u00fcmen und Schwertern, zum Teil mit Kunstblut verziert. Nicht mein Ding, aber beeindruckend. Allerdings achtet man offenbar darauf, dass die psychosoziale Balance im Ort stimmt:<\/p>\n<figure id=\"attachment_5725\" aria-describedby=\"caption-attachment-5725\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_6377.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5725 size-medium\" src=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_6377-300x225.jpg\" alt=\"IMG_6377\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_6377-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_6377.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5725\" class=\"wp-caption-text\">Herzst\u00fcck und Engel (der Alphabeten) &#8211; und ein paar Zeitschriften &#8230;<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nebenbei erz\u00e4hlte mir Sebastian, dass die Firma f\u00fcr die er letztes Jahr viel gearbeitet hat, einen ECHO gewonnen hat, f\u00fcr dieses Beatsteaks\/Deichkind-Video &#8222;L auf der Stirn&#8220;. Ich erw\u00e4hne das deswegen, weil es eine sch\u00f6ne \u00dcberleitung zu einem unsch\u00f6nen Thema ist, n\u00e4mlich der Frage: Was darf Kunst? Oder versteckt sich vielmehr manchmal d\u00e4mlicher, geschmackloser Content unter dem Deckmantel der \u201ek\u00fcnstlerischen Freiheit\u201c? Ich w\u00fcrde mich normalerweise gar nicht so intensiv mit diesem Genre besch\u00e4ftigen, aber 1) glaube ich, dass meine S\u00f6hne sowas h\u00f6ren, und 2) w\u00fcrde mir dann vielleicht einmal dasselbe passieren, was jetzt Jens Balzer passiert ist, der in der ECHO-Jury sa\u00df und erst im Nachhinein realisierte, wer da eigentlich f\u00fcr was ausgezeichnet wurde.<\/p>\n<p>Offensichtlich hat ihn das so besch\u00e4ftigt, dass er prompt einen Kommentar f\u00fcr die taz verfasst hat, den ich hier auszugsweise zitiere, weil ich die Debatte auch wichtig finde:<\/p>\n<p><em>&#8222;Um es gleich zu gestehen: Ich war selbst in der Jury und habe zwar nicht f\u00fcr Kollegah und Farid Bang gestimmt, aber mich \u00fcber ihre Nominierung auch nicht weiter emp\u00f6rt, das war eine Nachl\u00e4ssigkeit. Offen gesagt, hatte ich einfach keine Lust, mir den klanglichen Aussto\u00df der beiden von vorne bis hinten durchzuh\u00f6ren, sonst w\u00e4re mir auch aufgefallen, was nach der Bekanntgabe der Nominierungen zum Thema wurde. In dem Song &#8222;0815&#8220; rappt Farid Bang n\u00e4mlich: &#8222;Deutschen Rap h\u00f6re ich zum Einschlafen \/ Denn er hat mehr Windowshopper als ein Eiswagen, ah \/ Und wegen mir sind sie beim Auftritt bewaffnet \/ Mein K\u00f6rper definierter als von Auschwitzinsassen&#8220;, das hei\u00dft, er hat so wenig Fett auf den Rippen wie sonst nur jemand aus dem KZ. In anderen Songs schwelgen die beiden in heiteren Gewaltfantasien, sie wollen Menschen, die ihnen nicht passen, mit einem &#8222;Sprengstoffg\u00fcrtel&#8220; massakrieren oder mit einem Lkw, &#8222;als w\u00e4rst du auf dem Weihnachtsmarkt&#8220;, oder mit einem Attentat &#8222;wie bei Charlie Hebdo&#8220;; oder anders gesagt: Sie finden alle Arten von Gewalttaten toll, bei denen Christen und Juden ums Leben kommen. Warum wird so etwas zum &#8222;Album des Jahres&#8220; nominiert? [\u2026] Ihr Album wurde seit Dezember 200.000-mal verkauft und \u00fcber 30 Millionen Mal gestreamt, ohne dass es irgendeine nennenswerte Debatte \u00fcber antisemitische oder sonst wie reaktion\u00e4re Textzeilen gegeben h\u00e4tte. [\u2026] Wozu das f\u00fchrt, kann man zum Beispiel auf Berliner Schulh\u00f6fen studieren, wo die Zahl der antisemitischen Vorf\u00e4lle steigt.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>(Quelle: taz vom 14.04.2018)<\/p>\n<p>Ich erinnere mich an einen Einkauf mit meinem Kumpel Christian bei Elpi, dem hei\u00dfesten Plattenladen in M\u00fcnster. Oder war es J\u00f6rgs CD-Forum? Egal, jedenfalls habe ich als damals 14-J\u00e4hriger (und ich sah j\u00fcnger aus) erst mein Herz und dann die \u00c4rzte-Scheibe \u201eDie \u00c4rzte\u201c in die Hand genommen und m\u00f6glichst unbeteiligt zur Kasse getragen, wo sie die junge Dame damals noch unbeteiligter und ohne aufzublicken abkassierte. Christian h\u00e4tte sich fast noch verplappert, weil die Platte damals St\u00fccke enthielt, die in der Zwischenzeit auf dem Index gelandet waren. Ich konnte ihm gerade noch vors Schienbein treten. Drau\u00dfen vor dem Laden haben wir dann vor lauter Erleichterung einen Lachanfall bekommen. Ja, vielleicht waren da zwei, drei Nummern (noch) nichts f\u00fcr unsere roten Ohren, aber gegen das Zeug, was bestimmte \u201eK\u00fcnstler\u201c so von sich geben, erscheint mir das heute total harmlos. &#8222;Ich k\u00f6nnte sie auch ideal in dieser Stellung f&#8230;.&#8220; (<em>Sweet Gwendoline)<\/em> klingt doch irgendwie anders als \u201eDein Chick ist &#8217;ne Broke-Ass-Bitch, denn ich fick&#8216; sie, bis ihr Stei\u00dfbein bricht.\u201c Oder sehe ich das zu verkniffen? Bin ich jetzt wie meine Eltern?<\/p>\n<p><strong>Lest mehr taz!<\/strong><\/p>\n<p>Und ich werde wieder mehr und kritischer Hip-Hop h\u00f6ren &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hatte ein sehr erfolgreiches, aber nat\u00fcrlich viel zu kurzes Arbeitswochenende mit Sebastian von den Alphabeten. Wir waren in einer Art Landgasthaus in der N\u00e4he von Wacken, haben neue Bilderwitze kreiert und weitere Podcast-Folgen produziert. 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