Fairschwörungstheorien

Wow, unsere Nachbarin von ganz unten ist auf die bescheuerte Idee gekommen, ihr Home-Office zu nutzen, um jetzt ihr Bad zu sanieren. Hat sie auch so gesagt, dass sei total praktisch für sie, weil sie ja sowieso zuhause ist. Dass alle anderen aber auch zuhause sind, ist ihr völlig egal. Heute haben sie angefangen, und ich bin jetzt schon kurz davor, ne Bombe zu schmeissen. Ich meine, sie wollen das alte Bad ja eh abreißen …

Seit 9 Wochen sind wir jetzt im Home-Office. Hat unsere Geschäftsführung heute per Mail mitgeteilt. Kommt mir gar nicht so lange vor. Aber ist schon alles seltsam. Weil man auch nicht weiß, was die Lockerungen bewirken. Oder ob es eine zweite Welle gibt. Wann die Grenzen wieder geöffnet werden. Wann man wieder reisen kann. Wann wieder so etwas wie Normalität herrscht, ohne dass man Angst haben muss, dass einem normales Verhalten anschließend ins Gesicht schlägt.

Und die allgemeinen Wirtschaftsprognosen sind natürlich auch fies. Fast so fies wie die Verschwörungstheorien, die jetzt von bestimmten Leuten verbreitet werden. Echt, der Untergang der (Pop-)Kultur. Da kann man nur hoffen, dass wenigstens so Leute wie Joko und Klaas weiterhin klaren Kopf bewahren und mit guten Inhalten dagegen halten. Mal schauen, was zum Bundesligaauftakt noch alles kommt. Vielleicht eine Fairschwörungstheorie, haha … Verschwören. Kann man das auch sagen, wenn man einen falschen Schwur angelegt hat? Sorry, hab mich verschworen, darf ich nochmal?

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Gar nicht so schlecht steht das …

Aber es gibt auch Lichtblicke. Meine Mutter, meine Schwestern und ich haben letztes Wochenende das Vorzeit an ihrem Wohnwagen aufgebaut. Und Kuchen gegessen. Und gelacht. Und uns nicht umarmt. War total nett, alle mal wieder zu sehen. Nächstes Wochenende besuche ich meinen ältesten Sohn auf dem Land, der bereitet sich auf die letzten Abi-Prüfungen vor. Gehen wir ein bisschen in der Natur spazieren.

Der Jüngste weilt noch in Namibia. Zur Zeit besucht er Swakopmund, dieser kleine deutschstämmige Ort an der Küste. Ist da mit einer Freundin hingefahren. Gestern Abend habe ich mir ein bisschen Sorgen gemacht, weil ich ihn nicht erreicht habe und auch gar nicht wusste, wo und bis wann er da ist. Naja, mitten in der Nacht schrieb er dann zurück, sorry, hab nicht aufs Handy geguckt, morgen gehen wir in der Wüste, Quad fahren. Ist aber auch im Einzelfall nicht immer so leicht, als Vater einen Mix aus Sich-Sorgen-machen und Laufen lassen hinzubekommen. Ich hoffe, das hört irgendwann ganz auf …

Am Mittwoch hatten wir das erste Mal seit Wochen wieder Training mit der Mannschaft. Allerdings nicht auf dem Fußballplatz, sondern im Stadtpark. Haben auch nicht gekickt, sondern nur Fitness gemacht. War schön, die Jungs wiederzusehen. Blöd, dass unsere erste und vielleicht einzige Saison in der Verbandsliga durch Verletzungen und Corona geprägt war.

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Und ich habe meine letzten freie Tage genommen, um den ersten Wurf meines neuen Buches zu vollenden. Jetzt suche ich Probeleser, die sich das anschauen und mir einen ersten Leseeindruck schildern. Also um zu schauen, ob die Grundidee funktioniert. Ich hoffe, ja, sonst sinkt die Laune …

Ansonsten? Blüht der Raps. Und es regnet zwischendurch. Und unten geht der Bohrhammer und die Stichsäge nochmal ans Werk. Hoffentlich machen die gleich Feierabend. Oh, da fällt mir auf, es ist Freitag. Wochenende, dann kann ich heute Abend ein richtige Bier trinken. Komme unter der Woche ganz gut ohne aus – auch nicht schlecht auf meine alten Tage …

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Rapsody in Orange

 

15. Mai 2020 von Gerrit
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Gedankengänge

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Heitere Aussichten! Oder: Gut gedüngt, ist halb geblüht!

Habe gestern erfahren, dass das Schweizer Fernsehen im Juni nochmal meine Serie über die SchweizerInnen in Moskau ausstrahlt. Vielleicht haben sie Not, weil viel weggebrochen ist, wegen Corona, andererseits, vielleicht wiederholen sie es auch, weil es schönes Programm war. Musste bei der Gelegenheit an die Reihe davor denken, die ich fürs SRF gemacht habe, die SchweizerInnen in New York. Und dabei musste ich an eine Band denken, die ich zufällig entdeckt habe, Bird Courage, wobei, streng genommen, eigentlich nur einen von ihnen, den Sänger und Songwriter. Ich war damals auf dem Nachhauseweg, irgendwo in Brooklyn, und wartete unten am Gleis auf die Metro. Ich glaube, die Station war Bedford Avenue. Jedenfalls spielte und sang dieser junge Mann auf der anderen Seite, am Gleis in der Gegenrichtung. Und ich erinnere mich genau daran, wie ich das nicht glauben konnte, dass jemand so singen und sich gleichzeitig so auf der Gitarre begleiten kann. Ich bin dann rüber und hab ein paar Stücke lang zugehört. Eine Bahn nach der anderen fuhr vorbei. Am Ende hab ich ihm eine EP abgekauft, selbst produziert, für 10 Dollar. Hab sie eben auf dem Rückweg vom Trommeln nochmal im Auto gehört, großartig.

Warum ich das erzähle? Weil ich das alles manchmal nicht raffe; dass sich der größte Mist wie doof verkauft, während großartige Künstler nicht wissen, wie sie die Miete für den nächsten Monat aufbringen sollen.

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Heute habe ich z.B. ein bisschen für mein Buch recherchiert, es ging um die Oper Carmen. Auf jeden Fall kommt bei Google, wenn man das eingibt, als erster Treffer Carmen Geiss, und zwar auch in der Kombination mit Sängerin, kein Scheiß, da suchst du nach einer Oper von Weltruf und landest stattdessen sofort bei einer Frau, die sich Sängerin nennt, weil sie wegen einer zweifelhaften Reality-TV-Karriere über genug Follower bei Instagram verfügt, um sich zu allem Überfluss auch noch an Schlagern zu versuchen. Also, soll sie ja, aber warum verdrängt sie damit wie ein Plattfisch alle anderen Fische im Aquarium?

Ich habe mir jetzt auch nochmal zwei Tage frei genommen, um übers Wochenende vielleicht die erste Fassung des neuen Buches abzuschließen. Und auf der einen Seite nervt es natürlich unheimlich, dass man alles dem Job unterordnen und sich immer Zeit freischaufeln muss, um zu schreiben. Und dass man dann, wenn man sich die Zeit genommen hat, sofort auf Knopfdruck funktionieren muss. Auf der anderen Seite weiß ich, dass es in Zeiten wie diesen auch Sorgen nehmen kann, wenn man eine Festanstellung hat und weiß, woher am ersten des Monats die Kohle kommt. Bedingungsloses Grundeinkommen, das wäre doch eine Lehre, die man jetzt aus der Krise ziehen könnte. Aber gut, im weltweiten Vergleich sind meine Probleme Luxusprobleme, weiß ich wohl.

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Ansonsten? Hoffe ich, dass der Kollege Stuertz bald mal wieder seinen Zauberstift zückt, mir fallen im Moment wieder so viele Bilderwitze ein. Andererseits muss der auch gucken, dass er irgendwie seinen tollen Debütroman bewirbt. Alles nicht so einfach!

Hier die tolle Band Bird Courage aus Brooklyn. Stay safe and support your local artists!

07. Mai 2020 von Gerrit
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Virologen sind die neuen Popstars!

Hallo!

Ein kurzes Lebenszeichen aus dem Home-Office. Bin fleißig. Unter der Woche für die Firma Schnittbetreuung, heute am Feiertag wieder in Sachen Buch unterwegs. Nachdem ich in den letzten Tagen die Dinge ein wenig hin und her bewegen musste, ging es heute mal wieder ganz flüssig.

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Bin heute Morgen auf Seite 170 gestartet und eben auf Seite 180 zum Ende gekommen. 10 Seiten überarbeitet, angereichert, neu geschrieben, nicht schlecht für einen Tag. Weiß natürlich nicht, ob das alles gut ist oder lesenswert, oder ob das am Ende keine Sau interessiert, aber ich kann ja eh nicht anders, als auch dieses Buch wieder fertig zu machen. Auch wenn es sich, von außen betrachtet, vielleicht nicht lohnt.

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Gesunder Geist in gesundem Körper, so lautet mein Motto in diesen Tagen. Gehe jeden zweiten Tag joggen. Hab die Hanteln wieder hervorgeholt. Und seit zwei Wochen nur alkoholfreies Bier. Bis auf letzen Samstag, schönen Dank auch, Jan-Uwe (Nein, in besonderen Situationen muss man auch mal von seinem Kurs abweichen können. Solange man nicht vom Kurs abkommt! ;-)

Ansonsten? Treffe ich mich morgen nach Wochen mal wieder (vorsichtig) mit meinem Sohn. Die beiden älteren hatten diese Woche Abi-Prüfungen! Abi!!!! Nicht mittlere Reife, Abi!!! Das ist schon alles ein bisschen merkwürdig. Ich weiß noch genau, wie ich mich damals in deren Alter am Anfang wähnte, aber im Grunde fühle ich mich immer noch so. Ich meine, ich mache jetzt seit 17 Jahren Filme, aber ich hab immer noch das Gefühl, es ist eigentlich ein Übergangsjob. Crazy.

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Apropos crazy – wie verrückt diese Zeiten sind, sieht man u.a. auch daran, welche „Promis“ es auf den BUNTE-Titel schaffen. Virologen sind die neuen Popstars!

Und? Wenn ich nicht fleißig bin, falle ich meiner Schwäche zum Opfer. Score! Hero hat eine neue Saison freigeschaltet. Ich bin jetzt Trainer beim AS Rom. Das allein wäre vielleicht keine news, aber die Programmentwickler kreieren in der deutschen Version manchmal so schöne Übersetzungsfehler, vor allem, wenn Umlaute im Spiel sind. Und für das heutige Spiel haben sie sich etwas ganz Schönes ausgedacht. Da stand wohl Mutter Merkel Pate. Patin? Patina? Was soll ich sagen, wir schaffen das auch.

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01. Mai 2020 von Gerrit
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Der Würfel

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Der Würfel
Sie kommen einem groß vor. Manchmal. Diese neun Quadratmeter. Oder 27 Kubikmeter, wenn man die Höhe der Wände dazurechnet.
Aber man rechnet nicht mehr. Man strengt sich überhaupt nicht mehr an. Man macht eigentlich gar nichts. Im Würfel. Ursprünglich Zellen für Isolationshäftlinge. Dann wurden sie umfunktioniert. Weil sie dichthalten.
„Zwischenstation“ nennt es die Regierung. Ein Genie hat das Wording kreiert.
Einziges Möbelstück im Würfel: ein Sessel, der im seltenen Fall, dass man wirklich schläft (Aber ist man den Rest der Zeit über wirklich wach?), mit einem Knopfdruck zur Liege wird. Man verlässt ihn nicht mehr. Das Genie sagt, der Sessel sei das „ontologische Zentrum unserer neuen Erlebniswelt“.
„Das einzige Ding, das man anfassen kann“, sage ich. Allerdings lässt mein Gefühl in den Fingerspitzen stetig nach.
Die Luft ist klimatisiert und brennt in den Lungen. Sie wird ständig neu aufbereitet und gefiltert, ebenso die Nahrung. Die implantierte Magensonde überprüft nebenbei die Vitalfunktionen und mischt bei Bedarf ein Vitaminpräparat oder ein Antibiotikum ins Serum.
Man hat keinen Geschmack mehr. Bei nichts. Auch nicht bei Geschlechtspartnern. Cyber Sex wurde perfektioniert. „Lusttröpfchen statt Tröpfcheninfektion“, wirbt die Regierung. Ein Genie hat den Claim kreiert. Man kann in einer Datenbank mit der rechten Maustaste andere Würfelbewohner anficken. „Echte Menschen“, wirbt die Regierung. „Definiere echt“, sage ich und nehme die Intim-Manschette gar nicht mehr ab. Die VR-Brille auch nicht. Die Datenbank lässt keine Wünsche offen. Es gibt auch Naturaufnahmen. Von Bäumen. Das ist das Geilste. Beruhigender als das abendliche Valium, das durch die Sonde rauscht.
Drogen ohne Nebenwirkungen.
Sex ohne Nebenwirkungen.
Nebenwirkungen ohne Nebenwirkungen.
Dämmerzustand.
Alles wird eine Empfindung.
Alles on demand.
Weiße Mäuse vögeln rosa Elefanten.
Mein Kopf kann alles, was ich denke.
„Zwischenstation“ nennt es die Regierung. Ein Genie hat das Wording kreiert.
“Matschepampe“, sage ich.

27. April 2020 von Gerrit
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Hi, Fidelity!

Ihr Lieben,
tja, ist alles schwer zu glauben: Spielplätze abgesperrt, Fußballplätze geschlossen, Abi verschoben, Anfassen verboten, Familienbesuche ebenso, Kassiererinnen hinter Plastik und immer noch kein Klopapier. Ab morgen bin ich im Schnitt, aber eben nicht wirklich, sondern eigentlich zuhause, schneide aber zusammen mit dem Cutter, der im Schnitt sitzt. Amazon liefert keine Bücher mehr und Leute stürmen die Charts mit Songs wie Klopapier und Nudeln – und es ist nicht Helge Schneider.

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Petrus spielt auch schön verrückt und bedeckt für einen Morgen nochmal alles mit Schnee. Und trotzdem sind das nur Oberflächlichkeiten. Denn nebenbei erreichen mich Nachrichten von befreundeten Autoren, die ihr Buch nicht in die Welt tragen können, befreundeten Freelancern, denen Aufträge wegbrechen und anderen guten Freunden, die um ihre Existenz bangen.

Und dann die große Frage: Bringen die Maßnahmen es überhaupt? Wäre es nicht gut, wenn der Virus einmal durchgeht? Stichwort: Herden-Immunität. Ja, aber da frage ich: Denkt dabei niemand an die Ärzte und Ärztinnen, die dann vor der Flut von Infizierten stehen und entscheiden müssen, wen sie behandeln und wen sie aufgeben?

Hoffen wir, dass sich die Lage schnell normalisiert. Oder so schnell, wie möglich. Und dass danach nicht alle durchdrehen und es volle Pulle wieder von vorne losgeht. Ist doch zumindest ganz gut, dass sich auch die Natur mal ein bisschen erholen kann. Keine Flugzeuge, keine Kreuzfahrtschiffe, weniger Verkehr … merkt man sofort.

Ich selbst komme auch zur Ruhe. Jedenfalls hier, in meinem kleinen, umfunktionierten Wandschrank, mit dem Fenster zum Wald, wenn nicht gerade die Müllabfuhr morgens um Sechs die Container leert. Die Typen ohne Masken übrigens und nebeneinander hinten auf den Trittbrettern, das sind maximal 1 Meter 50 Abstand. Aber ist ja gut, dass wir jetzt nicht auch noch in unserem Müll ersticken. Deutschland ist schon ganz gut, nur ein paar Deutsche stören.

Spiele mit den Katzen. Streichle sie oft im Vorbeigehen oder fotografiere sie, die sind schon richtig genervt. Aber sie sind auch zu drollig. Ich meine, wer sich so in den Altpapierkarton schmeißt, der legt es doch darauf an, fotografiert zu werden …

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Apropos genervt, finde Home-Office nach wie vor gut, merke aber, dass mir die ganzen Online-Konferenzen und Telkos jetzt schon ein bisschen auf den Geist gehen. Die Leute schreiben auch mehr, Emails und Messages in diversen Chats. Auch viel Unwichtiges. Aber auch viel Witziges. Und um Kontakt zu seinen Kindern zu halten, sind diese Möglichkeiten natürlich gut, ach, was sage ich: Gold wert.

Versuche, abends wieder regelmäßig zu schreiben. Gucke aber auch kurze Dokus oder schaue nur mal rein, Filmausschnitte, Outtakes, zappe mich quasi durchs Internet. Höre wieder mehr Musik. Und recherchiere unwichtige Dinge, lasse mich treiben und die Gedanken in meinem Kopf.

Werde von nun an regelmäßig kleine Internet-Hits posten, auf die ich abends so stoße, und mit Euch teilen. Vielleicht habt ihr ja Spaß daran. Wir beginnen mit einem tollen Stück von einem insgesamt sehr tollen Soundtrack zu einer Verfilmung eines sehr tollen Buches: High Fidelity.

Bleibt gesund – oder wie uns die Kollegen vom Schweizer Fernsehen eben schrieben: Blibed Gsund!

31. März 2020 von Gerrit
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Sonnenfinsternis

Wie gemalt ...

Wie gemalt …

Höre Billie Eilish – everything I wanted, was für ein toller Song. Wobei das schon krass ist, diese enge Verbindung zu ihrem Bruder, der durch seine kleine Schwester plötzlich zum Popstar avanciert. Der (das?) Werbebanner unten auf dem Bildschirm zu Beginn des Songs sagt mir an, dass Atemschutzmasken bald ausverkauft sind. Ich möge mir mit dem Kauf besser keine Zeit lassen.

Man weiß gar nicht, was man schreiben soll – irgendwas zwischen Keine Panik auf der Titanic und dies könnten die letzten Zeilen sein, die ich je gebloggt habe.

Habe Sonntagabend meinen ältesten Sohn verabschiedet, und mein jüngster ist in Namibia. Weiß in dieser Sekunde tatsächlich nicht genau, wann ich beide wiedersehen werde.

Es ist ernst. Aber weil man zuhause bleibt, sieht man (noch) nicht, wie ernst es ist. Und warum!? Aber es ist ernst. Aber nicht hoffnungslos.

Was kann man tun? Zuhause bleiben. Hat Angie ja gesagt. Und wenn man einkaufen muss, nach dem Einkaufen als erstes Händewaschen. Gründlich. 

War auch Joggen, alleine im Wald. Immunisierung, nenne ich das. Und Amok-Prävention. Hab Klimmzüge gemacht und Liegestütze und auf den Holzpöllern, die in die Erde eingelassen sind, bin ich balanciert, immer schön einbeinig auf der Fußspitze und ein bisschen wippen. Innere und äußere Balance halten und die kaputten Bänder trainieren.

Hab auch kein Bier mehr gekauft. Weil ich mir bei all der Sorge abends zuletzt zwei Bier zuviel genehmigt habe und dann morgens in einem Zustand aufgewacht bin, wo ich bis mittags nicht sagen konnte, ist das noch Kater oder schon Corona. Ja, lustig, weil Corona ja auch ein Bier ist, DIE Bilderwitze kann ich echt nicht mehr sehen, und ich bin, weiß Gott, ein Fan von Bilderwitzen.

Corona – eigentlich ein schönes Phänomen. Die Sonnenkorona ist – wenn man so will – die Atmosphäre der Sonne. Man kann sie mit bloßem Auge nur kurz während einer totaler Sonnenfinsternis sehen, wenn das Licht der Photosphäre durch den Mond vollständig abgedeckt ist.

Steht so im Netz.

Das mit dem Namen ist so wie mit dem Sturmtief Sabine. Eine Kollegin von mir heißt so, aber jetzt denke ich bei dem Namen immer an eine Naturgewalt, die unsere Terrasse verwüstet hat.

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Arbeitsplatz der Zukunft

Ich habe kein Problem mit Home Office, absolut nicht, ich kann hier wunderbar zuhause sitzen und Emails schreiben oder schneiden oder nachdenken, zwischendurch eine Tasse Kaffee kochen, 5 Minuten auf die Terrasse und tote Gräser aus den Blumenkästen zupfen. So wie andere Leute in der Firma runter vor die Tür gehen, um eine zu rauchen. Oder gleich zwei, damit sich der Weg richtig lohnt.

Wir haben die Terrassen auf jeden Fall am Wochenende aufgeräumt und gestern gekärchert (das macht die Dame des Hauses persönlich). Da fehlen noch ein paar schöne, neue, große, bunte Blumen, aber bevor die Eisheiligen nicht waren, mache ich da gar nix. Wer zu früh kauft, kauft zweimal. Andererseits sollte man raus, solange es noch geht.

Will sagen, ich brauche gar nicht so viele Menschen um mich herum. Jedenfalls nicht täglich. Im Grunde reichen mir meine Liebsten, vielleicht die Familie, aber die sehe ich ja sonst auch nicht jeden Tag. Mein jüngster Sohn weilt, wie gesagt, gerade in Namibia. Das wird spannend, wann der zurück darf. Aber wir haben früher immer das Schutzengel-Lied gesungen, deswegen bin ich der festen Überzeugung, dass alles mehr oder weniger wie geplant verlaufen wird. Und wenn nicht, wird es eine Lösung geben. Notfalls kaufen die beiden älteren Söhne und ich einen Panzer bei Steel Buddy Michael und holen ihn da raus (meinen Sohn, nicht Michael). Und wenn es das Letzte ist, was ich mache.

Die Preise für Panzer werden fallen. Die Preise für alles werden fallen.

Dinge werden sich neu ordnen.

Die normative Kraft des Faktischen, gerade wieder irgendwo gelesen.

Stand wirklich zum ersten Mal in meinem Leben vor leeren Regalen. Bei Klopapier, H-Milch, Konserven und Mehl.

Aus! Verkauft!

Aus! Verkauft!

Die Prepper sehen sich jetzt natürlich im Recht. Die Impfgegner halten dafür gerade lieber mal die Klappe. Dafür wiederum melden sich alle Gegner des globalisierten Turbokapitalismus zu Wort, nicht ganz zu Unrecht. Wobei – das Mittelalter hatte die Pest.

Fest steht: Wir Menschen haben das Problem, nicht die Natur. Eine blühende Balkonpflanze wird vielleicht noch erfrieren, aber kein Corona kriegen.

Toll, oder?

Toll, oder?

Wer Blumen hat, ist im Vorteil.

Und Blumenkohl.

Und Katzen.

Mein Ficus Benjamina im Büro wird Corona jedenfalls nicht überleben.

Es wird (noch mehr) Opfer geben.

(Noch) Jemand wird am Ende China verklagen.

Irgendein Arschloch wird (hinter vorgehaltener Hand) sagen, wir hätten wegen ein paar hunderttausend Alten nicht die gesamte Wirtschaft gefährden dürfen. Vielleicht hat er es sogar schon gesagt. Oder sie.

Bin so froh, dass die AfD (noch) nicht an der Macht ist. Und wer das JETZT immer noch nicht verstanden hat, der kann sich meinetwegen irgendwo treffen und sich gegenseitig umarmen und/oder irgendwelche Körperteile (Zunge, Hand etc.) in den Hals stecken. Aber bitte nicht wiederkommen.

Lese Abends direkt vor dem Schlafengehen jedenfalls keine Nachrichten mehr. Was soll da drin stehen, dass ich etwas anderes mache als zu schlafen zu versuchen?

Versuche trotzdem, immer gesprächsbereit zu sein. 

Lese stattdessen wieder (mehr) Bücher oder gucke mit meinen Liebsten (zumindest mit denen, die anwesend sind) eine lustige Serie, z.B. Brooklyn 99. Wobei ich dann an eine Freundin denken muss, die in Brooklyn mit ihrem Mann ein Restaurant führt, nein, zwei sogar, und dass der idiotische Präsident bei denen bestimmt nicht so ruhig und weitsichtig agiert wie unsere Leute hier.

Irgendwie wird es weitergehen. Bleibt zuhause, bleibt gesund.

Alles wird gut!

19. März 2020 von Gerrit
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Moment, Aufnahme!

HDlmSufmsadS

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Manchmal braucht man keine formale Bestätigung darüber, ob man es im Leben „geschafft“ hat, also keinen Fernseh- oder Literaturpreis oder gar einen Blick auf das Bankkonto. Manchmal reicht es, am Freitag einen Blick zurück auf die Woche zu werfen und erstaunt festzustellen, wie bunt das Leben sein kann, und wie wohltuend, einfach nur der Typ zu sein, der man ist, in dem Leben, das man führt. Ganz unaufgeregt (Was nicht heißt, dass es nicht auch mal wieder Rückschläge geben wird, aber es geht ja im Leben auch darum, die gute Momentaufnahme mal abzuspielen …).

Ich brauchte tatsächlich ein paar Tage, um mich von den Drehreise-Strapazen zu erholen, aber dann ging es – ganz easy – Schlag auf Schlag. Am Montag haben meine Lebensgefährtin und ich es endlich zum Standesamt geschafft, zwar erstmal nur zur Anmeldung, aber ich fand das schon aufregend genug, auf eine gute Art, wohlgemerkt, und ich empfinde es als großes Geschenk, dass man sich über diesen Schritt freuen, aufgeregt und gespannt sein kann, obwohl wir jetzt schon fast 12 Jahre zusammen sind. Danke dafür, Süße!

Am Dienstag habe ich angefangen, die Eindrücke meines Kolumbiendrehs zu einem so genannten „Mood-Tape“ zusammenzuschneiden. Der Sender wollte was sehen, wie die Protagonisten funktionieren, wie die Bilderwelten aussehen, das ist üblich, aber auch ein bisschen stressig, weil davon tatsächlich einiges abhängt. Lange Rede, kurzer Sinn: Habe es selbst vorgeschnitten, gestern Mittag meinem Chef gezeigt, der hat es an den Sender weitergeleitet, und gestern Abend kam das Feedback aus Mainz: die Verantwortlichen dort waren begeistert!

Ich erhielt die Nachricht gerade, als ich mich in einem weiteren Meeting befand, und zwar in der Agentur meines ersten Hamburger Mitbewohners, Rocket & Wink, zwei superkreative Typen, die gerne eine ausgefallene Doku über sich machen würden und mich gefragt haben, ob ich Regie führen könne. Kann ich natürlich nicht so einfach, ohne zu kündigen, aber allein die Tatsache, dass diese kreativen Typen mich fragen, ob ich mir das vorstellen könne, ist der Hammer!

Nein, ich musste keine Frau sprechen! Fand nur das Bild so schön.

Nein, ich musste keine Frau sprechen! Fand nur das Bild so schön.

Davor habe ich kurz einer Kollegin geholfen, die beim Vertonen einer fremdsprachigen Doku noch einen Synchronsprecher brauchte, für eine tragende Figur, einen Koch, das war richtig viel, aber es hat total Spaß gemacht. Ich meine, ich hab das nicht gelernt, aber durch die vielen Lesungen und das Dialoge lesen und schreiben, verfüge ich da mittlerweile über eine ambitionierte Laien-Kompetenz, die offenbar dem Zuschauer zumutbar ist ;-)

Und es hört nicht auf: In diesem Augenblick (ich habe mir einen halben Tag frei genommen) sitze ich hinter meinem Alphabeten-Kollegen Sebastian Stuertz, der sich zwischen all seinen Buch-Release-Terminen Zeit freigeschaufelt und mich angefunkt hat, damit wir die nächste Podcast-Folge auf den Weg bringen: unser Interview mit dem Hamburger Autoren Frank Berzbach, der mir (als Experte für kreatives Leben) sicher attestieren würde, dass es mir im Moment gelingt, besonnen, kreativ und inspiriert die Tage zu gestalten. Leider streikt gerade die Technik – Mist (da ist er schon, der nächste Rückschlag!).

Gewöhn´ Dich dran, Junge!

Gewöhn´ Dich dran, Junge!

Und heute Abend kommt meine kleine Schwester, um mit uns ihren Geburtstag zu feiern. Wir schenken ihr das tolle Romandebut von Sebastian – mit Widmung, versteht sich. Und danach gehen wir alle essen. Das wird schön. Und lustig. Mein Ziehsohn wird sich herrlich für uns schämen – und dann mitlachen.

In diesem Sinne – lacht Euch an! Und alle Hamburger am Sonntag die richtige Wahl treffen, bitte! Es lebe die Demokratie!

Schönes Wochenende!

21. Februar 2020 von Gerrit
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Hauptsache: Nebenrolle!

Puh, bin zwar platt, habe aber den Jetlag, glaube ich, überlistet!

Der einzige Vorteil auf den langen Flügen ist ja, dass man ein paar Filme gucken kann, die man im Kino verpasst hat. Wobei ich es auch einfach nicht mehr oft ins Kino schaffe, weil ich, wenn ich nicht arbeite, trommele, Fußball oder Podcaster spiele, gerne auch mal zuhause bin. Egal, habe jedenfalls u.a. Rocketman geguckt, diesen Elton John-Film, weil mich Musik fasziniert. Deswegen muss ich unbedingt auch noch den Lindenberg-Film gucken.

Um es kurz zu machen: der Film Rocketman ist gut. Nicht so gut wie Bohemian Rhapsody, aber gut. Schön gedreht, schöne Musik, gute Schauspieler, und selbst die Musical-Elemente gehen einem nicht auf die Eier. Ein bisschen deprimierend fand ich die Schilderung des Vater-Sohn-Verhältnisses, das ging mir nahe, man kann sich gar nicht vorstellen, dass es Väter gibt, die so sind. Aber vermutlich geht es sogar noch schlimmer …

Eine Szene hat mir besonders viel Freude bereitet, und die möchte ich gerne hier und heute mit Euch teilen. Sie ist deswegen so großartig, weil der Song gut ist, der Entstehungszusammenhang kurios, die Dramaturgie des Entstehungsprozesses leicht, aber spannend und die Schauspielerleistung grandios – vor allem von Jamie Bell, der Eltons Texter-Freund Bernie Taupin spielt.

Meines Erachtens spielt Bell seine Nebenrolle in dieser Szene noch eindrücklicher als Taron Egerton den Part des genialen Komponisten, der diesen Welthit Your Song mal eben nach dem Frühstück scheinbar mühelos aus dem Ärmel schüttelt. Das ist in der Tat toll inszeniert, weil Egerton/John eben sehr wohl hier und da kurz nach den richtigen Harmonien sucht, aber dennoch zugleich deutlich wird, wie unfassbar inspiriert er in diesem Moment gewesen sein muss. Und sein Texter-Freund hört das auch, oben im Badezimmer. Er will sich eigentlich rasieren, hört aber die ersten Takte von unten und weiß sofort, dass gerade etwas Magisches passiert (ca. bei Min. 0.20). Und dieses wunderbare Mischung aus Überraschung, Ungläubigkeit, Freude und einer ahnungsvollen Gewissheit, dass das, was er da gerade hört, ihr Leben verändern wird, drückt Jamie Bells Mimik so wahnsinnig gut aus, dass man selbst ganz verzaubert ist (z.B. bei Min. 0.53). Das Ganze gipfelt in dem einen Moment bei ca. Min. 1:20 ff. Egerton/John singt die Zeile: „This one is for you.“ Er widmet diesen Song in dem Moment des Entstehens seinem Texter-Freund, den er auf eine (bloß) platonische Weise zu lieben gezwungen ist, und haut diesen damit völlig aus den Latschen, was Bells/Taupins Reaktion sofort bestätigt. Der ganze Respekt, die ganze Liebe und Zuneigung zwischen den beiden nimmt plötzlich Formen an. Eine kleine Szene, aber ganz großes Kino! Wenn das auch nur annähernd damals wirklich so passiert ist, können sich die beiden Künstler sehr glücklich schätzen, so etwas gemeinsam erlebt zu haben.

 

13. Februar 2020 von Gerrit
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By roh

Über den Wolken ist der Sturm bloß ein Blau ...

Über den Wolken ist der Sturm bloß ein Blau …

Gestern Abend heile in Hamburg gelandet. War immer noch ziemlich windig, habe es nach Ewigkeiten mal wieder erlebt, dass die Passagiere nach der Landung geklatscht haben. War doch allen ein bisschen mulmig zumute. Meine Freundin hatte mir vor Abflug auch noch von einer Maschine erzählt, die einen oder zwei Tage zuvor in Amsterdam landen wollte, es mehrfach erfolglos versuchte und dann wieder nach Spanien zurückflog. Das möchte niemand.

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Kolumbien war jedenfalls eine Erfahrung. Ich darf ja nicht zuviel verraten, aber: tolle Landschaften, tolle Protagonisten, tolles Team. Ich habe mir auch Mühe gegeben, ruhig und besonnen Regie zu führen, und wenn wir improvisieren mussten, stets die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ob es geglückt ist, sieht man hinterher im Schnitt, ich habe aber deswegen keine schlaflosen Nächte. Höchstens wegen der Zeitumstellung. Versuche, den Jetlag zu überlisten. Bin gestern standhaft wach geblieben, dann abends um 11 ins Bett und heute morgen um 08:30 wieder hoch. Bin nun zwar ein bisschen platt, aber vielleicht klappt es ja. Mal sehen.

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Ein tolles Team!

Was hängengeblieben ist, ist die Tatsache, wie gut es uns geht. Wie strukturiert und frei zugleich Deutschland ist (zumindest noch, die AfD raubt mir natürlich den letzten Nerv). Wie gut versorgt wir sind. Das Standard-Essen in alIMG_1401len kolumbianischen Restaurants war Chicken, Beans & Rice. Und als Vorspeise eine Suppe mit z.T. recht grober Fleischbeilage (s. Foto). War aber in Ordnung. Und wie sauber es bei uns ist. Was wiederum kein Wunder ist, der ganze Müll liegt ja auch woanders. Ich war jedenfalls nachträglich sehr stolz auf meinen jüngsten Sohn, weil der sich aktuell sehr für Umwelt- und Klimaschutz engagiert. Das könnte im Alter auch ein Hobby von mir werden. Umweltschutz und irgendeine Art von Entwicklungshilfe. Wobei das ja immer ein zweischneidiges Schwert ist.

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Ein Fußballplatz für 11Freunde-Ästheten

Wir haben z.B. diesmal mit den Kogi gedreht, das ist einer von drei Stämmen in Kolumbien, die man als „indigene Bevölkerung“ bezeichnen könnte. Und die versuchen, ihre Traditionen und die Natur zu schützen, werden aber natürlich auch von der (so genannten) „Zivilisation“ beeinflusst. Deswegen leben sie u.a. in dem Müll, den wir produziert haben. Und verfallen zum Teil den Mechanismen, denen wir längst verfallen sind. Um ihr Leben und ihre Botschaft zu transportieren, haben wir sie besucht. Aber natürlich ist der Besuch eines Kamerateams genau das, was die Nachkommen der Kogi möglicherweise dazu verleitet, ihr ursprüngliches Leben zu hinterfragen. Obwohl das natürlich schade ist. Der Anblick der Kinder, als wir die Drohne haben fliegen lassen, war jedenfalls ein denkwürdiges Erlebnis.

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Gewohnt haben wir übrigens in einem einfachen, aber völlig ausreichenden Hostel in Palmor, wiederum einem interessanten Gebirgsdorf, wo die Bauern der umliegenden Kaffeeplantagen auf Mulis ihre Säcke mit den Bohnen hinbringen. Alles ein bisschen rudimentär, aber der offene Wohn- und Essbereich des Hostels war sehr inspirierend für meine Resthof-Pläne! Aber, keine Sorge, ich kaufe mir keine Papageien. Obwohl, …

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Ansonsten waren wir auf einer Kaffeeplantage im Hochgebirge, ziemlich Off-Road-mäßig mit den Autos unterwegs (jaja, auch ein zweifelhaftes Vergnügen) und was bei allem Stress doch auch wieder schön war, war einfach das kreative Arbeiten mit dem Kamerateam. So ein Abenteuer in der Ferne schweißt zusammen, das ist einfach so – sicher eine der schönsten Seiten meines Jobs. Und jetzt bin ich wieder hier. Gestern in bezaubernder Weise von meiner Liebsten abgeholt und empfangen worden – und gleich geht´s zum Training! Wetter ist zwar scheiße, aber der Sturm macht Pause. Zum Glück, dachte schon der Platz wäre gesperrt. Die Jungs freuen sich auch – UND sind lustig …

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12. Februar 2020 von Gerrit
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Work and travel

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Vier Uhr morgens am Flughafen.  Die Pflicht ruft. Kolumbien. Bin gespannt, nervös, freue mich aber auch auf ein Land, das ich noch nicht kenne. Wäre natürlich toll, sowas mit mehr Muße und im Idealfall sogar mit meiner Partnerin zu machen. Vor allem, wenn man jetzt dahin fährt, um Menschen zu porträtieren, die genau das machen: so ein Land gemeinsam und in Ruhe bereisen. Ich versuche, von unterwegs ein paar Eindrücke zu schildern. Muss jetzt los.

02. Februar 2020 von Gerrit
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