By roh

Über den Wolken ist der Sturm bloß ein Blau ...

Über den Wolken ist der Sturm bloß ein Blau …

Gestern Abend heile in Hamburg gelandet. War immer noch ziemlich windig, habe es nach Ewigkeiten mal wieder erlebt, dass die Passagiere nach der Landung geklatscht haben. War doch allen ein bisschen mulmig zumute. Meine Freundin hatte mir vor Abflug auch noch von einer Maschine erzählt, die einen oder zwei Tage zuvor in Amsterdam landen wollte, es mehrfach erfolglos versuchte und dann wieder nach Spanien zurückflog. Das möchte niemand.

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Kolumbien war jedenfalls eine Erfahrung. Ich darf ja nicht zuviel verraten, aber: tolle Landschaften, tolle Protagonisten, tolles Team. Ich habe mir auch Mühe gegeben, ruhig und besonnen Regie zu führen, und wenn wir improvisieren mussten, stets die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ob es geglückt ist, sieht man hinterher im Schnitt, ich habe aber deswegen keine schlaflosen Nächte. Höchstens wegen der Zeitumstellung. Versuche, den Jetlag zu überlisten. Bin gestern standhaft wach geblieben, dann abends um 11 ins Bett und heute morgen um 08:30 wieder hoch. Bin nun zwar ein bisschen platt, aber vielleicht klappt es ja. Mal sehen.

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Ein tolles Team!

Was hängengeblieben ist, ist die Tatsache, wie gut es uns geht. Wie strukturiert und frei zugleich Deutschland ist (zumindest noch, die AfD raubt mir natürlich den letzten Nerv). Wie gut versorgt wir sind. Das Standard-Essen in alIMG_1401len kolumbianischen Restaurants war Chicken, Beans & Rice. Und als Vorspeise eine Suppe mit z.T. recht grober Fleischbeilage (s. Foto). War aber in Ordnung. Und wie sauber es bei uns ist. Was wiederum kein Wunder ist, der ganze Müll liegt ja auch woanders. Ich war jedenfalls nachträglich sehr stolz auf meinen jüngsten Sohn, weil der sich aktuell sehr für Umwelt- und Klimaschutz engagiert. Das könnte im Alter auch ein Hobby von mir werden. Umweltschutz und irgendeine Art von Entwicklungshilfe. Wobei das ja immer ein zweischneidiges Schwert ist.

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Ein Fußballplatz für 11Freunde-Ästheten

Wir haben z.B. diesmal mit den Kogi gedreht, das ist einer von drei Stämmen in Kolumbien, die man als „indigene Bevölkerung“ bezeichnen könnte. Und die versuchen, ihre Traditionen und die Natur zu schützen, werden aber natürlich auch von der (so genannten) „Zivilisation“ beeinflusst. Deswegen leben sie u.a. in dem Müll, den wir produziert haben. Und verfallen zum Teil den Mechanismen, denen wir längst verfallen sind. Um ihr Leben und ihre Botschaft zu transportieren, haben wir sie besucht. Aber natürlich ist der Besuch eines Kamerateams genau das, was die Nachkommen der Kogi möglicherweise dazu verleitet, ihr ursprüngliches Leben zu hinterfragen. Obwohl das natürlich schade ist. Der Anblick der Kinder, als wir die Drohne haben fliegen lassen, war jedenfalls ein denkwürdiges Erlebnis.

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Gewohnt haben wir übrigens in einem einfachen, aber völlig ausreichenden Hostel in Palmor, wiederum einem interessanten Gebirgsdorf, wo die Bauern der umliegenden Kaffeeplantagen auf Mulis ihre Säcke mit den Bohnen hinbringen. Alles ein bisschen rudimentär, aber der offene Wohn- und Essbereich des Hostels war sehr inspirierend für meine Resthof-Pläne! Aber, keine Sorge, ich kaufe mir keine Papageien. Obwohl, …

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Ansonsten waren wir auf einer Kaffeeplantage im Hochgebirge, ziemlich Off-Road-mäßig mit den Autos unterwegs (jaja, auch ein zweifelhaftes Vergnügen) und was bei allem Stress doch auch wieder schön war, war einfach das kreative Arbeiten mit dem Kamerateam. So ein Abenteuer in der Ferne schweißt zusammen, das ist einfach so – sicher eine der schönsten Seiten meines Jobs. Und jetzt bin ich wieder hier. Gestern in bezaubernder Weise von meiner Liebsten abgeholt und empfangen worden – und gleich geht´s zum Training! Wetter ist zwar scheiße, aber der Sturm macht Pause. Zum Glück, dachte schon der Platz wäre gesperrt. Die Jungs freuen sich auch – UND sind lustig …

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12. Februar 2020 von Gerrit
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