{"id":5255,"date":"2017-04-25T16:10:17","date_gmt":"2017-04-25T16:10:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.anders-blog.de\/?p=5255"},"modified":"2017-04-25T16:11:43","modified_gmt":"2017-04-25T16:11:43","slug":"bedingungs-losbude","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anders-blog.de\/?p=5255","title":{"rendered":"Bedingungs-Losbude"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/artsurprise.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5256\" src=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/artsurprise-300x300.jpg\" alt=\"artsurprise\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/artsurprise-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/artsurprise-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.anders-blog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/artsurprise.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Gehe manchmal alleine essen, um in Ruhe etwas zu lesen. Heute war es der Artikel \u00fcber Rousseau in dem SPIEGEL Sonderheft zum Thema Aufkl\u00e4rung, das ich schon ein paar Mal erw\u00e4hnt habe. Hatte \u00fcber Rousseau ja schon ein paar interessante Gedanken in Jean Zieglers &#8222;\u00c4ndere die Welt&#8220; gelesen, und dieser gute Eindruck wurde heute vertieft.<\/p>\n<p>Rousseau hatte, wie der SPIEGEL-Artikel nochmal sch\u00f6n klar gemacht hat, fr\u00fch erkannt, dass es einen Widerspruch gibt zwischen Natur und (gesellschaftlicher) Kultur. Dass es f\u00fcr den Menschen als B\u00fcrger einer Gesellschaft fast unm\u00f6glich ist, &#8222;nat\u00fcrlich&#8220; (im Sinne von ehrlich, tugendhaft und authentisch) zu bleiben. Dass sich der Mensch, \u00fcberspitzt formuliert, in der zivilisierten Gesellschaft vom Mensch-Sein oder &#8222;menschlich&#8220;-Sein entfremdet. Und dass mehr Wissen nicht zwangsl\u00e4ufig zu allgemeinem Fortschritt f\u00fchrt. Oder wie es der Autor des Artikels, Romain Leick, ganz richtig zusammenfasst: &#8222;Modern gefragt: `Wie gibt es richtiges Leben im falschen?\u00b4&#8220;<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte nun trefflich diskutieren, wieviel &#8222;Kultur&#8220; &#8211; oder auch Kunst (K\u00fcnstlichkeit!?) &#8211; sich ein Mensch leisten und trotzdem als Mensch nat\u00fcrlich bleiben kann, denn auch Rousseau h\u00e4tte nicht ernsthaft verlangt, dass wir wieder wie Affen auf den B\u00e4umen leben. Doch ich glaube, die Aktualit\u00e4t oder Parallelit\u00e4t des Dilemmas findet sich heute nach wie vor und mehr denn je in der Struktur der Arbeitswelt. Marx hatte f\u00fcr dieses Problem ja schon eine L\u00f6sung, die sich in der praktischen Umsetzung als fataler Irrtum erwies. Was kann man also tun? Und da kommt mir ein Interview in den Sinn, das ich zuf\u00e4llig (oder?) heute morgen in der taz gelesen habe, mit dem Theoretiker Nick Srnicek, der sich dort f\u00fcr das bedingungslose Grundeinkommen und gegen den Neoliberalismus ausspricht.<\/p>\n<p>Also, jetzt aus der H\u00fcfte gedacht und ins Blaue getippt, meine These: Menschen werden in allen Epochen und Systemen das &#8222;falsche Leben im richtigen&#8220; leben m\u00fcssen, solange sie gezwungen sind, mehr Zeit f\u00fcr die Sicherstellung ihrer existentiellen Bed\u00fcrfnisse mit T\u00e4tigkeiten zu verbringen, die sie ungleich unattraktiver finden als jene, f\u00fcr die sie aus eben diesem Grund jedoch kaum Zeit finden.<\/p>\n<p>War doch gar nicht so schwer &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gehe manchmal alleine essen, um in Ruhe etwas zu lesen. Heute war es der Artikel \u00fcber Rousseau in dem SPIEGEL Sonderheft zum Thema Aufkl\u00e4rung, das ich schon ein paar Mal erw\u00e4hnt habe. 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